Dystopie Eurozone: Gruppendenken und Leugnung im großen Stil

Cover
Lola Books, 27.10.2017 - 656 Seiten

Dieses Buch beweist einmal mehr, dass es nicht um schnelle Urteile und Stellungnahmen geht, sondern um ein auf historische Zusammenhänge und ein bestimmtes theoretisches Verständnis gestütztes Wissen, aus dem die politische Kritik wie selbstverständlich folgt. Dass Bill Mitchell an den derzeit herrschenden wirtschaftspolitischen Verhältnissen in Europa kein gutes Haar lässt, mag man als Europäer bedauern, ist man intellektuell ehrlich, muss man ihm aber weitgehend zustimmen. Bill Mitchell leistet mit seinem Buch einen großartigen Beitrag dazu, in Europa die einseitige Diskussion und die einseitige Politik zu beenden. Ganz besonders wichtig ist aber die deutsche Ausgabe, weil hierzulande die Diskussion noch viel steriler verläuft als in den übrigen Ländern. Deutschland fühlt sich im Recht, weil es erfolgreich ist. Doch der Erfolg alleine ist sowohl in den zwischenmenschlichen Beziehungen als auch in den Beziehungen zwischen Nationen ein schlechter Indikator für vernünftiges Verhalten. Nur wer hinter die Kulissen schaut, die Vorgänge versteht und für dieses Verstehen einen angemessenen theoretischen Rahmen hat, sollte über Recht und Unrecht urteilen. Bill Mitchell verfügt über all diese Fähigkeiten, weswegen sein Buch hoffentlich bald zum Standardrepertoire des Faches gehört. Heiner Flassbeck

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Über den Autor (2017)

William "Bill" Mitchell (Australien, 1952) ist Professor für Ökonomie an der University of Newcastle in New South Wales. Er gilt als Begründer der Modern Monetary Theory und ist Direktor des Centre of Full Employment and Equity (CofFEE), einer Forschungseinrichtung an der Universität Newcastle, die sich für Vollbeschäftigung und gute ökonomische Lebensbedingungen für alle Menschen einsetzt.

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