Aristoteles' Politik: erstes, zweites und drittes BuchHertz, 1872 - 216 Seiten |
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Häufige Begriffe und Wortgruppen
Aemter allerdings Aristoteles Autophradates Beamten Behörden beiden Besitz besser beste besteht bestimmt bloss braven Mannes Bürger Demokratie Demos diejenigen diess Dinge Eigenthum einander einigen Ephoren ersten erstlich Eubulos fassung ferner Finanzkunde Frauen Gebieten und Gehorchen Geld Gemeinschaft gerecht gesagt Gesetz Gesetzgeber Gewalt gewissen giebt gleich Gleichheit grössere Grund Hand Haus Hausstand Heloten Herr Herrschaft Hintersassen Hippodamos Ilias JACOB BERNAYS jetzt keit Kinder klar Klasse König Königthum Kosmoi kratie Kreta Lakonen lassen lässt Leben Leute lich Lykurgos Maasse manche mässig Mehrzahl meisten Menge Menschen muss Natur nöthig nothwendig Oligarchie Personen Philolaos Platon Recht Reichthum richtig Sache sagen schaft Scherbengericht Sclaven seien sittlich Sokrates soll Solon Souverän sowohl Spartiaten Staat staatlichen Stande Theil Thiere thum thun Tischgenossenschaften Tugend Tyrannen Tyrannis unserer Urtheil Verfassung Verfassungsform Verhältniss Vermögens verschieden viel vielmehr vorhanden Vorzug Wächter wackeren Wahl Weib Weise wenig wiederum wohl Zahl Zweck ἀλλ γὰρ δὲ καὶ κατὰ μὲν τὴν τὸ τῶν
Beliebte Passagen
Seite 31 - Raum, sondern erst wenn die Gemeinschaft eine grössere Zahl von Mitgliedern umfasst. Denn für die Hausgenossen erstreckte die Gemeinschaft sich auf alle Theile eines und desselben Besitzstandes ; in den entwickelteren Formen der Gemeinschaft ist aber für viele Dinge wieder Trennung des Besitzes eingetreten, und dem Einen fehlt dieses, dem Anderen jenes.
Seite 18 - Sclave', werden nämlich in zwiefachem Sinne gebraucht. Ausser dem natürlichen, giebt es auch noch einen gesetzlichen Sclaven und zeitweilig in Sclaverei Befindlichen. Das Gesetz, um das es sich dabei handelt, ist die allgemeine Uebereinkunft, kraft welcher alles im Krieg Besiegte an die Sieger fallen soll. Gegen diesen Rechtssatz nun erheben viele unter den...
Seite 10 - Denn wie der Mensch, wenn er im Staat seine Vollendung findet, das beste unter allen Geschöpfen ist, so ist er, losgelöst von Gesetz und Recht, das allerschlimmste. Ist ja gerüstetes Unrecht das gefährlichste. Und der Mensch ist geschaffen mit einer Rüstung zu Einsicht und Tugend, kann dieselbe jedoch gar leicht zum Gegentheil gebrauchen; deshalb ist er auch, ohne Tugend, das wildeste und ruchloseste Geschöpf, schlimmer als alle anderen...
Seite 26 - Ebenso ist es nun auch bei den Menschen; ihre Lebensweisen sind sehr verschieden. Die Trägsten führen ein umherziehendes Hirtenleben. Mühelos gewähren ihnen, ohne dass sie arbeiten, die zahmen Thiere was sie zur Nahrung brauchen ; nur, weil das Vieh um der Weideplätze willen den Ort wechseln muss, sind auch sie genöthigt mitzugehen; sie treiben gleichsam einen lebendigen Landbau. Andere leben von der Jagd, und zwar die Einen von dieser, die Anderen von jener Art Jagd; entweder vom Raube, oder...
Seite 33 - Wie nämlich von der Arzneikunde die Gesundheit, und von allen Kunstfertigkeiten ihr Zweck bis ins Unbegrenzte verfolgt wird — denn sie wollen ihn ja so sehr als möglich hervorrufen — dagegen das Zweckdienliche nicht bis ins Unbegrenzte, denn für dieses bildet ja überall der Zweck die Grenze : so hat auch die krämerhafte Finanzkunde keine Grenze für ihren Zweck...
Seite 18 - ... Sclaven zu scheiden, diesen einen stämmigen Körperbau zu geben, wie er für ihren niederen Dienst taugt, jenen einen schlanken, der zu Sclavenarbeit un2 geschickt, aber für den Lebensberuf eines freien Bürgers in Krieg und Frieden passend ist; doch kommt auch das Gegentheil oft vor, dass Sclaveu Körper wie Freie, und Freie nur in ihrer Seele das freie Gepräge haben. Jedenfalls jedoch ist diess klar: gäbe es wirklich Menschen, die bloss in ihrer Körperbildung einen solchen Grad von überragender...
Seite 10 - Vollendung findet, das beste unter allen Geschöpfen ist, so ist er losgelöst von Gesetz und Recht das allerschlimmste. Ist ja gerüstetes Unrecht das gefährlichste. Und der Mensch ist geschaffen mit einer Rüstung zu Einsicht und Tugend, kann dieselbe jedoch gar leicht zum Gegenteil gebrauchen; deshalb ist er auch ohne Tugend das wildeste und ruchloseste Geschöpf, schlimmer als alle anderen in Unzucht und Vollere!.
Seite 210 - Litterärgeschichte zugewandten Forschungen immer deutlicher hervortritt. Es liegt in der Natur der Sache, dass bei der Redaction solcher nachgelassener Papiere des Aristoteles alle die Uebelstände in vollem Maasse eintraten, welche z.
Seite 162 - Treffliebster, oder ein Tyrann. Aber in allen diesen Fällen kommt man offenbar ins Gedränge. Denn wie ? wenn nun, um gleich den ersten Fall zu nehmen, dass die Mehrheit der Souverän sei, die Armen, weil sie die Mehrzahl bilden, das Vermögen der Reichen unter sich vertheilen, soll das nicht Unrecht sein? Deshalb nicht, weil es doch nun einmal kraft Beschlusses des Souveräns, also rechtmässig, geschehen ist? Wenn dieses nicht das ärgste Unrecht ist, was soll man denn so nennen? Und wenn nun,...
Seite 47 - ... oberster Meister; wenn also die Leistung gelingen soll, so muss der Gebieter nach allen Seiten den Anforderungen der Vernunft genügen, mithin eine vollständige sittliche Tugend besitzen. Die Gehorchenden hingegen brauchen jeder nur so viel Tugend, als von der Gesammtleistung auf sein Theil fällt. Demnach ist es klar, dass für jede der genannten Klassen es besondere sittliche Tugenden giebt, nicht dieselbe Mässigkeit für das Weib wie für den Mann, auch nicht dieselbe Tapferkeit und Gerechtigkeit...
