Goethe und das "Werden".

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G. Stilke, 1900 - 420 Seiten
 

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Beliebte Passagen

Seite 400 - Gefühlen geliehn! Freue dich auch des heutigen Tags! Die heilige Liebe Strebt zu der höchsten Frucht gleicher Gesinnungen auf, Gleicher Ansicht der Dinge, damit in harmonischem Anschaun Sich verbinde das Paar, finde die höhere Welt.
Seite 394 - Denn wozu dient alle der Aufwand von Sonnen und Planeten und Monden, von Sternen und Milchstraßen, von Kometen und Nebelflecken, von gewordenen und werdenden Welten, wenn sich nicht zuletzt ein glücklicher Mensch unbewußt seines Daseins erfreut?
Seite 392 - Räumen, ohne Sehnsucht, ohne Klang. Stumm war alles, still und öde, einsam Gott zum erstenmal! Da erschuf er Morgenröte, die erbarmte sich der Qual; sie entwickelte dem Trüben ein erklingend Farbenspiel, und nun konnte wieder lieben, was erst auseinander fiel.
Seite 394 - Wenn die gesunde Natur des Menschen als ein Ganzes -wirkt, wenn er sich in der Welt als in einem großen, schönen, würdigen und werten Ganzen fühlt, wenn das harmonische Behagen ihm ein reines, freies Entzücken gewährt, dann würde das Weltall, wenn es sich selbst empfinden könnte, als an sein Ziel gelangt, aufjauchzen und den Gipfel des eigenen Werdens und Wesens bewundern.
Seite 399 - Garten umher; Viele Namen hörest du an, und immer verdränget Mit barbarischem Klang einer den andern im Ohr. Alle Gestalten sind ähnlich, und keine gleichet der andern; Und so deutet das Chor auf ein geheimes Gesetz, Auf ein heiliges Rätsel. O könnt ich dir, liebliche Freundin, Überliefern sogleich glücklich das lösende Wort!
Seite 391 - Ist es möglich! Stern der Sterne, drück' ich wieder dich ans Herz! Ach, was ist die Nacht der Ferne für ein Abgrund, für ein Schmerz! Ja, du bist es, meiner Freuden süßer, lieber Widerpart! Eingedenk vergangner Leiden, schaudr' ich vor der Gegenwart. Als die Welt im tiefsten Grunde lag an Gottes ew'ger Brust, ordnet er die erste Stunde mit erhabner Schöpfungslust.
Seite 404 - Die Überzeugung unserer Fortdauer entspringt mir aus dem Begriff der Tätigkeit; denn wenn ich bis an mein Ende rastlos wirke, so ist die Natur verpflichtet, mir eine andere Form des Daseins anzuweisen, wenn die jetzige meinen Geist nicht ferner auszuhalten vermag.
Seite 389 - Vor jedem steht ein Bild des, was er werden soll: So lang' er das nicht ist, ist nicht sein Friede voll.
Seite 408 - Denn uns frißt in öder Wüste gierger Sand. Die Sonne droben saugt an unserm Blut. Ein Hügel hemmet uns zum Teiche! Bruder, nimm die Brüder von der Ebne, nimm die Brüder von den Bergen mit, zu deinem Vater mit!
Seite 391 - Kannst du sagen: Das ist! da alles vorübergeht? da alles mit der Wetterschnelle vorüberrollt, so selten die ganze Kraft seines Daseins ausdauert, ach! in den Strom fortgerissen, untergetaucht und an Felsen zerschmettert wird? Da ist kein Augenblick, der nicht dich verzehrte und die Deinigen um dich her, kein Augenblick, da du nicht ein Zerstörer bist, sein mußt...

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