Iranische Spuren im Zostrianos von Nag Hammadi: persische Einflüsse auf Gnosis und Christentum

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Peter Lang, 2010 - 319 Seiten
Auch wenn keine Zitate aus Zarathustras Gathas vorliegen, ist doch in der Form der Paraphrase, in der im Hellenismus persisches Gut aufgenommen wurde, zervanistische Theologie im Zostrianos erkennbar. Persische Einflüsse auf Täufergruppen reichen bis in deren Gründungszeiten zurück, verkoppelt mit pythagoreischen, stoischen und babylonischen Einflüssen. Diese werden über das babylonische und persische Diasporajudentum rezipiert. In den Frauengestalten des Sethianismus sind phönizische Fruchtbarkeitsgöttinnen und ägyptische Himmelsgöttinnen wie Maat, Nut und Isis, vermittelt über die jüdisch-weisheitliche Sophia, erkennbar. Die Vorsokratiker und Platons Akademie haben zervanistische Theologie in die Grundlagen ihrer Systeme übernommen. Mit der Platonisierung gelangen Grundstrukturen des zervanistischen Zoroastrismus in sethianische Schriften hinein. Die Wurzel des persischen Glaubens liegt im Totenglauben der indoeuropäischen Kurgankultur, deren Schamanismus das persische Magiertum entscheidend geprägt hat. Somit sind die Schamanenrituale Ursprung der Himmelsreisen.
 

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Inhalt

Der Zostrianos in Nag Hammadi Codex VII 1
9
Phänomenologie des Zostrianos
190
Literaturverzeichnis
284
Abkürzungen
318
Urheberrecht

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Über den Autor (2010)

Michael Lütge, geboren 1953 in Hamm, 1972 Kirchenmusiker-C-Prüfung in Oldenburg, 1972 Studium der Theologie und Kirchenmusik in Bethel, Tübingen und Göttingen, 1981 Pfarrer in Bochum und Bergkamen, 1988 Gestalttherapie-Ausbildung am Fritz-Perls-Institut, 1993 Graduierung zum Gestaltsoziotherapeuten, 1993 Studium der Sozialwissenschaften in Kassel und Bochum, 1997 Promotion zum Dr. phil. in Kassel mit der Arbeit Wachstum der Gestalttherapie und Jesu Saat im Acker der Welt. Psychotherapie als Selbsthilfe; 2009 Promotion zum Dr. theol. in Marburg.

Bibliografische Informationen