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am 12. Oktober 1895 zu X. aus den Geschäftsräumen des Gaftmirths Sek., in welchen er ohne Befugnis; verweilte, sich auf die Aufforderung der dazu berechtigten. Ehefrau 8oK. nicht entfernt zu haben.

Der zur Verfolgung erforderliche Strafantrag ist vom Gastmirth Sek. am 13. October 189S (Bl. 2' sei.) frist- und formgerecht gestellt.

Als Beweismittel dienen folgende Zeugen:
s) Ehefrau des Gastwirths 8oK. und
b) Ackerer Friedrich

beide zu X. mohnh.
Zuständig ist das Kön. Schöffengericht hier (zu Is.>
H., den zc.

Oder:

am 24. November 1895 zu 8. mährend der geschlossenen
Zeit von offener Verkaufsstelle aus sein Handelsgemerbe
betrieben zu haben.

Vergehen nach §§41a, 146» Gew.Ordg.
Als Beweismittel sc.
Oder:

im Mai 1896 zu 8. durch ein und dieselbe Handlung:

1. die gesetzliche Verpflichtung zur Anmeldung des. Betriebes einer Bier-Schankwirthschaft, einessteuerpflichtigen Gewerbes, innerhalb der vorgeschriebenen Frist nicht erfüllt,

2. den selbstständigen Betrieb einer Bier°Schankmirthschaft, eines stehenden Gewerbes, zu dessen Beginn: eine besondere polizeiliche Genehmigung erforderlich ist, ohne die vorschriftsmäßige Genehmigung, unternommen zu haben.

Strofthat nach §§ 73 bezw. 59, 70, 78 des Gemerbesteuerges. v. 24. Juni 1891 u. §§ 33, 147 s, GemOrdg. Als Beweismittel :c.

Vergehen nach § 123 RStrGB.

L. Uebermeisungs-Sachen: Der zc. (vgl. sud ^.).

mird angeklagt: am 21. October 1895 ,u 8. in der Bahnhosstraße durch drei verschiedene selbstständige Handlungen:

») den Bäcker Carl Aug. Kl. mehrfach mit der Hand auf den Kopf geschlagen und in die Seite gestoßen, also vorsätzlich körperlich mißhandelt,

d) den Schutzmann R„ einen Beamten, welcher zur Vollstreckung von Gesetzen, oder Befehlen und Anordnungen der Verwaltungsbehörden berufen ist. in der rechtmäßigen Ausübung seines Amts dadurch thätlich angegriffen zu haben, daß er die Abführung durch Anklammern an den Laternenpfahl zu hindern suchte und den Schutzmann mit der Faust in das Geficht schlug,

e) denselben Schutzmann R. dadurch, daß er ihm zurief:

„Du Dreckmann Du!"
wörtlich und öffentlich beleidigt zu haben.
Vergehen nach §§ 223.113.185, 194, 20«. 74 RStrGB.
Die zur Verfolgung erforderlicheu Strafanträge sind
von Kl. am 25. October. von Ii. am 2S. dess. M., also
rechtzeitig, und formgerecht Bl. 3 »et. gestellt.
Als Beweismittel zc.

Es mird zugleich beantragt, auf Grund des § 75
Nr. 1 u, 4 GerVerfGes, die Verhandlung und Entschei-
dung dem SchöffenG. zu zc. zu überweisen.
N., dm sc.

Dieser Antrag ist nur zulässig, wenn nach den Umständen des Falles Anzunehmen ist, daß wegen des Vergehens auf keine andere und höhere Strafe, als auf die im § 27 Nr. 2 GerVerfGes. bezeichnete und auf keine höhere Buße als 60« Mk. zu erkennen sein mird (§ 75 unter Ziff. 15 GerVerfGes.). L. Strafkammer-Sache:

III, 1283.

Anklageschr. zc. (vgl.oben^.)

bereits bestraft: »»fr! (Frist bis 23. er.)

1. am 2. Mörz I88S vom AmtsG. zu X. wegen Diebstahls mit 3Tagen Ges., verbüßt 5. März 1889,

2. am 7. April 1889 vom AmtsG. zu dl. wegen Sachbeschädigung u. Körperverletzung mit 2 Monaten Ges.,

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am 22. Zuni 1891 zu N. dem Gutsbesitzer ^. ein Paar
Stiefeln und etwa 105 Mark baares Geld, für ihn fremde
bewegliche Sachen, in der Absicht weggenommen zu ha-
ben, dieselben sich rechtswidrig zuzueignen,
und zwar

s,) mit der erforderlichen strafrechtlichen Einsicht,

d) als miederholt rückfälliger Dieb,

e) aus einem Gebäude mittelst Einsteigens und Erbrechens von Behaltnissen.

Verbrechen nach § 243', 244, 242, 56, 57 RStrGB.

Am 22. Juni d. Z., als X. Nachmittags an dem, vom Dorfe Al. etwas abgelegenen Hause des Gutsbesitzers ^, vorüberging, sah er ein Paar Stiefeln, durch das offene Fenster, im Zimmer hängen. Schnell mälzte er einen Stein unter das Fenster, kletterte empor und schwang sich von dort in das Zimmer. Beim Ergreifen der Stiefeln sah er den verschlossenen Schreibtisch stehen^ in der Voraussetzung, daß er irgendwelche merthvolle Sachen bergen werde, erbrach er das Schloß mittelst seinesstarken Taschenmessers und nahm das vorhandene Geld, einen Hundertmarkschein und ein Fünfmarkstück mit sich.

Beim Wechseln des Hundertmarkscheins wurde X. später angehalten; nach anfänglichem Leugnen hat er den Diebstahl bei der gerichtlichen Vernehmung, mit allen Nebenumständen, glaubhaft zugestanden.

Als Beweismittel dient sc.'

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Der Bergmann Lorenz ö, aus II., geb, daselbst am 22. Januar I8S4, katholischer

Confession, verheirathet, Vater von 9 Kindern, Soldat gewesen, z. Z. in Untersuchungshaft im Gefängnis; hier, Besitzer eines Häuschens, bestraft von der Strafkammer Hieram I2.Zuli1890 wegen Diebstahls und Bestechung mit 14 Tagen Ge

^"«"iß, wird angeklagt:

am S. Mai 189S in 8. im Walde bei X., durch zwei verschiedene Handlungen:

1. Im District Nr. 104 des Kön. Forstreviers, also an Orten, an welchen zu jagen er nicht berechtigt ist, die Jagd ausgeübt zu haben,

und zwar: in Waldern,

2. den Kön, Hülfsjäger L., einen Forstbeamten, während der rechtmäßigen Ausübung seines Amtes thätlich angegriffen zu haben,

und zwar:

ä) unter Drohung mit Schießgewehr und anderen gefährlichen Werkzeugen; b) mit Gemalt an der Person; e) indem durch den Angriff eine Körperverletzung dessen, gegen den die Handlung begangen ist, verursacht morden, und durch dieselbe Handlung auch den Entschluß, den Hülfsjäger L. zu tödten, durch vorsätzliche und mit Ueberlegung ausgeführte Handlungen bethätigt zu haben, welche einen Anfang des nicht zur Vollendung gelangten Verbrechens des Mordes enthalten. Am Sonntage, den 5. Mai I89S Vormittags kurz vor 9 Uhr begab sich der Kön. Hülfsjäger L. von S. in den zu seinem Reviere gehörigen District Nr. 104, um Wilderern aufzupassen. Seine Büchsflinte nahm er dabei mit sich. Während des bald niedergehenden ReL. Bl, 27. gens trat er unter eine Fichte an einem Waldwege.

Bald darauf näherte sich der — bis dahin unbekannte 6. Bl. 34. — Bergmann 6., den Kolben seines Centralfcuergewehrs unter dem Rocke umgehängt, die dazu gehörigen Läufe in der Hand und den Rucksack unter dem Arm. Auf 10 bis 12 Schritt Entfernung trat ihm der Hülfsjäger,

L, Bl. 27. die Büchsflinte in der Hand, mit dem Rufe entgegen:

S. Bl. 34v. „Halt! das Gewehr nieder!"

K. folgte dieser Anfforderung nicht, sondern ergriff sofort die Flucht, indem er seitwärts in das Dickicht lief, sein Rucksack, den er hier fallen lieh, wurde später daselbst gefunden. L., welcher die geladene Büchsflinte in der Hand, dem kreuz und quer durch das Dickicht laufenden 6 schnell folgte, holte ihn nach etwa 2S0 Schritten in der Nähe einer großen Eiche ein, faßte ihn im Genick und frug:

S. Bl. 28. „Wie heißen Sie?"

Ohne zu anmorten, drehte sich S. um, faßte die Büchsflinte und hielt die Mündung von sich ab. L. fragte nochmals nach dem Namen und faßte ihn nun, da wiederum keine Antwort erfolgte, mit der linken Hand am Hals bezw. am Kragen, während er mit der rechten

«. Bl. 28. Hand seine Büchsflinte hielt. In diesem Moment schlug Bl. 34. 6., die umgedrehten Gemehrläufe in einer Hand haltend, auf ö. los, und traf ihn auf Hand und Kopf, worauf L. ihm gegen Leib und Beine trat; mit der anderen Hand hielt 6. die Büchsflinte, drückte sie erst seitwärts, dann unter den Arm und schließlich mit der freigewordenen Hand den Schrotlauf ab. L. ließ auf den Knall die Hand vom Halse los und versuchte den zweiten Lauf, in welchem die Kugel mar, gegen S. abzuschießen. Trotz dessen Gegenmehr gelang dies. Die Kugel streifte die rechte Seite und ö. zuckte etwas zusammen; sodann ließ er die entladene Büchsflinte los und faßte den Jäger heftig an der Brust. Beide rangen mit einander, der Zöger glitt aus und fiel zu Boden, 6. auf ihn und zwar der Länge nach. Aus seiner Tasche riß nunmehr 6. einen Dolch und stach mit gezückter Klinge nach dem Kopf des unter ihm liegenden Jägers. Dieser parirte die scharfen Stiche und wuchtigen Schläge zunächst mit dem vorgehaltenen Arm; beim vierten Stoße, der nach dem Halse gerichtet war, gelang es ihm, die Hand des 6. zu ergreifen, ihm das Messer zu entreißen und dasselbe zur Seite zu werfen. Auch glückte es ihm, hierbei ebenso hoch zu kommen mie 6. Beide stellten sich nun einen Moment gegenüber, der Jäger die abgeschossene Büchsflinte wieder in der Hand, 6. dagegen die abgenommenen Läufe an der Mündung gefaßt haltend. Alsdann schlug 6. fortdauernd nach dem Kopfe des Jägers, traf ihn auch miederholt mit dem so gefährlichen Ansatz der Läufe, obschon der Jäger sich durch Vorhalten seiner Büchsflinte zu schützen suchte. Hierbei schlug ihn

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