Jean Paul's sämmtliche Werke, Band 2

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Tétot, 1836 - 868 Seiten
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Seite 145 - Abgrund und rief: <Vater, wo bist du?> aber ich hörte nur den ewigen Sturm, den niemand regiert, und der schimmernde Regenbogen aus Wesen stand ohne eine Sonne, die ihn schuf, über dem Abgrunde und tropfte hinunter. Und als ich aufblickte zur unermeßlichen Welt nach dem göttlichen Auge, starrte sie mich mit einer leeren bodenlosen Augenhöhle an; und die Ewigkeit lag auf dem Chaos und zernagte es und wiederkäuete sich. — Schreiet fort, Mißtöne, zerschreiet die Schatten; denn Er ist nicht!
Seite 145 - Ich bin nur neben mir — O Vater! o Vater! wo ist deine unendliche Brust, daß ich an ihr ruhe? — Ach wenn jedes Ich sein eigner Vater und Schöpfer ist, warum kann es nicht auch sein eigner Würgengel sein?
Seite 144 - Ich ging durch die Welten, ich stieg in die Sonnen und flog mit den Milchstraßen durch die Wüsten des Himmels; aber es ist kein Gott. Ich stieg herab, so weit das Sein seine Schatten wirft, und schauete in den Abgrund und rief: <Vater, wo bist du...
Seite 103 - Siebenkäs mußte fleißig aufpassen, um ihre Hände oder Füße zu hören; aber es glückte ihm doch, und er vernahm das Meiste. Wenn man nicht schläft, so gibt man auf ein leises Geräusch mehr als auf ein großes acht: jetzt horchte ihr der Schriftsteller überall nach, und sein Ohr und seine Seele liefen, als Schrittzähler an sie angemacht, überall mit ihr herum - kurz, er mußte mitten in der Satire »der Edelmann mit seinem kalten Fieber...
Seite 145 - Und als ich niederfiel und ins leuchtende Weltgebäude blickte, sah ich die emporgehobenen Ringe der Riesenschlange der Ewigkeit, die sich um das Welten-All gelagert hatte - und die Ringe fielen nieder und sie umfaßte das All doppelt - dann wand sie sich tausendfach um die Natur - und quetschte die Welten aneinander - und drückte zermalmend den unendlichen Tempel zu einer Gottesacker-Kirche zusammen - und alles wurde eng, düster, bang - und ein unermeßlich ausgedehnter Glockenhammer sollte die...
Seite 322 - O mein guter Karlson! wie konnte deine schöne Seele eine zweite Welt, die schon hienieden in die physische vererzet ist, wie lichte Kristalle in Gletscher, auslassen, nämlich die in unserem Geiste glühende Sonnenwelt der Tugend, Wahrheit und Schönheit1, deren Goldader auf eine unbegreifliche Art den dunkeln schmutzigen Klumpen der Sinnenwelt glänzend durchwächset!
Seite 145 - Totenmeer, die Zukunft ist ein steigender Nebel, und die Gegenwart ist der fallende. - Erkennst du deine Erde?
Seite 144 - Arme verlängerten sich und löseten sich ab, und die Hände fielen gefaltet hinweg. Oben am Kirchengewölbe stand das Zifferblatt der Ewigkeit, auf dem keine Zahl erschien und das sein eigner Zeiger war; nur ein schwarzer Finger zeigte darauf, und die Toten wollten die Zeit darauf sehen. Jetzo sank eine hohe edle Gestalt mit einem unvergänglichen Schmerz aus der Höhe auf den Altar hernieder, und alle Toten riefen: „Christus! ist kein Gott?" Er antwortete: „Es ist keiner.
Seite 440 - Weihwasser, und ihr Parnaß ein Altar der Nemesis und ganz gebauet auf einen moralischen Sinai? — Inzwischen wird auch diese Zeit ihre Sonnenwende finden. Das Menschenherz verstäubt, aber nie sein Ziel.
Seite 144 - Augenlid auf, aber innen lag kein Auge, und in der schlagenden Brust war statt des Herzens eine Wunde. Er hob die Hände empor und faltete sie zu einem Gebete; aber die Arme verlängerten sich und löseten sich ab, und die Hände fielen gefaltet hinweg.

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