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B ernmel durch einen kraftvollen Angriff, wurde jedoch durch die Übermacht des Feindes wieder aus demselben verdrangt, und stellte sich aufKanonenschußweil« hinter dem Orte auf. Auch die Batterie Nr. 4 hatte der Feind mit frischen Truppen nochmals besetzt. FZM. Alvintzy beschloß, diese Batterie gar nicht mehr anzu» greifen, und stellte die östreichischen Truppen so auf, daß der rechte Flügel dießseits Bemmel stand, der linke über Nr. 5, längs dem Damme, sich bis Nr. » an die Sternschanze ausdehnte. In dieser Stellung gedachte FZM. Alvintzy sich den Tag über zu behaupten. Aber da damals eben Gen. Hammerstein mit dett Hannoveranern Elst räumte, und sich hinter diesem Orte aufstellte, so wurde die Lage der kaiserlichen Truppen bedenklich, und dieselben waren dem Angriffe der ganzen feindlichen Macht bloßgegeben.

Der Feind erhielt unterdessen in Bemmel, und gegenüber den Batterien 2 und 3, bedeutende Verstärkung. Gen. Moreau brach mit den zwei Brigaden Vandamme und Compere, welche auf n,ooo Mann geschätzt wurden, aus Kekerdom und Millingen hervor, und ging über das Eis. Einzeln vorprellende Kolonnen wurden zwar von den Ostreichern mit dem Bajonett zurückgetrieben, viele Feinde niedergemacht, und eine Anzahl derselben gefangen. Doch durch einen heftigen Angriff der weit überlegenen, in fünf Kolonnen vorrückenden, feindlichen Macht wurden die Ostreicher von dem rechten Ufer ter Waal vertrieben. Nun mußten diese Truppen theils über Dornenburg gegen die St er n schanz e, theils gegen Angern und Huissen zurückgehen. Auch der Oberst Gottesheim zog sich aus der Gegend von Bemmel näher an Huissen. Die Franzosen besetzten gegen Abend die Batterien Nr. 2 und 3, so wie die Dörfer Hulhuissen und Dornenburg; wodurch sie den bei der Windmühle vor Gent siehenden 5 Kompagnien, »i Eskadron den Weg nach Panderen abschnitten. Dennoch marschirten diese bei einbrechender Nacht, ohne vom Feinde bemerkt zu werden, bei Dornenburg vorbei, an die Eisbrücke. Da der FZM. Alvintzy vor dem letzten Angriff sich nach Arnheim begeben, um mit den Gen. Hammerstein undAbercromby über die ferneren Operazionen sich zu berathen, so ließ FMö. Werneck alle bei der Sternschanze gesammelten Truppen in der Nacht über die Eisbrücke nach Panderen ma-rschiren. Oberst Gottesheim sollte die beider Windmühle von Gentgestandenen Truppen aufnehmen, dann sich über Huissen nach Malburg (Mahlberg), und hier endlich über das Eis, gegen Arnheim, ein Theil über Westervoort nach Panderen ziehen. Der Gen. Hammer stein wurde angewiesen, mit den Hannoveranern über Elten und bei Arn heim, dessen rechter Flügel aber bei Driel über den Leck, in die Stellung zwischen Osterbeek und Dorneweert, zu marschiren. In den verlassenen Schanzen hatte man so viel als möglich das Geschütz vernagelt, und die Munizion verderbt. — FZM. Alvintzy kam erst gegen eilfllhr Nachts in Arnheim an, und meldete sogleich dem FZM. Clerfayt, daß bis um vier Uhr des nächsten Morgens der Rückzug über den Fluß ausgeführt seyn würde. —

(Di e Fortsetzung folgt,)

IV.

Militärische Einrichtungen der Präsidentschaft von Griechenland.

Nach dem Hollandischen*) frei bearbeitet von Ioh. Vapt. Schels, k. k. Hauptmanne.

H^ie Grenzen de» griechischen Staates sind noch nicht definitiv bestimmt, und ihre Ausdehnung, be, sonders im Norden, wird noch der Gegenstand fernerer Unterhandlungen mit der Pforte seyn. Einstweilen ist das Gebiet dieses Staates in dreizehn Departement« getheilt, wovon sieben das feste Land begreifen, und sechs aus den griechischen Inseln bestehen.

Die sieben Departements von Mores haben eine Bevölkerung von . . . 300,o00 Seelen, die sechs Inseldepartements von . . . 25,,5<xi „

der ganze Staat von 55!,500 Seelen.

Die sieben ersten Departemente führen die Namen: ,) Araoli«; 2) Achaja; 3) Eli«; 4) Ober, und 5) Nieder- Messenien; 6) Latonien, und 7) Ar. t a d i e n.

Die See. Departements sind:

,) Die nördlichen Sporaden Skiathos, Skope. lo, Selidioni, Pelagnisi, Skiro und Ipsara, mit 66,000Einw.

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2) Die östlichen Sporaden Samoß, Ikoria, Pathmos, Kalamina und Lero, mit . . 54,000 Einw.

2) Die westlichen Sporaden Hydra, Spezzia, Poros, Egina und Salamin, mit ... 40,000 Einw.

4) Die nördlichen Enklaven Andres, Tino, Mykoni. Thermia, Syra und Serpho, mit 46,000 Einw.

6) Die mittleren Vykladen Naros, Paro«, Jos, Sikino, Polikandro, Milo, Kimoli und Siphnos, wit 46,400 Einw.

6)Die südlichen Entladen Amorgos, Stampalia, Anaphio, Santorino.Skarpanto und Caso, mit 19,900 Einw.

Nach einem Befehl des Präsidenten soll das griechische Heer auf französischen Fuß organisirt werden.

Die Infanterie, Regimenter (Chiliarchien) sollen 2 Bataillons (Pentakosiarchien), jedes von 5 Kompagnien (Hekatontarchien) haben.

Der Stab eines Regiments wird bestehen aus 1 Oberst (Ehiliarchen), 2 Bataillons ,Kommandanten (P«n:acho, siarchen), 1 Lieutenant-Adjutanten, 1 Kapitän-. Sekretär, 2 Unterlieutenants-Fahnenträgers, 1 Kassier, 1 Fourter, 2 Lieutenants, 2 Tambour- oder Trompeter-majors, und 1 Kaplan; — zusammen ,4 Personen. — Für die Kompagnien 10 Kapitäns (Hekatontarchos), 20 Lieutenants und Ho Unterlieutenants (Eikosi-Pentarchos), 60 Sergeanten (Dode-Archos), 160 Korporals (Pentarchos), und 830 Sol, baten. Es wird also jede Kompagnie i14, das Bataillon 570, und das Regiment 11S2 Köpfe zählen.— Es ist noch nicht bestimmt, wie viele solche Regimenter errichtet werden sollen.

Ein Reiter-Regiment von 4 Eskadrons ist zu Argos errichtet worden. Dieses zählt 400 Pferde, welche von den Franzosen zu Navarino erbeutet, und den Griechen überlassen wurden.

Die Artillerie soll aus einem Bataillon von 6 Kompagnien bestehen, von welchen bereits 2 errichtet sind. Die Dienstzeit für diese Waffe ist auf vier Jahre festgesetzt. Die Mannschaft (meistentheils Spezzioten, Hnorioten und Ipsarioten) soll während dieser Zeit drei Monat« auf Urlaub gehen.

Der Stob soll zusammengesetzt seyn aus i Oberstlieu, tenant, i Adjutant, i Quartiermeister, 2 Krlegskommis, sären, 1 Chyrurg, und 1 Tambour ,major, zusammen 7 Personen. — Die Kompagnien haben 1 Kapitän, i Lieu, tenant, 2 Unterlieutenants, i Sergeantmajor, 1 Sergeant, 1, Fourier, 8 Korporal«, 2 Tambours, und 83 Kanoniere; zusammen io0 Mann. — Der Sergeant ist mit Austheilung der Munizion beauftragt. —

Frankreich hat 12 Geschütze an Griechenland überlas, sen, die in zwei Feldbatterien, — wovon eine die Gebirgs, batterie heißt, — getheilt wurden.

Das Zeughaus enthielt 800, meist neu« Gewehre. Die Offiziere von jedem Range erhalten Brot, und zwar der Oberst 8, der Vataillonskommandant 5, der Ka, pitän 2, der Lieutenant 2, die Sergeanten und Korpora, le ij, und die Tambours und Soldaten 1 Potzion.

Der Sold besteht aus zwei Theilen: der eine wird den eigentlichen Soldaten, für den Unterhalt, jeden Tag gereicht; der andere Theil wird alle drei Monate bezahlt. Diese vereinigten Traktamente und Sold« werden für die verschiedenen Chargen monatlich berechnet für den Oberst aus ..... . 260 türkische Piaster,

Bataillonskommandanten . 16» »„ ,,,

Kapitän i00 », „

Lieutenant ?5 »„ »,

Unterlieutenant .... 5» „» »»

Sergeant 35 ,,, „

Korporal 20 », »»

Gemeinen 25 „, »»

Die Beförderungen bis einschlüssig zum Hauptmann sollen zu einem Drittheil nach dem Dienstalter geschehen. Die andern zwei Drittheile aller dieser Stellen, Mit Einschluß jener der Stabsoffiziere, besetzt die Regierung. Die Offiziere empfangen Patente, welche nur durch einen gerichtlichen Spruch widerrufen werden kön,

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