Tödliche Medizin im Nationalsozialismus: von der Rassenhygiene zum Massenmord

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Klaus-Dietmar Henke
Böhlau, 2008 - 342 Seiten
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Seit dem 19. Jahrhundert existierte, begünstigt durch medizinisch-naturwissenschaftliche Fortschritte und rassenideologische Weltanschauungen, eine internationale Debatte darüber, wie die angebliche Verschlechterung des menschlichen Erbgutes generell und speziell der Niedergang der 'weißen Rasse' aufzuhalten seien. Doch erst die Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur schuf die politischen Voraussetzungen dafür, um die Theorien der 'Erbgesundheitslehre' und der 'Rassenhygiene' zur Staatsdoktrin zu erheben. Bei einer beträchtlichen Anzahl von Ärzten und Wissenschaftlern stieß die menschenverachtende Gesundheitspolitik der Nazis auf breite Zustimmung, so dass deren Umsetzung rasch vorangetrieben werden konnte. Sie fand nach der Zwangssterilisation und Ermordung 'Minderwertiger' oder Kranker ihren Höhepunkt in der Vernichtung von sechs Millionen europäischer Juden. Viele der beteiligten Ärzte konnten nach dem Krieg unbeschadet ihre berufliche Karriere weiter verfolgen. Im vorliegenden Band wird die Dynamik dieser verhängnisvollen Entwicklung von international anerkannten Experten umfassend analysiert und allgemein verständlich dargelegt. Die Beiträge widmen sich den politischen, gesellschaftlichen und psychologischen Handlungskontexten dieser Verbrechen ebenso wie den ethischen und juristischen Konsequenzen, die nach 1945 aus dieser 'tödlichen Medizin' gezogen wurden.

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