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Leben viele und zuverlässige Ausschlüsse zu geben, nach wiederHollen Anläusen zu größeren Arbeiten in dieser Richtung, sich schließlich aus die Erklärung zurückgezogen, daß eine Diogrofic Schubert'» ein geradezu unaussührbares unternehmen sei, weil sich dieser Tondichter, dessen äußere Existenz so ganz von alle dem losgelöst war, was geistig in ihm lebte und webte, nur aus seinen musikalischen Inspirationen darstellen und begreisen lasse*). Es liegt in der Lhat ein Körnchen Wahrheit in dieser Behauptung; — Hede Biograsie Schubert'» wird wegen des Mangels an innigen Wechselbeziehungen zwischen innerem und äußerem Leben mehr oder weniger das Gepräge des Skizzenhasten an sich tragen, und die AusZählung und Würdigung seiner künstlerischen Leistungen immerdar einen unnerhällnißmäßig großen Raum in Anspruch nehmen. Dennoch konnte mich diese Ansicht, da sie eben zu viel behauptet, in keiner Weise abhalten, den verpönten Versuch abermals mit verstärkter Kraft zu wagen und die Lösung der mir gestellten Ausgabe nach Lhunlichkeit anzustreben. Es ist meine aus Ersahrung gestützte Aeberzeugung, daß in nicht serner Zeit bei dem allmäligen Heimgange der noch lebenden Zeugen von Schuberts äußerer Existenz eine Biograsie dieses Tondichters schlechterdings zu den Unmöglichkeiten gehören wird, und daß sürder, ungeachtet so mancher unvermeidlicher Lücken, im Wesentlichen kaum ein Mehrere« geboten werden dürfte, als in dieser Darstellung enthalten ist, es müßte denn Jemand, aus rein musikalischen Boden sich stellend, Lust und Muße finden, die an die Zahl von Eintausend hinanreichenden Comvofitionen Schubert'» kritisch zu zergliedern.

*) schon im Jahre 1842 begann Herr Philipp Neumann in Wien Materialien zu einer Diagrafie schul,erl'a zu sammeln; Ansel« Hütlenbrenner übermitlelle, wie mir sein Bruder Iosef »Mheille, dem Dr. Franz Lißt Auszeichnungen über schubert; die Herren Franz Flut, und Ferdinand Luib in Wien waren länge« Zeit hindurch mit biografischen studien nach dieser seile hin beschäftigt. Die beiden Freunde schubert'u: Kauernfeld und ». schober erKlärten sich gegen ^eden versuch, eine Piograsie dieseu Tondichteru zu uerfassen.

Für dieses Mal erkannte ich es als eine dringende Ausgabe, von dem allerorts zerstreuten lrümmerhaslen Materiale, das mir von vielen, in dieser Darstellung namhast gemachten, Personen mit dankenswrrther Bereitwilligkeit zur Versügung gestellt wurde, zu retten, was zu retten war, und das Gesammelte, in chronologischer Reihensolge geordnet, nach Möglichkeit zu einem Ganzen zusammenzufassen.

Indem ich das Ergebnis? meiner Forschungen der Deffentlichkeit übergebe, dars ich wohl dem Wunsche Ausdruck verleihen, daß es mir gelungen sein möge, zu der Wiederbelebung von Schubert'» Andenken, welche man gerade jetzt thcils durch liebevolles Eingehen in seine künstlerische GesammtWirksamkeit, theils aus monumentalem Wege zu erzielen destrebt ist, nach meiner Weise erfolgreich mitgewirkt zu haben.

Wien, nm Engelberlslag 1864,

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Inhalt,
i,

(l?9? —1813.)

Die Familie Schubert. — Franz Peter Schubert. — Franz Schubert's Kinderzeit. — Erste r musikalischer Unterricht. — Sein Eintritt in das Convict. — Seine ersten Compositionen. — Convictsgenoffen nnd Treiben im Convict. — Ein Brief Franzens >m seinen Bruder. — Theaterbesuch. — Antonio Salieri. — Tchnbert's v-Vur-Sinfonie, die Cantate: „Zur Namensfeier", Lieder. — Franzen's Lernjahre. 1—32

II. (1814.) Schubert verläßt das Convict. — Sein Aufenthalt im väterlichen Hanse. — Franz wird Schulgehülse. — Die Messe in I?. — Therese Grob. — Instrumental- und Gesangscompositionen, — Die Oper: „Des Teufels Lustschloß". — Iohann Mayrhoser. 33—55

III.

(18.5.) 2ie Balladen: „Minona", „Emma und Adelwold", „Die Nonne", „ErlUnig". — Mehrstimmige Gesänge. — Die Messe in «. — Sonaten. — Die Sinfonien in L und v. — Die Opern: „Der vierjährige Posten", „Fernando", „Claudine von Villabella", „Die beiden Freunde von Salamanka", „Der Spiegelritter", „Der Minnesänger", „Adrast". — Schubert's Befähigung als Operncompomst. 56—78

IV.

(i8ie.)

Iubeleantate zu Ehren Salieri's. — Die Cantate: „Prometheus".
— Cautate zu Ehren Iosef Spendon's. — Die Messe in O. —
Das zweite 8tiidut mater. — Sinfonien in L- und Ozloll. —
Dilettantenverein. — Die Oper: „Die Bürgschaft". — Mehr-

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stimmige Gesänge. — Lieder. — Tagebuchsfragmente. — Schubert bewirbt sich um eine Musiklehrersstelle in Laibach. — Franz von Schober. 79—111

V. (1817.) Iohann Michael Vogl. — Anselm und Ioses Hüttenbrenner. — Iosef Gahy. — Ouverturen im italienischen Styl. — Lieder. — Mehrstimmige Gesänge. — Claviersonaten. 112—132

VI. (1818.) Schubert als Musiklehrer. — Die Fannlie des Grasen Karl Esterhazy. — Aufenthalt in Zeli5cz. — Freiherr Karl von Schönstein. — Schubert und die Gräfin Caroline Esterhazy. — Das Quartett: „Gebet vor der Schlacht". — Das Divertissement KIu llou^roi»s. — Die Fantasie in I'-zlolI, — Das Lied: „Die Forelle". — „Erste Walzer". — Die sechste Sinfonie (in 0). Ein Brief des Schullehrers Ignaz Schubert an seinen Bruder Franz. 133—149

VN. (1819.) Der Rossini-Cultus in Wien. — Schubert und die italienische Oper.

— Ein Schreiben Franzens an Anselm Hüttenbrenner. — Schubert in Oberösterreich. — Die Familien Paumgartner, Dornseld, Koller und Schellmann in Steyr. — Ein Brief Schubert's an feinen Bruder und an Mayrhoser. — Das Clavierquintett. — Eine Cantate zu Ehren Vogl's. — Kirchen- und Gesangscompositionen. — Franz Schubert und Wolfgang von Goethe. — Ein Schubert'sches Lied zum ersten Mal öffentlich vorgetragen.

— Letzte Aufführung des „Prometheus" bei Dr. v. Sonnleithner.

150—166

vm.

(1820.)
Das Singspiel: „Die Zwillingsbrllder". — Das Melodram: „Die
Zauberharse". — Die Ostercantate „Lazarus". — Die Oper:
„Sacuntala". — Antifonen zur Palmenweihe. — Der 23. Pfalm.

— Liede r und Canzonen. — Die Fantasie für Clavier in 0.

167-197

IX.

«eile

Schuben's änßere Berhälwisse. — Zeichen der Anerkennung seiner Leistungen. — Die Familie von Sonnleithner. — Musikcultus im Sonnleithner'schen Hause. — „Erlkönig" von Vogl im Kärnthnerthortheater gesungen. — Der „Gesang der Geister über den Wassern". — Das Dörschen. — Widmung der ersten Lieder.

— Die Sänge r der Schubert'schen Vocalquartette. — Sinfonie in N. — Tanzmusik. — Zwei Einlagen zu der Oper: „Das Zauberglöckchen". — Schubert's Bekanntschaften in Wiener Familien. — Ein Brief des Patriarchen L. Pyrker. — Der Freundeskrcis. — Schnbertiaden. — Atzenbruck. — Schubert's Verhältnis),

zu seiner Familie. — Ein Gedicht des Rusticecampius. 198—226

X. (1ß22.) Schubert und von Schober in Ochsenburg. — Die Oper: „Alfonso und Estrella". — Ein Schreiben Schubert's und Schober's an Iosef Spann. — Schuben und Carl Maria von Weber. — Ein Schreiben der Anna Milder an Franz. — „Alfonso und Estrellu" und die Familie Pachler in Graz. — Brieswechsel zwischen Franz von Schober und Ferdinand Schubert. — Die Oper wird in Weimar anfgeführt. — Kritische Urtheile. — Die L-zloll. Sinfonie. — Die Messe in H,s. — Mehrstimmige Gesänge. — Schubert und Beethoven. — Pinterics. — Die Beethoven gewidmeten Variationen. — Beethoven's Unheil über Schubert. — Die Musikverleger den Compositionen Schubert's gegenüber. — Franz veräußert das Eigenthum seiner ersten Werke an Diabelli.

— Absatz der Schubert'schen Compositionen. — Ein Brief von
Schober an Franz. — Hüttenbrenner's und Schober's Bemühungen
die Opern an Mann zu bringen. — Ein Schreiben Holbein's
und Peters an I. Hüttenbrenner. — Schubert wird die Orga-
nistenstelle in der Hoskapelle angetragen. — Ein Schreiben des
Bischos's von St. Pölten an Franz. — Schuberts Ansuchen um
Aufnahme in die Gesellschaft der Musiksreunde als ausübendes
Mitglied. 227—28»

XI.
(1823.)
Das Drama: „Rosamunde". — Das Theater an der Wien. —
Wilhelm Vogel. — Helmine von Chezy. — Die Oper: „Fieri»-

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