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tet werden. die Unterstützungsposten aber an der Llnge aufgestellt bleiben würden. Die hollandischen Truppen müßten die Waal und Meerwede, von Vuuren bis Dort, — die combinirte Armee die obere Waal vertheidigen, das östreichische Korps sie unterstützen, so viel es dessen Entfernung und Stärke gestatteten. — Die dritte Frage: welche Stellung Graf Wallmoden mit seiner Armee behaupten wolle, wenn die Waal nicht mehr gewonnen werden könnte? — beantwortete derselbe damit, «daß dann die Stellung seiner Armee, von Kuylenburg an, am Leck und Rhein hinauflaufen würde." — Auf die vierte Frage: wenn auch der Leck nicht mehr zu erhalten wäre, ob Wallmoden den Rückmarsch durch Holland, oder über die Vssel nach Deutschland, nehmen werde? — erklärte der kommandirende General, „daß dieses eigentlich von den nicht vorauszusehenden Umständen abhänge; — so wie von der Gewißheit, ob die englische Armee in der Provinz Holland Sicherheit finden, jede nöthige Unterstützung erhalten, und in allen Festungen, Städten und Hafen, nach Bedarf, eingelassen werden würbe." —

Zuletzt forderte der FZM. Baron Alvintzy noch, daß die von den k. k. Truppen besetzte Strecke der Waal mit Artillerie, Munizion und Kanonieren versehen werde. — Hierauf wurde im Kriegsrathe angeordnet, daß sogleich alles Erforderliche nach jener Stellung hingeschafft werden solle. Dann erhielt Alvintzy von dem Erbprinzen von Oranien die Zusicherung, daß er, auch über den bestimmten Termin von vier Wochen, auf holländische Verpflegung rechnen dürfe. — Dieser kaiserliche General drang in dem Kriegsrathe mit den nachdrücklichsten Vorstellungen auf die Behauptung der Waal, und versprach alle mögliche Mitwirkung seines Korps zu einer offensiven Operazion gegen den Feind. — In dieser Konferenz kamen auch die Äußerungen vor, daß die Holländer, wegen des erlittenen großen Verlustes an Gefangenen, nur als ein schwaches Korps zu betrachten waren; und daß die englische, hessische und hannoverische Infanterie zusammen höchstens ii,000 Mann zahlten, die täglich noch durch Krankheiten vermindert würden. — Der FZM. Baron Alvintzy kam von Utrecht am 6. Mittags nach Arnheim zurück, und erstattete sogleich dem FZM. Graf Clerfayt von den Resultaten der Berathung umständlichen Bericht.

In diesem Kriegsrathe war also beschlossen worden, die Linge wieder zu besetzen, und die Stellung an diesem Flusse so lange als möglich zu halten, — eine vielleicht eintretende günstige Veränderung der Witterung aber schleunigst zur Vorrückung an die Waal zu benützen. Dem gemäß ertheilte der Gen. d. Kav. Graf Wallmoden dem GL. Dallwigk noch am 7. Iänner den Befehl, am nächsten Morgen den Feind an der Linge und Waal rekognosziren zu lassen. Den hierzu verwendeten leichten Truppen sollte am 6. Vormittags Gem Wurmb, mit 3 Bataillons, 3Eskadrons Hessen, von Wyk auf Büren nachfolgen. Eben dahin sollte der Gen. Dundas von Kuylenburg einige Truppen vorschicken, — GL. Abercromby mit einem starken Korps von Arnheim über Zoelen nach Thiel ziehen. Nach der Vereinigung der drei Kolonnen sollte die Besetzung der Linge ausgeführt werden.

Zwei Bataillons und ein Uhlanen-Regiment, Engländer von Gen. Dundas, dann 2 Kompagnien hessische leichte Truppen und 124 Reiter von GL. Dallwigk, rückten daher am 6. Ianner Morgens von dem peck gegen die Linge und die Waa l. Sie fanden das Städtchen Büren noch nicht vom Feinde besetzt. Wäh» rend die Reiterei allein von hier aus die Rekognoszi» rung bis Thiel fortsetzte, griff der Feind die alliirte Infanterie bei Büren an der Linge an. Nach lebhaften Scharmützeln bei Bürmalzen, Geldermalzen, u, s. w., wurden die Franzosen von der Linge gänzlich vertrieben^ und zogen sich über Est und Meteren gegen die Waal zurück. Die alliirten Truppen aber blieben in Büren stehen. Sie hatten mehrere Offiziere und bei 2c»c» Mann verloren. — Die Rekognoszirung, welche der Hauptmann Ochs gegen Thiel leitete, war eben bis Kerk Avezaat gelangt, und hatte ein französisches Piket aus diesem Orte verjagt, als die Nachricht von dem Angriff der Franzosen auf Büren dem Hauptmanne zukam. Der weitere Marsch gegen Thiel wurde also einstweilen verschoben. Erst nachdem die Franzosen bei Geldermalzen zurückgeschlagen worden, setzte die Reiterei den Zug bis an die Thore von Thiel fort; wobei mehrere französische Pik^ts und Patrullen verjagt, einige Mann gefangen wurden. Dann zog sie wieder nach Büren zurück. — Der Gen. Scheit her hatte am Morgen mehrere hannoverische Patrullen nach Hien und Dodewarth abgeschickt, welche auf ihrem»Wege keine Feinde antrafen. Die b« diesen Orten aufgestellten Posten des Gen. Hammerstein wurden aber gleich darauf vom Feinde geneckt. Dann gingen 3 französische Grenadier» und 5 Volontar-Kompagnien beim Dorfe Dodewarth über die Waal, und nahten sich Heus den bis auf Kanonenschußweite. Hier stand der k. k. Oberst Brantem mit einem Bataillon Brechain

ville in Bereitschaft. Aber um drei Uhr Nachmittags zog sich der Feind über die Waal zurück. Die von Oberst Brantem ihm nachgeschickten Abtheilungen machten 3 Grenadiere gefangen.

Die Ereignisse dieses Tages und der Erfolg der an der Linge ausgeführten Unternehmung verschafften die Überzeugung, daß Pichegru noch keine bedeutende Macht auf das rechte Ufer der Waal gebracht hatte; sondern daß dasselbe nur durch Pikets und Patrullen bewacht wurde, die einige stärkere Reserveposten zur Unterstützung hinter sich hatten. Diese Letzteren waren von der Division Salm, von welcher ein Theil eben am 6. Iänner bei Bommel, — und von der Brigade Winther der Division Macdonald, welche bei Thiel übergegangen war.

Der Gen. Wurmb traf am 6. Nachmittags mit seiner Kolonne in Büren ein, als eben die Vortrupven, welche die Franzosen von der Linge gegen die Waal zurückgetrieben hatten, sich dort wieder sammelten. In der Nacht langten noch einige englische Truppen vom Gen. Dundas an ; aber von der Kolonne des GL. Abercromby war nichts zu hören.—Die in Büren vereinigten Truppen brachten in und bei diesem Städtchen die Nacht zu. —

Am 9. Iänner mußten die Truppen in Büren unthätig bleiben, weil auch jetzt GL. Abercromby noch nicht erschien. So lange dieser Thiel, und die übrigen Orte an der Waal auf dem linken Flügel, nicht wieder besetzt hatte, konnte die Linie an der Linge nicht bezogen werden. Gen. Wurmb erhielt Befehl, das Kastell von Büren mit Geschütz und Lebensmitteln zu versehen , und es zur Vertheidigung, wenigstens auf einige Tage, einzurichten; welches auch noch im Laufe

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des Tages eifrigst vollzogen wurde.

Am Vormittage des 9. Iänners machten »5o Franzosen auf dem Kordon der östreichischen Brigade Sporl an derWaal, bei Gent, einen Versuch zum Übergange, vermuthlich nur um die Starke der Eises zu prü, fen. Sie nahten dem auespringenden Winkel bei der Schanze Nr. 4, wurden aber zurückgewiesen. Das letzte Thauwetter hatte die aufgethürmten Eismassen ausgeglichen, und der wieder eingetretene Frost dieselben zu einer festen Decke verbunden. Das Eis war also überall gangbar. — Um zwei Uhr Nachmittags unternahm der Feind mit 3oo Mann einen zweiten, heftigen Angriff gegen die Schanze Nr. 4, und drang dreimal, immer mit frischen Truppen, bis in die Mitte des die Waal deckenden Eises vor. Die an diesem Punkte aufgestellten 2 Kompagnien Brechainville «mpfingen die Franzosen mit heftigem Gewehrfeuer, und trieben si« jedesmal nach dem jenseitigen Ufer zurück. —

Eine neue, aus dem Hauptquartier gekommene, Disposizion für das Centrum und den rechten Flügel bestimmte nun die Besetzung der Linge auf den 1o, Iänner. Für den linken Flügel theilte GL. Abercromby am 9. Iänner an Gen. Graf Spork folgende Disposizion zur Vorrückung auf Thiel und an die obere Waal mit: „Am 1o. Iänner soll der Feind durch die Truppen dieses Flügels aus Echtel und der dortigen Gegend vertrieben werden, um die linke Flank» des Gen. Wurmb, der in Büren und Avezaat steht, zu sichern. Es brechen also Morgen früh folgende Kolonnen nach Ochten auf, wo sie bis zur Mittagsstunde eingetroffen seyn müssen: I. Kolonne links: 4 Batail»

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