Sagen der mittleren Werra: nebst den angrenzenden Abhängen der Thüringer Waldes und der Rhön, Band 2

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C. Scheermesser, 1864 - 176 Seiten
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Seite 3 - Auf den Spitzbergen unterhalb Welkershausen weidete ein Schäfer die Heerde seines Herrn. Da kam ein schweres Wetter angezogen, das sämmtliche Schafe auseinander jagte. Der herbeigeeilte Herr stürzte zornig auf den Schäfer los, schimpfte und schmähte ihn ob seiner Unachtsamkeit und gerieth mit ihm, trotzdem, daß er seine Unschuld aufs Heiligste betheuerte, so hart zusammen, daß er ihn auf der Stelle erdrosselte. Im Sterben verfluchte der Schäfer den dortigen Hutstrich, und seitdem will Nichts...
Seite 67 - Da geschah es, daß sich jeden Tag, und zwar regelmäßig zu einer bestimmten Zeit, eine Schlange bei den Leuten einstellte und sich diesen gegenüber so zutraulich zeigte, daß sie ihr jedesmal Brotkrumen und etwas Milch von ihrer im Walde verborgen gehaltenen Kuh verabreichten. Die Leute hatten sich daher...
Seite 70 - ... weißverschleiertes Fräulein blicken und tritt mit den Leuten in Verkehr. So ging einst in einem strengen Winter eine arme Frau aus Steinbach mit ihrem Kinde nach der „Walper
Seite 82 - Zeit, jetzt schlagt los!" stürzte sich mit seinem Heere auf die Feinde und stellte ein solches Blutbad unter ihnen an , daß nur wenige mit dem Leben davon kamen. Darauf zog der Prinz, so rasch er konnte, vor die feindliche Hauptstadt und zwang den König zum Frieden, in welchem er die Hälfte seines Reiches abtreten mußte. Als der Prinz an der Spitze des siegreichen Heeres zurückkehrte, empfing ihn der Vater der Prinzessin mit den größten Ehren und machte...
Seite v - ... Mitteilungen zu machen imstande schienen. Sodann näherte er sich denselben, in ihre Sphäre niedersteigend, vertrauensvoll, suchte sie bei ihrer Berufsarbeit im Felde, im Walde oder auch in der Dorfschenke auf, strebte durch Mitteilung von bereits Bekanntem und durch Fragen, die sich auf Lokalitäten bezogen, Anknüpfungspunkte und dadurch zugleich das Interesse der Erzähler zu gewinnen, und hatte in den meisten Fällen die Genugthuung, alles, was ihnen zu Gebote stand, rückhaltlos gegeben...
Seite 41 - Eine halbe Meile über der Satzung an einem wilden, rauhen Ort liegt der thörichte See. Er ist in's Gevierte dreißig Schritte breit und lang mit jungen Kiefern und der Pfuhl mit rothem Moos bewachsen, das Wasser geht eine Elle hoch darüber ohne Abfluß. Er soll unergründlich sein und ein unheimlicher Ort dazu, darum sich niemand gerne allein nahet, weil auch die Nachbarn, die sich mit einander im dreißigjährigen deutschen Kriege dahin retirirt, viel Anfechtung gehabt. Es ist umher auf eine...
Seite 116 - Käppchen heraus!" und plautz! hatte er auch eins. Der Schäfer setzte es ebenfalls auf und sogleich sah er auch wieder den Wichtel vor sich stehen. Die Beiden machten nun Freundschaft, und der Schäfer versprach mit...
Seite 72 - So stießen sie denn bald auch auf den Deckel eines eisernen Kessels, und als den Einer abhob, glitzerte ihnen das blanke Gold entgegen. Die Männer waren außer sich vor Freude und faßten jetzt den Henkel des Kessels, um ihn aus der Grube zu heben. Das war aber nicht so leicht gethan; denn der Kessel war schwer. Und da es ihnen das erste Mal nicht gelang, so vergaß sich Giner und rief: „Nun aber tüchtig gehoben!
Seite 116 - Rat und meinte, es würde alles gut gehen, wenn er sich unterwegs nur vor Speisen hüten könne, in denen Kümmel sei. Der Schäfer versprach auch dieses, und fort ging's durch die Lüfte. Als sie gegen Mittag hungrig auf einem Pachtershof einkehrten, setzten sie sich ungesehen zu den Leuten an den Tisch und ließen sich's herrlich schmekken.
Seite 71 - an der alten Kapelle", „an der alten Kirche" und behaupten steif und fest, es habe dort vor Zeiten ein Kloster gestanden, welches im dreißigjährigen Kriege zerstört worden sei und alle sieben Jahre am Tage seines Untergangs in der Mitternachtsstunde wieder sichtbar werde. Denen aber, die es erblickten, ward es gar „gruselig" zu Muthe, als die Fenster wie im Mondlicht glitzerten und die gespenstigen Nonnen einen Umgang hielten.

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