Wohlfahrtsstaat und Geschlechterverhältnis im Umbruch: Was kommt nach dem Ernährermodell?

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Sigrid Leitner, Ilona Ostner, Margit Schratzenstaller
VS Verlag für Sozialwissenschaften, 14.05.2004 - 394 Seiten
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11 verrentung) bei gleichzeitig verstärkten Aktivierungsmaßnahmen zur Ein gliederung von Sozialhilfeempfanger/inne/n. Zum anderen muss zwischen "positiven" und "negativen" Maßnahmen der (Wieder-)Eingliederung ((Re-) Kommodifizierung) und Ausgliederung (De-Kommodifizierung) differenziert werden (vgl. Tabelle 1). Tabelle 1: Historische und aktuelle Fonnen der Eingliederung in und Ausgliederung aus dem Arbeitsmarkt (Re-)Kommodifizierung De-Kommodifizlerung historisch: Enteignung, Vertreibung (~ historisch: Beschäftigungs- .durch die Hungerpeitsche gezwungen") verbete und -einschränkungen Negative aktuell: Eingliederung durch Kürzung oder aktuell: dito Maßnahmen Abschaffung von Sozialleistungen; Arbeitspflicht oder -zwang (z.B. durch Verschärfung der Zumutbarkeitsbest- mungen) historisch: Arbeitsschutzgesetzgebung; historisch: vom Lohnzuschuss Grundversorgung mit Bildungs-und zur Lohnersatzleistung (60- Gesundheitsleistungen 100%) Positive Maßnahmen aktuell: Umschulung; Fortbildung; soziale aktuell: abgefederte Ausgliede- Dienste (Kinder-und Altenbetreuung) rung (z.B. Frühverrentung) Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Berger und Offe 1982; Knijn und Ostner 2002. Beispielhaft kann dies an der aktuellen deutschen Sozialpolitik verdeutlicht werden: Die Substitution der Arbeitslosen- durch die Sozialhilfe stellt eine "negative" Re-Kommodifizierungsmaßnahme dar, die Langzeitarbeitslose auf grund der in den meisten Fällen damit verbundenen Absenkung des Leistungs niveaus stärker als bislang zur Arbeitsaufuahme anhält. In Kombination mit der Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen erhöht sich der Arbeitszwang erheblich. Als "positive" Kommodifizierungsmaßnahme kann hingegen der an gekündigte Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur gewertet werden. Dieser schafft fur viele Mütter erst die Möglichkeit der Arbeitsaufuahme und trägt zur Ausweitung ihrer Optionen bei, da sie nicht gleichzeitig zur Arbeitsaufuahme verpflichtet werden.

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Über den Autor (2004)

Dr. Sigrid Leitner und Professor Dr. Ilona Ostner lehren am Institut für Sozialpolitik der Universität Göttingen.
Dr. Margit Schratzenstaller ist wissenschaftliche Referentin für Steuer- und Budgetpolitik im Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) Wien.

Bibliografische Informationen