Biographie des Joseph Lange

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P. Rehms sel. Witwe, 1808 - 253 Seiten
 

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Seite 172 - ... die man an ihm nicht gewohnt war, ja er vernachlässigte sich sogar absichtlich in seinem Betragen. Dabei schien er doch über nichts zu brüten und zu denken. Entweder verbarg er vorsätzlich aus nicht zu enthüllenden Ursachen seine innere Anstrengung unter äußerer Frivolität, oder er gefiel sich darin, die göttlichen Ideen seiner Musik mit den Einfällen platter Alltäglichkeit in scharfen Kontrast zu bringen und durch eine Art von Selbstironie sich zu ergötzen.
Seite 95 - Er griff mich bei der Hand und hielt mich fest, Dann lehnt er sich zurück, so lang sein Arm; Und mit der andern Hand so überm Auge, Betrachtet er so prüfend mein Gesicht, Als wollt
Seite 172 - Mann zu erkennen, als wenn er gerade mit einem wichtigen Werke beschäftiget war. Dann sprach er nicht nur verwirrt durch einander, sondern machte mitunter Späße einer Art, die man an ihm nicht gewohnt war, ja er vernachlässigte sich sogar absichtlich in seinem Betragen.
Seite 141 - Umgebung, das Zurückkehren in sich selbst und das aus dem reinen Bewußtsein entspringende Gefühl eigener Größe, verbunden mit herzlicher Weltverachtung, jede Höhe, auf welche sich die leidende, unterdrückte Unschuld stellen kann, ist die Höhe ihrer Kunst ... Zu diesem Rollenfache eignet sich ihr sanftes, blaues, duldendes Auge, das sanfte Oval ihres Gesichtes, und ihr wohlklingendes, ungewöhnlich bis zu dem Hauche einer Äolsharfe biegsames Organ.
Seite 28 - jene vom feinen Weltton": „Dieses Zusammenspielen, Feuer und Leben im Ensemble wird man wohl nirgends mehr so finden . . . Ein gewisser Adel, eine gewisse Lebhaftigkeit, Leichtigkeit und Zartheit des Spieles, ein gespanntes Streben, sich im Ganzen zu erhalten und im Ganzen zu wirken, ein erhebender Glanz und Firniß der Farben" zeichne den Darstellungsstil der Franzosen aus.
Seite 152 - Hausstand bey tragen zu können, um so mehr, als sie wußte, daß ich für ihre Freunde (?) Sorge trug. Dadurch ward nun alle Freude und Heiterkeit aus meinem Hause verbannt (60 15 If).
Seite 28 - ... Leichtigkeit und Zartheit des Spieles, ein gespanntes Streben, sich im Ganzen zu erhalten und im Ganzen zu wirken, ein erhebender Glanz und Firniß der Farben" zeichne den Darstellungsstil der Franzosen aus. Allerdings müsse man wahrheitsgemäß auch sagen, „daß im Trauerspiel die französischen Schauspieler aus dem Kreise der Natur heraustraten und übertrieben, gleichsam als wollten sie durch die Darstellung den Mangel an Leben und Feuer vergüten, an welchem französische Dichtungen im...
Seite 22 - ... durch das Spiel des letzten Komikers der derben Schauspiel-Gattung jener Zeit empfingen, über welche sich Joseph Lange, der jüngere der Brüder, in folgenden Worten äußert: „Mag es doch nach der Ansicht neuerer Aesthetiker wahr seyn, daß das freye, keke Komische mit Hanswurst und Bernardou auf der Bühne verlosch.
Seite 65 - Der unsterbliche Kaiser sah die Bühne als ein Mittel zur Bildung seiner Nation an, und darum hieß er sie deutsches Nationaltheater. Deutsche Sprache, deutsche Sitten, deutscher Geschmack, deutsche Kunst sollten sich an ihrer Darstellung erheben.
Seite 172 - Nie war Mozart weniger in seinen Gesprächen und Handlungen für einen großen Mann zu erkennen, als wenn er gerade mit einem wichtigen Werke beschäftigt war", schreibt sein Schwager Joseph Lange in seiner Selbstbiographie (Jahn II, 499 f.).

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