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Zur Formirung einer Plänklerkette als Avantgarde eines marschirenden Infanterie s Bataillons werden 45, oder nach Umständen — 90 Mann bestimmt. - Ats Arrieregarde wird - ebenfalls nach Umständen - daffelbe Berhältniß angenommen. Die Distanzen bleiben dieselben.

Zur Deckung der linken Flanke einer Infanterie: Kolonne marschirt die Jäger - Kompagnie mit einer Plänklerkette, deren Unterstüßungszügen und der Reserve fur linken Seite des Bataillons. Dasselbe gilt, wenn die redte Kolonnen - Flanke gedeckt werden fou. Wird aufgeschwenkt, dann muß fich die Figur so darstellen, als ob vor der Front des Bataillons die Plänklerkette wie gewöhnlich formirt wäre.

Ungriff und Vertheidigung verfd iedener Punkte durch die pränkler und ihre

Unterstüßungen.

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Bertheidigung einer Brüde vorwärts berselben, nachdem ftch

bie Blankler zurüdziehen. Es wird angenommen, daß vor der Brücke, also noch auf jener Seite, wober der Feind kommt, deckende Terrängegenstände fich befinden, als: Häuser, Bäume, Graben, Dämme. In diesem Falle werden roon im Voraus, ebe noch die Plänklerkette sich der Brücke im Rückzuge genähert, von den Unterstügungszügen Leute als frische Plänkler zur Befeßung jener Punkte bestimmt, unter deren Schuß die alten Plänkler sich dann zurückziehen. Wird die Brücke abgebrochen, verrammelt, und hat das Wasser eine bedeutende Tiefe, dann müßten Schwimmer zu Plänklern gemacht werden.

Wäre aber der Fall, daß das auf feindlicher Seite

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liegende Ufer offen da läge, und daß dagegen das jenseitige Ufer bedeckt wäre; (was in diesem Falle als eine besondere Terränbegünstigung anzusehen ist) - To würde dieses Ufer, noch vor dem erfolgten Rückzug, durch Plänkler von der Reserve berekt; und indem diese durch ihr Feuer über den Bad oder Fluß hinüber der erfolgung des Feindes webrten, zögen ride, – die legten 50 Schritte im vollen Lauf, — die Unterstügung

und die Plänklerkette über die Brücke nach dem fchon beserten Ufer, und nachdem sie sich gesammelt, bildeten sie nun die Reserve.

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Angriff dieser Brüđe im ersteren Fall. Die verfolgenden Plänkler rücken konzentrisd, balbmondartig, gegen die Brücke vor, welche rechts und links zur Seite Häuser, Graben oder Dämme lies gen hat, und erstürmen, verbunden mit den rasch nach: folgenden Unterstügungen, die besetzten Theile. Die Reserve folgt nach, und feßt fich dort fest. Aus den ges nommenen Häusern oder sonstigen Terrändeckungen wird nun das jenseitige Ufer, wenn es der Feind noch befekt hält, besdorfen. Nach erzwungenem und bereits erfolgtem Übergange über die Brücke, breitet sich die Plänkler: kitte wieder aus.

Im zweiten Falle, nämlid wenn der Serrän bis an die Ufer hin als offene, undurchschnittene Ebene vorliegt, und es nicht möglich wurde, mit dem im Rück jug begriffenen Feinde zugleich über die Brücke zu drän- : gen, - bört die augenblickliche Vorrückung der Kette, und somit jedes Plänklergefecht, auf.

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Bertheidiguug eines Waldes durch Plånfler und Unter:

füßungen. Der Rand des Waldes wird, wie ohnehin bekannt, mit Plänklern befekt. Unterstügungen und Reserven kommen auf 50 - 100 Schritte dahinter zu stehen. Die noch näbere oder weitere Entfernung der geidloffenen Ubtheilungen von der Kette hängt von den Eigenthüm: lichkeiten der Waldpartien ab. Stellen, welche den Ans griff des Feindes erleidtern, als: eine ausspringende Waldspige, - Hohlwege, die von Feindes Seite her in den Wald führen, eine vor dem Waldrande auf 20, 30, bis 40 Schritte weit liegende Abdachung des Terräns, wohin das Feuer der Pränkler nicht reicht, und wohin sich der Feind ganz gesichert schleichen kann, dies sind gefahrbringende Punkte; hier muß die Kette verstärkt , und die geschlossenen Abtheilungen näher herangezogen werden. Kreuzwege, Niederungen, Hügel, Waldbäche, Brücken, das sind die Pläge, wo die Reserve ihre Uuffteñungen findet.

Angriff des Waldes.

Die Plänklerkette schleicht sich immer näher. Das Plänkeln in den Wald hinein nüßt nicht viel; daber Annäherung bis zur Stelle, wo der Sturm zu erfolgen hat, und das Maskiren des eigentlichen Angriffspunktes die Hauptaufgabe bleibt. Diese Annäherung wird am besten durch Benübung von Hohlwegen, Graben, Waffer: riffen, welche gegen den Wald hin führen, erreicht. Die Unterstüßungen und Reserven rücken näher an ihre Plänkler, und wie diese eine haltbare Stelle, -Wo mög: lich, - auf 50 - 60 Schritte vom Waldrand entfernt

gewonnen haben, halten sie an und erwarten die Unters stügung. So wie diese sich mit ihnen vereinigt hat, und die Reserve auch schon nicht mehr ferne ist, wird der Sturm unternommen. Die Plänkler eilen von den Flüs geln nach dem Angriffspunkte im vollen Lauf zusammen, verbinden sich mit der Unterstüßung, brechen in den Wald, und ihnen nach folgt schnell die Reserve. Einmal einges drungen, werden Bajonnettangriffe schneller zum Besit des Waldes führen, als dies durch fortgefeptes Plänkeln erreicht werden dürfte.

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Bertheidigung des Umfanges eines Dorfes burch Plånfler.

Die äußeren Zäune der Gärten, besonders bei den Eingängen des Dorfes, so wie auch die nach Außen hin frei stehenden Häuser, werden mit Plänklern befekt, Unterstützungen aber etwas rückwärts in Straßen und auf freien Pläßen, von wo eine rasche Hilfeleistung nach allen Seiten hin möglich wird, aufgestellt. Die Reserve kommt hinter einem Dorfabschnitt, — wenn dieser por: handen ist, etwa hinter der Brücke eines Mühl. baches, oder bei der Kirche, oder auf dem Plate selbst, mo vielleicht eine bedeutende Schwemme fich befindet, die zur Einengung dient, und doch der Feuerwirkung nicht hinderlid wird. Die Ortlichkeit macht hier alles; und mit den eröffneten Kommunikazionen von den außenliegenden Gärten und Gebäuden nach dem Innern des Dorfes, zu, müssen die Leute vertraut gemacht wers den. Stangen mit Strobbüscheln, zur Stelle der Roms munitazionen angebracht, werden zur Erkennung dies nen. Beim Rückzuge ziehen sich die Plänkler feuerad durchs Dorf zurück.

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Angriff eines Dorfeb. Ein vorspringender Theil des Dorfes wird, ro wie beim Wald die vorspringende Waldspige, - etwa fum Angriff gewählt.

Die Plänker foleichen sich durch Weingärten, Hopfengärten, durch Hohlwege, Wasserrisse, tieflies gende Bache mit boben Ufern gedeckt, fo nabe als möglich der zum Sturm erwählten Stelle. Die Unter: stügungen folgen hinter der Mitte ihrer Plänkler, und wenn diese dem Dorfe schon nabe sind, kommen sie mit ihnen auf gleiche Höhe. Nun nähert sich auch die Reserve und die eigentliche Sturm kolonne. Wie bei allen Angriffen.

Auf das Sturmzeichen bricht alles vor. Die Plänkler, - im schnellen Lauf von den Flügeln nach der Mitte, dem Angriffspunkte jueilend, vereinen sich mit der Unterstüßung, und es wird eingedrungen. Die an der Spige befindlichen Zimmerleute schaffen die Verrammlungen fort, und sobald der Eingang in das Dorf gewonnen ist, breiten sich die Plänkler wieder aus und rücken vor.

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Passirung und Bertheidigung eines Kohlweged.

Nachdem der Hohlweg durd Vorläufer und Flans Eeurs durospäht wurde, rückt die Kette (angenommen, daß der Feind sich in nächster Umgebung des Hohlweges, vielleicht hinter Höhen oder Waldstreifen verdeckt, bes finden müfte) zu beiden Seiten des Hohlweges, auf den Höhen vorwärts. Die Unterstügung und die Reserve folgen nach. Wurde auf diese Weise der Hohlweg zurückgelegt, und man erblickt nun beim Ausgang dessel:

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