Das Mittelalter in der Moderne: Die öffentliche Erinnerung an Kaiser Ludwig den Bayern im Königreich Bayern (1806-1918)

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C.H. Beck Verlag / Kommission für bayerische Landesgeschichte (KBL), 01.01.2008 - 732 Seiten

Mit der Schaffung des wittelsbachischen Königreiches und mit der Amalgamierung des neuen bayerischen Staats in den Jahren des „Napoleonischen Umbruchs“ gerieten die herrschaftliche Legitimation und die soziale Integration zu den drängenden politischen Herausforderungen bayerischer Politik. In dieser Phase historisch neu entdeckt, avancierte der mittelalterliche Kaiser Ludwig der Bayer zur prominentesten Erinnerungsfigur in Bayern im 19. Jahrhundert, die Könige, Staatsmänner, Oppositionelle, Liberale, Geschichtsschreiber, Literaten oder auch Künstler in politischer Absicht unentwegt ins öffentliche Gedächtnis riefen. Die vorliegende Studie zeichnet die Erinnerungsgeschichte Kaiser Ludwigs im Königreich Bayern nacHeft Sie fragt nach der Bedeutung dieser Kaisergestalt in der Geschichtskultur von Staat und Gesellschaft. Sie führt vor Augen, wie Königtum und Bürgertum gleichermaßen die mittelalterliche Welt Kaiser Ludwigs als kulturelle Projektionsfläche nutzten, um sich miteinander als eine ideale „Treuegemeinschaft“ im Zeitalter der konstitutionellen Monarchie politisch zu arrangieren.

Karl Borromäus Murr studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, an der Oxford University (St. Edmund Hall) und der Harvard University. Seit 2005 ist er am Bayerischen Textil- und Industriemuseum (Augsburg) tätig. Er ist Lehrbeauftragter an den Universitäten München und Augsburg. Für die vorliegende Dissertation wurde er 2006 von der Forschungsstiftung Bayerische Geschichte mit dem Heinrich-von-Le-veling-Preis der bayerischen Landeshistoriker ausgezeichnet.

 

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