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IV.

Der Feldzug

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kaiserlich - ostreichischen und der alliirten Armeen in den Niederlanden ^794.

Zweiter Abschnikk.

Zeitraum »om l4 bi« 3o. Ilpril »7Y4.

setzte Aufstellung der Alliirten bei Eröffnung der Feindseligkeiten. — WichtigkeitderUnternehmung «ufLandrecy. — Anfang der Operationen am >4. April.— Musterung der alliirten Armeen in der Ebene zwischen Forest und Montay am 16, April. — Aufstellung der Alliirten am 16. Abends. — Vertreibung des Feindes aus seinen befestigten Stellungen zwischen Guise und Landrecy, und Einschließung dieser Festung am n7. April. — Die Einschließung Landrecy'« wird am 18. und ig. vollendet. — Der Erbprinz vonOranieu erobert am 20. das verschanzte Lager vor der Festung. Eröffnung der ersten Parallele. Aufstellung der Belagerung« - und der Beobachtung«- Armee. Die Angriffe des Feindes am 21. April werden zurückgeschlagen.— Die Alliirten greifen am 22. des Feindes Stellungen bei Malgarnle, Beanrepaire, Vollerer, Solre le Ehateau u» s. w. an. Aufstellungen der Alliirten um Land«, cy, on diesem Tage. — Lage des alliirten Korps bei Denaing. Der Feind versucht es am 23., dieses Korps von der Hauptmacht bei Landrecy zu trennen Glänzendes Gefecht de« F. M. L» Otto am 24, A?ril bei Nillers en üauchie. — Fortgang der Belagerungsarbiiten bei Landreey. — Schlacht bei Cateau und Eatillon «m 2«. April. — Übergabe Landrecy's am 3n. April.

H)en Abänderungen gemäß, welche das Verhältniß der wirklich vorhandenen Streitkräfte der Alliirten zu jenen des Feindes in dem früheren Operationsplane nöthig gemacht hatte ^ wurden in der zweiten Hälfte des Mürzmoncsds die sämmtlichen Truppen in jene Stellungen gezogen, aus welchen sie unmittelbar gegen den Feind zu wirken bestimmt waren. Die ganze alliirte Macht theilte sich fürs Erste in fünf Korps, welche ihre Linien bloß verrheidigen, und in drei Armeen, welche angriffsweise vorgehen sollten.

Das erste defensive Korps stand in W e stfsandern unter den Befehlen des k. k. Feldzeugmeisters Graf Clerfait. Es zählte 42 Bataillons, 32 Eskadrons, in einer Stärke von 28,oun Mann und 35oo Pferden, zur Hälfte Ostreicher, zur Halfte Hannoveraner und andere Truppen. — Dieses Korps hatte Nieuport mit 4 Bat. 2 Esk., Vpern mit 6 Bat. 4 Esk., Menin mit 4 Bat. 2 Esk., eine Stellung bei Moescroen mit 4 Bat. 2 Esk., Orchies und Marchiennes mit 3 Bat. 3 Esk. zu besetzen. — Mit der Haupttruppe von 19 Bat. ig Esk. sollte der F. Z. M. Graf Clerfait eine Stellung bei Marauain vor Tournay beziehen. Zur Versicherung der Stadt und des Hafens von Ostende wurden einige Bataillons von der erwarteten englischen Armee des Generalen Mona und einige englische Kriegsschiffe angetragen.

Die Strecke von Nieuport bis Marchienncs ist von so bedeutender Länge, daß die vorhandenen TrupPen keineswegs hingereicht hätten, um einen Kordon lüngs dieser Linie aufzustellen. Es schien viel zweckmäßiger nur die angeführten festen Punkte zu besetzen.— Kleinere Unternehmungen, welche der Feind gegen Westflandern versuchen konnte, wurden durch dieselben gebrochen, und dann von der bei Tournay versammelten Hauvttruppe, deren großter Theil m steter Bereitschaft seyn mußte , leicht zurückgewiesen. Wollte der Feind ein großes Vorhaben in jenen Gegenden ausführen, so lag es im Plane, daß die Hauprarmeeden bedrohten Punkten schnelle Hülfe senden sollte. Wenn hingegen die Gewißheit erlangt würde, daß für West, fiandern gar keine Gefahr eines feindlichen Angriffs vorhanden, was aus einer bedeutenden Verminderung der gegenüber stehenden feindlichen Truppen leicht abzunehmen gewesen wäre, so hätte auch der Feldzeugmeister einen Theil seiner im Lager bei Tournay für diesen Fall überflüssigen Truppen der Hauptarmee nach Bedarf zur Unterstützung senden sollen.

Ein zweites Korps, von 2 Kompagnien leichter Infanterie, 4 Bataillons,<, Eskadrons (3700 Mann), stand bei la Laine d'or auf der von St. Amand nach Orchies führenden Straße. — Dieses Korps sollte die Verbindung des F. Z. M. Clerfaic mit der Hauptarmee über St. Amond decken, und den Posten Orchles undMarchienneszur Unterstützung dienen. »Bataillon desselben stand in den Verschanzungen bei Wallers , und die 4 Eskadrons und 2 leichten Kompagnien sicherten die Verbindung mit dem dritten Korps bei Denaing. Wenn dieses dritte Korps sich gegen Valenciennes zu» rückziehen müßte, hatten die drei noch übrigen Bataillons des zweiten von la Laine d'or über die Skarpe zu Hst'!n!lit.3«iischrift.l«l»,II. 3

setzen, 2 derselben den Posten von Wallers zu verstärken , und i die Abtei Hasnon zu besetzen. Diese Punkte sollten so lange vertheidiget werden, bis das dritte Korps, durch von der Hauptarmee angelangte Truppen unterstützt, wieder vorrücken könnte.

Das dritte Korps stand bei Den aing. Es war 65oo Mann stark, und aus 2 Kompagnien Gränzscharfschützen, 2 Bataillons 2 Eskadrons Kaiserlichen,

5 Bataillons 8 Eskadrons Hessen zusammengesetzt. Der hessische General von Wurmb sollte mit demselben das linke Ufer der Scheide vom Feinde rein halten, und jenseits dieses Flusses zwischen der Selle und dem Escaillonbach sich in Verbindung mit einem Korps setzen, welches der Herzog von York über seinem rechten Flügel, bei Solesmes oder Haspres, ausstellen würde. Für den Fall eines Rückzuges ging dieses Korps auf die Anhöhen von Herin, und nüthigen Falls bis auf Va» lenciennes.

Nun folgten in der Aufstellung zur Offensive bestimmt:'

Die Armee des Herzogs von York, welche slch aus 24 Bataillons (»2kaiserl., 12 englischen u. a.) und 48 Eskatrons (12 kaiserl. und 36 englischen u. a.), in einer Stärke von 20,000 Mann, 36oo Pferden, bei Valenciennes zusammen zog.

Die kaiserliche Hauptarmee, deren 26 leichte Kompagnien, ^Bataillons, 56Eskadrons3^,ooo Mann, 8900 Pferde ausmachten, und sich bis gegen Bavay erstreckten.

Die Armee des Erbprinzen von Oranien,

6 kaiserliche leichte Kompagnien , 27 Bataillons (9 kaiserlich« , 18 hollandische), 18 Eskadrons (8 kaiserliche, ,0 holländische), 1g,000 Mann stark, hatte sich bei Ba< vay auf dem linken Flügel der k. k. Hauptarmee in engen Kanüonirungen zu versammeln, und zu den offensiven Operationen nach Umstanden als Belagerung«» oder Observationsarmee mitzuwirken. 4 der oben schon mitgerechneten k. k. Bataillons machten bisher noch einen Theil der Besatzungen von Valenciennes und l« Quesnoy aus.

Links an dieses Korps stieß die defensive Armee des k> k. F. I. M. GrafKaunitz. Sie bestand aus 2i, kais. leichten Kompagnien, 34 Bataillons (»6 kaiserlichen ,8 holländischen), 3g Eskadrons (25 kaiserl. »4 hollän» dischen). Ihr ausrückender Stand belief sich auf 27,000 Mann. Ihre Vertheidigungslini« erstreckte sich von Rochefyrt bis Bettignies, und zwar unterhielten 5ooo Mann zu Rochefort und Dinant die Verbindung mit dem Korps bei Arlon. Dann standen zu Florennes 2000, Possus 2000, Beaumont 5ooo, Erquelinne 2o0o, und im verschanzten Lager bei Bettignies, gegenüber von Maubeuge, die Haupttruppe von 10,000 Mann, welche noch einige Posten aufwärts an der Sambre zu besetzen hatte. Außer dem lagen von den Truppen dieses Korps noch 2 Bataillons in Namur, 2 in Charteret in Besatzung. — Die von dieser Armee auf dem rechten Ufer der Maas aufgestellten Truppen hatten, wenn es nothig wurde, ihren Rückzug nach der zu verschanzen

. den Stellung von Andoy zu nehmen, in welcher sie Namur deckten. Die auf dem linken Ufer der Maas bis

^Florennes stehenden Posten halten sich dann gegen die Citadelle von Namur zu ziehen, und sich nöthigenfalls in dieselbe zu werfen. — Der Posten von Bossus deckte in einer verschanzten Stellung die von Philipp«»

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