Wunder-sagen und gespensterbuch, enthaltend: spuck- und geistergeschichten, volksmährchen, legenden und historienM. Lechner, 1835 |
Häufige Begriffe und Wortgruppen
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Beliebte Passagen
Seite 23 - Schreck der Wälder sein!" Wie nun der wilde Räuber sich rüstet auch zum Streit', So sind doch Aggsteins Mauern dem Untergang geweiht, Gebrochen sind zertrümmert die Thürme sammt dem Wall', Und Freudenfeuer künden weithin im Lande seinen Fall. Und als in seinem Haupthaar die Faust der Henker ballt, Des Sünders rollend' Auge schaut eine Grau'ngestalt ; „Bist du vom Tod' erstanden ?" schreit er voll Ingrimm wild, »„Der Herr war mein Vertrauen I"" der Greis ihm d'raus entgegnet mild.
Seite 21 - Hab' ich für Gott gestritten und klamm'« sinkend mich an's Kreuz." Dr'auf breitet er die Arme — die Lippe leise fleht. Im Herzen zuckt die Flamme, sein Blick ist heiß Gebet, — Und stürzt sich in den Abgrund, der lautlos starrt und schweigt, Und über dem der Nachtgeist in Nebelflor gehüllt sich neigt. — Und noch bevor im Thale der Molgennebel braut.
Seite 109 - Gewölb' und Grab, Und, entschlüpft den kalten Mauern, Sieht man Geister auf und ab, Sieht am Kirchhofszaun sie lauern. Und wir Elfen, die mit Tanz Hekates Gespann umhüpfen Und, gescheucht von Sonnenglanz, Träumen gleich ins Dunkel schlüpfen, Schwärmen jetzo; keine Maus Störe dies geweihte Haus! Voran komm' ich mit Besenreis, Den Flur zu fegen blank und weiß.
Seite 149 - Höhen, Unter Trümmern der Vergangenheit, Wo der Vorwelt Schauer mich umwehen, Sei dies Lied, o Wehmuth, dir geweiht! Trauernd denk' ich, was vor grauen Jahren Diese morschen Ueberreste waren: Ein bethürmtes Schloß, voll Majestät Auf des Berges Felsenstirn erhöht. Dort, wo um des Pfeilers dunkle Trümmer Traurig flüsternd sich der Epheu schlingt, Und der Abendröthe trüber Schimmer Durch den öden Raum der Fenster blinkt, Segneten vielleicht des Vaters Thränen Einst den edelsten von Deutschlands...
Seite 21 - Molgennebel braut. Da blitzen Schwert und Schilde, so weit ein Auge schaut, Da ist mit einer Kriegsschaar bedeckt das ganze Land; Sagt an, wer gegen Aggstein die Helden zahllos ausgesandt? Sie hat gesandt der Herzog im Lande Oesterreich, Den Schreckimwal d bedrohend mit schwerem Todesstreich', Und vor den Schaaien schreitet ein Greis gar muthig hin, Der kundig ist des Weges, fürwahr, dem Knegsheer zum Gewinn.
Seite 17 - Ich Hab' ein Lied vernommen, das aus der Woge klang, Der Sturmwind schlug die Saiten, die Zeit am Steuer saß und sang. Wer pilgert da so spät noch die Straß...
Seite 18 - Und droben auf der Veste ward eben Nacht zum Tag, Da saßen sie beisammen, und hielten Lustgelag. Drum ward hinauf der Sänger geschleppt zum Felsenschloß Daß er bei gutem Weine ein Loblied singe, schlechtem Trost.
Seite 16 - Heimath weither Helden, o Garten blüh'nder Frau'n, Wie viel ist Ruhm zu melden der Frucht, die da zu schau'»? Glorreich in Schlacht und Streiten, — ohn Falsch auch in Gefahr, Drob klang's von tausend Saiten wie Mährchen hold und wunderbar! Mit Donnern zog der Sturmwind aus Süd und Nord herbei, Strahlt doch nach all den Wettern dein Himmel blau und frei.
Seite 153 - Und Schönheit, Reichtum, Ehr und Macht Sinkt mit der Zeit in öde Nacht. Sind wir noch alle lebend, Wer heute vor dem Jahr In Lebensfülle strebend Mit Freunden fröhlich war» Ach, mancher ist geschieden Und liegt und schläft in Frieden.
Seite 18 - Da, dünlt ihn, hat der Himmel den reichsten Lohn ihm zugeschickt: Zu Aggstein auf der Veste, den Demant in dem Reif Der rauhen Felsenberge, da sitzt ein wilder Greif, Der schlägt die blut'gen Krallen in's tiefste Mark dem Land', Und hält die Riesenschwingen weitschattend d'rüber ausgespannt. Der schaut gar stolz hernieder vom Gipfel seines Bau's Und sieht sich auf dem Strome die sich're Beute aus, Und wo der Kaufmann hinzieht mit Lasten mannigfalt, Do holt der Greif seinOpfer, da würgt der grimme...
