Die zwei Recensionen und die Handschriftenfamilien der Weltchronik Rudolfs von Ems: mit Auszügen aus den noch ungedruckten Theilen beider Bearbeitungen

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Marburg, 1839 - 80 Seiten
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Seite 34 - Vincentius nicht vorkommen, Rudolf aber sich ausdrücklich auf „die schrift" aus welcher er schöpfte, beruft, auch einzelne punkte vorbringt, zb die insel Perdita, welche Vincentius gar nicht hat, andere abweichungen nicht einmal gerechnet, wie zb dass Vincentius die vögel mit leuchtendem gefieder nach Plin. HN X, 67. Solinus c. 32 als in Deutschland (auf dem Saltus Hercynius) befindlich erwähnt, Rudolf sie nach Hyrkanien in Asien bringt.
Seite 34 - Comestor na citiert. Doch kann auch, genauer betrachtet, die gemeinschaftlichkeit des inhaltes nur auf die gleiche Ordnung der geographischen enumeration bezogen werden, da alle die, zum teil schon bei Isidor erscheinenden fabeln, welche Rudolf hat, bei Vincentius nicht vorkommen, Rudolf aber sich ausdrücklich auf „die schrift...
Seite 33 - ... übereinstimmenden reime und Wendungen, die ganz gleiche spräche, die genaue Verbindung, in welche Rudolf diesen abschnitt mit dem hauptgedanken seines Werkes sezt, endlich auch den äusseren umstand erwägt, dass, soviel bekant, in allen handschriften der echten Chronik diese erdbeschreibung vorkomt, so muss man den gedanken an den fremden Ursprung derselben aufgeben , und lieber annehmen , dass Rudolf und Vincentius aus einer und derselben quelle geschöpft haben. — Auffallend bleibt es...
Seite 11 - Bedürfniss, eine vollständige Bibelbearbeitung zu besitzen, wie diese die jüngere Recension eben nicht darbot; an den Schluss des jüngeren Reimwerkes wurde also die ältere Recension von da ab wo die jüngere zu Ende gieng, dh wenigstens von den Büchern der Könige, meistens schon von dem l — 2 Capitel des Buchs der Richter1, angerückt.
Seite 8 - Wollen wir also, mit Unrecht, dem echten Rudolfischen Reimwerke auch allen und jeden poetischen Werth absprechen, es wird immer eine achtungswerthe Stelle in der Geschichte der Historiographie, eine sehr bedeutende in der Geschichte der deutschen Theologie einnehmen".
Seite 12 - Klasse derer, welche die Überarbeitung des jüngeren Werkes mit mehr oder minder häufigen EinSchiebungen aus Enikels Chronik und die Fortführung der Geschichte durch den neuen Bund von der Hand Heinrichs von München darbieten.
Seite 9 - Christherre-Chronik" s. de Boor: Geschichte der deutschen Literatur. Bd. III/1, S. 189. 39 "Auf die Beurtheilung des Werthes der Rudolfischen Chronik hat das strenge Auseinanderhalten der beiden Bearbeitungen, als die erste an jeden künftigen Literarhistoriker zu stellende Forderung, nicht geringen Einfluss; namentlich ist das schon erwähnte Urtheil von Gervinus dem Anscheine nach bloss aus der Kenntniss des Prologs der Pseudorudolfischen Chronik geschöpft." (Vilmar, S. 8 f.) Vgl . oben S . 8....
Seite 33 - Wenn man dagegen die mit der übrigen Chronik genau übereinstimmenden Reime und Wendungen, die ganz gleiche Sprache, die genaue Verbindung, in welche Rudolf diesen Abschnitt mit dem Hauptgedanken seines Werkes...
Seite 10 - Es sind vielmehr zwei ganz verschiedene Bearbeitungen auf uns gekommen, deren Abweichungen sich nicht bloss auf den Prolog, sondern auf die fünf Bücher Mosis, das Buch Josua und wenigstens einen Theil des Buches der Richter erstrecken. Die vier Bücher der Könige sind nur in einer Recension vorhanden. Die ältere Recension, die unzweifelhaft Rudolf von Ems, dem Dichter der Alexandreis, des Barlaam, des Wilhelm von Orlenz, des guten Gerhard, des St.
Seite 29 - Bearbeitung. Zusätze aus Enikels wunderlicher Reimhistorie und Legenden mancher Art gaben der noch immer zu einfachen. Chronik erst die rechte Farbe und Füllung, und zugleich wurde der abgerissene Faden zwar nach Rudolfs Plane aber nicht nach seinem Sinne bis in den neuen Bund durch Abschreiben aus allen möglichen Kunst- und Volksepen fortgesponnen. Dieser zeitgemässe Fortsetzer war Heinrich von München, dessen Arbeit den Namen verdient, welchen Massmann den Handschriften derselben gegeben hat:...

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