Von Léonin zu Pérotin: der musikalische Paradigmenwechel in Paris um 1210

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Peter Lang, 2007 - 504 Seiten
Dieser Band eröffnet eine völlig neue Sicht auf die so genannte Notre-Dame-Musik und ihre ersten Auswirkungen und somit auf die eigentlichen Grundlagen der komponierten abendländischen Musik. Der Ausgangspunkt dieser Studie ist die klassische, etwa ein Jahrhundert alte Darstellung von Friedrich Ludwig, die im Wesentlichen noch die heutigen Vorstellungen prägt. Die Persönlichkeiten Leoninus und Perotinus werden zwar nach wie vor als zentral angesehen, jedoch nicht mehr bedingungslos dem 12. Jahrhundert zugeordnet, sondern aufgrund neuester biographischer Anhaltspunkte und Erkenntnisse stärker von einander abgesetzt. Sie werden als Repräsentanten deutlich unterschiedlicher Entwicklungsstadien der Mehrstimmigkeit verstanden: des hochmelismatischen und noch stark von Improvisationspraktiken geprägten zweistimmigen Organums einerseits und des bis zur Vierstimmigkeit fortschreitenden neuen Discantussatzes andererseits. Dazwischen liegt einer der wesentlichsten Paradigmenwechsel der abendländischen Musik überhaupt: Das neue Konzept des so genannt modalen Rhythmus, der bis heute die Grundlage der westlichen Betonungs- und Längenverhältnisse bildet. Einerseits werden dafür neue Notierungsformen geschaffen, andererseits werden erst auf dieser Basis mehr als nur zweistimmige Kompositionen möglich.
 

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Inhalt

Abkürzungen
8
Mythos Notre Dame
37
Problemkreis Organum purum
93
Modalrhythmik
137
5
235
Urheberrecht

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Häufige Begriffe und Wortgruppen

Über den Autor (2007)

Der Autor: Rudolf Flotzinger, geboren 1939, studierte Musikwissenschaft an der Universität Wien; Promotion 1964, Habilitation 1969. 1971-99 o. Professor an der Karl-Franzens-Universität Graz, Mitglied mehrerer Akademien der Wissenschaften.

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