Verwaltung und Öffentlichkeit in Preussen: Kommunikation durch Publikation und Beteiligungsverfahren im Recht der Reformzeit

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Mohr Siebeck, 2007 - 507 Seiten
English summary: Modern bureaucratic administration is in many ways a product of the officialization, centralization and juridification of administrative communication. In the early 19th century, the publication of government actions by the administration changed considerably. Concrete administrative procedures were developed regulating the communications between the administration and the citizens in a specific manner. Using Prussia as an example, Pascale Cancik investigates the role of law for these developments in the early 19th century. Techniques, media and procedures, which are still in use today, have been developed with the aid of early administrative law and the law of administrative proceedings. Contrary to what is sometimes said, these developments are not linked exclusively to the constitutional ideas of publicity or democracy. German description: Pascale Cancik untersucht die Offizialisierung und Professionalisierung von Verwaltungskommunikation im Preussen des fruhen 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit erreichte der aufklarerische Offentlichkeitsdiskurs der 'Sattelzeit' verschiedene Bereiche von Gesellschaft und Recht (Parlamente, Gerichte, Presse). Die Verwaltung indessen, die damals ihre modern-burokratische Form entwickelte, wird von der historischen Forschung kaum mit jenen liberalen Offentlichkeitsforderungen in Verbindung gebracht. Ist das gegenwartig wieder viel untersuchte Thema Verwaltung und Offentlichkeit zu Recht kein Thema (rechts-)historischer Forschung? Die Autorin zeigt zunachst, dass es durchaus einen zeitgenossischen Publizitatsdiskurs gab, der sich gerade auch auf Verwaltung bezog. Aber kam dieser auch in der Praxis von Recht und Verwaltung an? Da Offentlichkeiten sich in Kommunikationen manifestieren, werden zwei Felder von Verwaltungskommunikation genauer untersucht: die Publikation staatlichen Handelns durch die Verwaltung sowie die Entwicklung konkreter Verwaltungsverfahren, innerhalb derer die Verwaltung mit Burgern kommuniziert. Im Zentrum stehen dabei jeweils die Rolle von Recht und Rechtspraxis. Es ergibt sich ein komplexes Bild von Motiven und Intensitaten der Einbeziehung oder gar Beteiligung von Burgern. Bis heute genutzte Techniken, Medien und Verfahren wurden damals mit Hilfe von Recht konzipiert und eingeubt. Sie sind nicht, wie manchmal behauptet, ausschliesslich mit Demokratie verbunden.
 

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Inhalt

Teil
1
Preußische Verwaltungskommunikation Vertiefung der Fragestellung
9
Quellen
19
Teil 2
26
Teil 2
49
preußischer Verwaltung
70
Verordnung über die Gesetzsammlung 1810
72
Die Umsetzung aus der Implementationsgeschichte
109
465
347
Teil 3 Ergebnisse und Thesen
360
Zusammenfassung und Ergebnisse
375
Anhang
394
Entwurf Sacks zur späteren Amtsblattverordnung 1811 sog Erstent
401
Verordnung der Regierung Potsdam über die Einführung
407
Auszug aus der Bekanntmachung der ImmediatJustizCommission
413
311
415

290
128
Teil 3
195
Beteiligungsrecht
209
Beteiligung im 18 und 19 Jahrhundert eine Einführung
215
Traditionen von Beteiligungsrecht und Beteiligungspraxis
230
Ergebnisse zu Mühlenrecht und praxis
288
Planungs Verfahren ohne Beteiligungsregelungen
339
Quellenverzeichnis
439
Primärliteratur
447
Literaturverzeichnis
467
315
475
Personenregister
495
Urheberrecht

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Über den Autor (2007)

Pascale Cancik, Geboren 1967; Studium der Rechtswissenschaft in Tubingen und Berlin; 1999 Promotion; 2006 Habilitation; seit 2007 wiss. Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Bibliografische Informationen