Marteaus Europa oder Der Roman, bevor er Literatur wurde: eine Untersuchung des deutschen und englischen Buchangebots der Jahre 1710 bis 1720

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Rodopi, 2001 - 765 Seiten
Bewähren sich vor 1720 noch die Wissenschaften der Nationen als der ursprüngliche Gegenstand der Literaturkritik, so ändert sich dies im Lauf des Jahrhunderts: Die Literaturbesprechung wendet sich Romanen, Dramen und Gedichten zu und etabliert am Ende die Literaturgeschichten, die uns noch heute beschäftigen.
Die Literaturbetrachtung gewinnt mit den poetischen und fiktionalen Schriften einen Gegenstand, mit dem sie sich bis in den Schulunterricht ausbreiten kann. Gleichzeitig verändert sie den Markt, dem sie sich zuwendet. Im Blick auf das Romanangebot des frühen 18. Jahrhunderts wird dies deutlich: Einen skandalösen, aktuellen, ungemein europäischen Markt nehmen die Leser in Leipzig wie in London vor 1720 wahr, wenn sie den Romanmarkt berühren - einen Markt, der sich gegenwärtig als historischer und politischer unter kaum erträglichen Manieren den privatesten Nutzungen anbot.
Die vorliegende Untersuchung unterstellt, daß die Literaturbetrachtung diesen Markt - an seiner Reform interessiert - von Anfang an disqualifizierte. Ein breites Aufgebot an Zeitzeugnissen, unter denen sie das Angebot überblickt, stellt sie dazu den späteren Literaturgeschichtsschreibungen gegenüber. Romane, die wir gewohnt sind, getrennten nationalen Literaturen und Epochen zuzuordnen, werden dabei als Produktionen eines größeren europäischen Marktes greifbar.
 

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