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präjubiciren. Diese Waffenstillstandsbedingungen, mit denen man in Deutschland im Allgemeinen sehr unzufrieden war, wurden von der deutschen Reichsversammlung am 16. September 1848 mit 258 gegen 237 Stimmen angenommen. Die demokratische Partei gerieth über diesen Beschluß in solche Aufregung, daß sie am 18. September 1848 in Frankfurt einen Aufstand gegen das deutsche Parlament in's Werk feßte, welcher die Ermordung des preußischen Generals v. Auerswald und des Fürsten Lichnowski zur traurigen Folge hatte.

Die Friedensverhandlungen hatten während dieses fiebenmonat: lichen Waffenstilstandes keinen Fortgang; die Dänen, von Rußland angeregt, steigerten ihre Bedingungen; am 1. April 1849 kündigten sie den Waffenstillstand und rückten sofort mit 36,000 Mann über die jütländische Grenze in Schleswig ein. Das deutsche Bundesheer in den Herzogthümern unter dem Befehle des preußischen Generals v. Prittwiß (Preußen, Bayern, Württemberger, Hannoveraner, Bas dener, Thüringer) war auf 45,000 Mann gebracht mit 156 Geschüßen. Am 3. April 1819 eröffneten die Dänen die Feindseligkeiten gegen die deutschen Reichstruppen durch einen Angriff von der Insel Aljen aus auf die in der Gegend von Gravenstein aufgestellten deutschen Vor: posten. Am 5. April begannen bas dänische Linienschiff Christian VIII, von 84 Kanonen, die Fregatte Gefion von 46 Ranonen und der Dampfer Skirner von 10 Ranonen in der Bucht von Edernförde die beiden schleswig-Holsteinischen Strandbatterien zu beschießen, von denen jede nur mit 4 Kanonen beseßt war. Es kommandirte in dieser Gegend der Herzog Ernst von Sachsen-Gotha. Der Artilleriekampf begann morgens acht Uhr; eine in der Nähe befindliche nassauische Feldbatterie von 4 Kanonen kam ben Strandbatterien zu Hülfe und schoß so glücklich, daß sie gleich anfangs den dänischen Dampfer durch Zerstörung des einen seiner Radkästen tanıpfunfähig machte. Der Tag lieferte für die 12 in Thätigkeit befindlichen deutschen Kanonen gegen die große feindliche Uebermacht ein sehr glänzendes Resultat. Der Gefion wurde das Steuerruder entzwei geschossen; sie konnte sich nicht mehr vom Plaß bewegen und mußte sich, von den glühenden Kugeln arg zugerichtet, ergeben; das Linienschiff Christian gerieth Mittags 1 Uhr auf den Grund, von dem es sich nicht mehr frei machen konnte, wurde gleichfalls mit glühenden Rugeln beschossen und flog Abends sieben Uhr in die Luft. Die Deutschen machten die ganze Bemannung der Schiffe Christian und Gefion, 1023 Mann, darunter die beiden Rapitäne, zu Gefangenen; die übrigen 277 Dänen waren im Kampfe und beim Auffliegen des Liniensdifjes umgekommen. Ein anderes für die Deutschen günstiges Gefecht fiel am 13. April 1849 bei Düppel vor; 5000 Bapern und 6000 Sachsen mit 30 Geschüßen warfen die Dänen von den Düppeler Höhen; den Brüdenkopf, welcher die Schiffbrüđe nach der Insel Aljen schüßte, konnten sie jedoch nicht nehmen, da die Dänen denselben mit überlegener Artillerie besetzt hatten und die Ranonenboote vom Ufer aus ein sehr wirkjames Feuer gegen die Angreifenden unterhielten. Die schleswig-holsteinische Armee unter General Bonin war am 20. April 1849 über die jütländische Grenze gegangen und wurde am 23. April in ihrer Stellung bei der Stadt Rolding von den Dänen unter General Bülow, welche noch von den Geschüßen einer im Hafen liegenden dänischen Corvette und zweier Kanonenboote unterstüßt wurden, mit Uebermacht angegriffen. Wiewohl die Dänen um ungefähr 6000 Mann stärker waren, als die SchleswigHolsteiner, mußten sie doch auf allen Punkten weichen und wurden bis gegen Veile verfolgt; die Stadt Rolding brannte nieder, der dänische Agitator Orla Lehmann wurde gefangen. Nach diejem Siege machte sich die ichleswig-holsteinische Armee an die Belagerung der jütländischen Festung Fridericia. Einige Abtheilungen Bundestruppen waren zwar nach Fütland nachgerückt; aber es war der preußischen Regierung kein Ernst mit der Kriegführung; die fremden Kabinete, die unter der revolutionären Bewegung in Deutsdland die Macht Preußens in bedenklicher Weise wachsen sahen, übten einen Druck auf das preußische Kabinet; auch England verlangte jeßt die Einverleibung Schleswigs in Dänemark; und baneben schien es, daß der König Friedrich Wilhelm IV. selbst der schleswig-Holsteinischen Bewegung mehr und mehr ungünstig geworden war, da er sie, als gegen den Landesregenten gerichtet, für revolutionär anjah. In Deutschland ohnehin gingen die Dinge eilends rüdwärts; der König hatte die preußischen Abgeordneten am 14. Mai 1849 vom deutschen Parlament abgerufen. Am 18. Mai 1849 machte eine preußische Depesche dem Reichsverweser bekannt, daß Preußen von nun an die Kriegführung und die Verhandlungen mit Dänemark selbständig an sich nehmen werde, da die Reichsgewalt in diesem Augenblick kein Gewicht mehr weder in die Schale des Friedens noch in die des Krieges legen könne. Am 26. Mai 1849 schloß Preußen mit Hannover und Sachsen das Dreikönigs bündniß, am 30. Mai löste sich das Frankfurter Parlament auf, am 18. Juni 1849 auch das Rumpfparlament in Stuttgart. Unter diesen Verhältnissen hatte weber der Wunsch der Nation noch der Wille der deutschen Mittelstaaten irgend Gewicht mehr. Es war unter den Bundestruppen nur eine Stimme, daß man sie mit Absicht an Erfolgen verhindere. Während die Schleswig-Holsteiner unter General v. Vonin seit dem 7. Mai 1849 ziemlich unthätig vor der Festung Fridericia lagen und der Krieg auf Seite der Bundestruppen völlig ruhte, benüßten die Dänen diese Zeit, um im Stillen von der See her ihre Truppen in der Festung ansehnlich zu verstärken, bradjen in der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 25,000 Mann stark unter General v. Bülow gegen die Belagerer, die nur 11,000 Mann zählten, aus der Festung hervor und brachten ihnen eine ansehnliche Niederlage bei. Die Schleswig-Holsteiner verloren 28 Ranonen, 1500 Gefangene und hatten 2800 Todte und Verwundete. Auf Seite der Dänen zählte man 1300 Todte und Verwundete, unter ersteren war der dänische General Nye.

Preußen schloß wenige Tage nach dieser Niederlage der schleswigholsteinischen Armee Waffenstillstand mit Dänemark (10. Juli 1849) unter Bedingungen, welche der Sache der Herzogthümer durchaus keine günstige Entsdheidung in Aussicht stellten. Die schleswig-Holsteinischen und preußischen Truppen sollten binnen 25 Tagen das Herzogthum Schleswig räumen, leßteres sollte von Holstein vollständig getrennt wer: ben und später eine eigene Verfassung erhalten, inzwischen aber von einem dänischen (v. Tillisd), preußischen (Graf Eulenburg) und englisden Commisjär (Oberst Hodges) regiert werden. Zur Aufrechthaltung der neuen Negierung waren für den nördlichen Theil des Herzogthums Schleswig schwedische, für den südlichen preußische Garnisonen bestimmt. Die schles wig-holsteinische Landesvertretung und Statthalterschaft erklärten, sie nähmen diesen Waffenstilstand nicht an und bewilligten 4 Millionen Thaler zur Vermehrung der schleswig-Holsteinischen Armec. Dagegen wurde ihnen vom preußischen Ministerium bemerklich gemacht, daß Preußen seine Offiziere aus der Armee ber Herzogthümer abrufen werde, wenn dieselbe Schleswig nicht räume. Nun zog sich diese Armee nady Holstein zurüc, die schleswigholsteinische Statthalterschaft verlegte ihren Siß von Schleswig nach Riel, erklärte sich aber am 25. August 1849, an demselben Tage, wo in Flensburg die neuen Coinmisjäre eingelegt wurden, für die in den Herzogthümern allein berechtigte Regierung, wogegen die neue schles: wigische Regierung am 17. Sept. 1849 die Geltung des neuen am 15. September 1848 cingeführten Staatsgrundgeseßes für die Herzogthümer und verschiedene inzwischen eingeführte Gefeße aufhob und gegen renitente Beamte mit Gewaltmaßregeln vorging. Der preußische Commisjär Graf Eulenburg ließ in dieser Beziehung den dänischen v. Tillid ungehindert gewähren; bis zur Mitte des Jahres 1850 waren bereits 150 schleswigische Beamte, darunter 35 Geistliche, aus dem Lande getrieben. Am 17. Januar 1850 wurden in Berlin birecte Friedens verhandlungen zwischen Preußen und Dänemark eröffnet. Preußen, damals mit Süddeutschland uneinig und in der Bildung der deutschen Union begriffen, für welche auf den 20. März 1850 ein Reichstag nach Erfurt ausgeschrieben wurde, war voraussichtlich wenig geneigt, sich zu Gunsten der Herzogthümer in ernste Händel mit Dänemark und den Großmächten zu verwiđeln; e8 suchte auf dieser Seite Frieden und jūloß denselben am 2. Juli 1850 zugleich im Namen des deutschen Bundes unter Bedingungen ab, welche Saleswig dem König von Dänemark völlig überließen und ihn bezüglich der Differenzen mit Holstein auf die Entscheidung des deutschen Bundes verwiesen; der Frieden seşte beibe streitenden Mächte wieder in das Verhältniß wie vor dem Kriege. Die Sóleswig-Holsteiner erkannten auch diesen Frieden nicht an, sie brachten ihre Armee auf ungefähr 30,000 Mann mit 72 Geschüßen, seşten berselben, da General v. Bonin von dem König von Preußen abberufen worden war, den General v. W illisen vor, der deßhalb seine Stellung in der preußischen Armee aufgegeben hatte, und versuchten noch einmal die Entscheidung durch die Waffen. Bei jostedt kam es am 24. und 25. Juli 1850 zu einer blutigen Schlacht; 26,000 Schleswig-Holsteiner unter Willisen standen 40,000 Dänen unter General Krogh gegenüber; die Schles: wig-Holsteiner mußten der Uebermacht weichen; fast der zehnte Mann war auf beiden Seiten tobt oder verwundet; die Dänen hatten ungefähr 3800, die Schleswig-Holsteiner 2800 Verwundete und Todte. Ohne verfolgt zu werden, zog sich Willisen auf Rendsburg zurüđ. Er wollte vor der Hand keine zweite Schlacht mehr wagen. Dieser Verlust, verbunden mit der Erfahrung, daß Preußen auf seine Machtstellung, welche ihm die deutsche Bewegung angewiesen, mehr und mehr verzichte, veranlaßte die londoner Conferenz (England, Frankreich, Rußland und Schweden) am 2. August 1850 zu der Erklärung, daß der Besigstand der jeßt unter Sr. Majestät des Königs von Dänemark Herrschaft vereinigten Lande in seiner Integrität aufrecht erhalten werden müsse." Diesem Protokolle trat Desterreich am 23. August 1850 bei.

In Deutschland war um diese Zeit die nationale Bewegung völlig unterdrüđt. Die deutsche Frage 'war auf einem Punct angekommen, wo es sich nur noch um die Rivalität der Häuser Habsburg und Hohenzollern bezüglich der Hegemonie in Deutschland handelte. Preußen hatte mit den Nordstaaten die deutsche Union gegründet, Dester: reich mit den Südstaaten verlangte Aufgeben derselben und Rückehr zum deutschen Bunde. Das arme Kurhessen war zum Kriegsschauplatz bestimmt; am 24. Oktober 1850 war ein preußisches Armeecorps unter General von der Gröben in diesem Lande eingerückt, am 1. November 1850 eine bayrisch-österreichische Armee unter General Fürsten Taris. Bei Bronzell standen sich am 8. November beide Heere gegenüber; aber statt der erwarteten Schlacht wurden nur ein Paar Schüsse gewedhselt; die Preußen erhielten Befehl zum Rüđzug; der König hatte bereits nachgegeben und in die Auflösung der Union gewilligt. Am 29. November 1850 wurde zwischen dem preußischen Minister v. Man: teuffel, dem österreichischen Minister Fürsten Schwarzenberg und dem russischen Gesandten b. Mey endorf zu Dlmüß die vielgenannte Conferenz abgehalten, auf welcher das preußische Rabinet, um Dester: reich zufrieden zu stellen, seine ganze bisherige Politik preisgab, indem es sowohl auf die Union als auf eine fernere Vertretung SchleswigHolsteins verzichtete. Bezüglich der Herzogthümer wurde festgeseßt, daß die schleswig-Holsteinische Armee sich hinter die Eider zurückziehe und auf ein Drittheil vermindert werde, daß auch die Dänen im Her: zogthum Schleswig nur so viele Truppen behalten sollten, als zur Aufrechthaltung der Ruhe nöthig seien; im Uebrigen sollten Desterreich und Preußen je einen Commissär in die Herzogthümer schiđen, um die bor: tigen Verhältnisse zu ordnen. Auf diese Beschlüsse hin nahm der General Willisen als Befehlshaber der schleswig-Holsteinischen Armee am 9. Dezember 1850 seine Entlassung. General von der Horst trat an seine Stelle und hätte gerne schnell einen Schlag gegen die Dänen ausgeführt, um den olmüßer Beschlüssen zu begegnen; unaufhörlicher Regen verhinderte aber jete Unternehmung. Am 6. Januar 1851 trafen die österreichisch-preußischen Commisjäre v. T hümen und . Menßborf in Riel ein und drangen auf Ausführung der Bestimmungen der olmüßer Conferenz; im Weigerungsfalle wurde mit dem Einrücken einer österreichischpreußisden Erecutionsarmee von 50,000 Mann ge: droht; bis zum 11. Januar 1851 sollte sich die Statthalterschaft ent: scheiden; am 10. Januar seşten sich auch bereits die österreichischen Truppen, welche in Kurhessen standen, nach den Elbherzogthümern in Marsch. Die Statthalterschaft legte das Verlangen der beiden deutschen Großmächte der schleswig-holsteinischen Landesversammlung vor; leştere erklärte am 11. Januar 1851 nach heftigen Debatten, daß sie sich den Punctationen ber olmüşer Conferenz fügen wolle. Jeßt legten die beiden Statthalter Graf Reventlow und Bejeler und der General von der Horst ihre Stellen nieder; die Landesversammlung ging auseinander; das schleswig-Holsteinische Heer wurde aufgelöst und ein neues Corps von 3500 Mann gebildet, dem der General Bardens fleth vorgeseßt wurde. In Holstein wurde das Grundgeseß vom 15. September 1848 aufgehoben und im Namen des Königs von Dä: nemark und des deutschen Bundes eine neue Regierung unter dem Vorfit des Barons Blome eingeseßt. Schleswig wurde dem dänischen Regierungscommissär v. Tillisch völlig überlassen. Um der Herstellung der Ruhe förderlich zu sein, erließ der König Friedrich von Dänemark am 10. Mai 1851 eine Amnestie für Schleswig ; von derselben waren jedoch die Herzoge von Augustenburg mit ihren Familien, der Statthalter Beseler, die Mitglieder der aufgelösten schleswig-Holsteinischen Regierung und des Obergerichts sowie eine große Zahl anderer Beamten

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