Sammlung der vorzüglichsten Werke deutscher Dichter und Prosaisten, Bände 2-3

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F.A. Schrämbl, 1792
 

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Beliebte Passagen

Seite 17 - O Mutter, Mutter! hin ist hin! Nun fahre Welt und alles hin ! Bei Gott ist kein Erbarmen. O weh, o weh mir Armen!" „Hilf Gott, hilf! Sieh uns gnädig an! Kind, bet ein Vaterunser! Was Gott tut, das ist wohlgetan. Gott, Gott erbarmt sich unser!
Seite 69 - Wiesental begrub ein See; des Landes Heerstrom wuchs und schwoll; hoch rollten die Wogen entlang ihr Gleis und rollten gewaltige Felsen Eis. Auf Pfeilern und auf Bogen schwer, aus Quaderstein von unten auf, lag eine Brücke drüber her, und mitten stand ein Häuschen drauf. Hier wohnte der Zöllner mit Weib und Kind. »O Zöllner! o Zöllner! entfleuch geschwind!« Es dröhnt und dröhnte dumpf heran, laut heulten Sturm und Wog ums Haus. Der Zöllner sprang zum Dach hinan und blickt in den Tumult...
Seite 18 - Lisch aus, mein Licht, auf ewig aus! Stirb hin, stirb hin in Nacht und Graus! Ohn ihn mag ich auf Erden, mag dort nicht selig werden.
Seite 20 - Galopp, Daß Roß und Reiter schnoben, Und Kies und Funken stoben. Wie flog, was rund der Mond beschien, Wie flog es in die Ferne! Wie flogen oben über hin Der Himmel und die Sterne! „Graut Liebchen auch? — Der Mond scheint hell! Hurra! die Toten reiten schnell! Graut Liebchen auch vor Toten?
Seite 20 - Rapp"! Rapp'! Mich dünkt der Hahn schon ruft. — Bald wird der Sand verrinnen — Rapp'! Rapp'! Ich wittre Morgenluft — Rapp'! Tummle dich von hinnen! — Vollbracht, vollbracht ist unser Lauf! Das Hochzeitbette tut sich auf! Die Toten reiten schnelle! Wir sind, wir sind zur Stelle.
Seite 129 - Im Garten des Pfarrers von Taubenhain Geht's irre bei Nacht in der Laube. Da flüstert und stöhnt's so ängstiglich; Da rasselt, da flattert und sträubet es sich, Wie gegen den Falken die Taube. Es schleicht ein Flämmchen am Unkenteich, Das flimmert und flammert so traurig. Da ist ein Plätzchen, da wächst kein Gras; Das wird vom Tau und vom Regen nicht naß; Da wehen die Lüftchen so schaurig.
Seite 18 - O Mutter, Mutter! Hin ist hin! Verloren ist verloren ! Der Tod, der Tod ist mein Gewinn! O wär' ich nie geboren! Lisch aus, mein Licht, auf ewig aus! Stirb hin, stirb hin in Nacht und Graus ! Bei Gott ist kein Erbarmen. O weh, o weh mir Armen!
Seite 19 - Sieh da! sieh da! Am Hochgericht Tanzt' um des Rades Spindel, Halb sichtbarlich bei Mondenlicht, Ein luftiges Gesindel. „Sasa! Gesindel, hier! Komm hier! Gesindel, komm und folge mir! Tanz uns den Hochzeitreigen, Wann wir zu Bette steigen!
Seite 72 - mein wackrer Freund, Hier ist dein Preis ! Komm her, nimm hin !" Sag' an, war das nicht brav gemeint? — Bei Gott ! der Graf trug hohen Sinn. — Doch höher und himmlischer wahrlich ! schlug Das Herz, das der Bauer im Kittel trug. „Mein Leben ist für Gold nicht feil. Arm bin ich zwar, doch ess' ich satt. Dem Zöllner werd' eu'r Gold zu Theil, Der Hab und Gut verloren hat!
Seite 21 - Ha sieh! Ha sieh! Im Augenblick, huhu! ein gräßlich Wunder! Des Reiters Koller, Stück für Stück, fiel ab wie mürber Zunder. Zum Schädel ohne Zopf und Schopf, zum nackten Schädel ward sein Kopf, sein Körper zum Gerippe mit Stundenglas und Hippe. Hoch bäumte sich, wild schnob der Rapp und sprühte Feuerfunken; und hui!

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