Salzhandel in der Mitte Europas: Raumorganisation und wirtschaftliche Außenbeziehungen zwischen Bayern, Schwaben und der Schweiz, 1750-1815

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C.H. Beck Verlag / Kommission für bayerische Landesgeschichte (KBL), 01.01.2013 - 664 Seiten
Der Salzhandel zwischen Bayern mit seinen leistungsfähigen Salinen und den Kantonen der Schweiz war zumeist staatlich monopolisiert. Im Spannungsfeld von Außenpolitik und wirtschaftlichen Interessen bewirkten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts innovative Praktiken zwischenstaatlichen Kommunizierens und der Organisation von Räumen eine deutliche Intensivierung dieser lukrativen Handelsverbindung. An die Stelle der im Zeremoniell verhafteten Diplomatie setzten die Akteure aus den Wirtschaftsverwaltungen pragmatische Formen der Kommunikation. Die bayerische Hofkammer errichtete in den Reichsstädten Buchhorn (dem heutigen Friedrichshafen) und Lindau exterritoriale Salzämter und konnte damit den schwäbischen Raum zwischen den bayerischen Grenzen und dem Bodensee in ihren Wirkungsbereich einbeziehen. Entscheidende Impulse auf den gemeinsamen Wirtschaftsraum gingen aber auch von der Schweizer Stadtrepublik Bern als bedeutendstem Abnehmer des bayerischen Salzes aus, nicht zuletzt durch die Vermittlung technologischer Kompetenzen in der Salzerzeugung nach Bayern. Seit der Umbruchszeit um 1800 erprobte der bayerische Staat neue Formen der wirtschaftlichen Verbindung mit der Schweiz. Bis 1815 orientierte sich zudem die bayerische Territorialpolitik an den Bedürfnissen des staatlichen Salzhandels und strebte hartnäckig eine Landverbindung an den Bodensee an.
 

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Über den Autor (2013)

Martin Ott studierte in München, Edinburgh und Bonn. Seit seiner Promotion im Fach Bayerische Geschichte ist er am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München beschäftigt, von 2005 an auf einer Assistentenstelle. Für diese Habilitationsschrift wurde er 2012 mit dem Max-Spindler-Preis ausgezeichnet.

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