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wenig mit Lebensmitteln versehen. Der eben zu Arnheim anwesende k, k. FZM. Graf Clerfayt beschloß daher, die Festung, welche weder Widerstand leisten, noch auch, wenn dieser versucht worden ware, auf einen Entsatz rechnen konnte, — eher räumen zu lassen, als der Feind die Einschließung vollendete. In der Nacht vom 17. auf den 16. Ianner verließ Gen. Spork also Ar» heim. — An diesem letzteren Tage ging dann auch der größte Theil der kaiserlichen Truppen über die Vssel zurück, und diese ließen auf dem linken Ufer nur ihre Vorposten stehen. —

Am 16. Iänner wurde in Doesburg noch ein Kriegsrath gehalten, welchem der Gen. d. Kay. Graf Wallmoden, und die FZMrs. Graf Clerfayt und Alvintzy beiwohnten. Es wurden in demselben folgende Punkte festgesetzt: Der rechte Flügel der Ostreich« soll sich bis Doesburg ausdehnen, und diese Stadt selbst besetzen. Nächst dieser Stadt, abwärts der Assel, soll der linke Flügel der Hannoveraner beginnen. — Alle südlich oder links von Doesburg gelegenen Ortschaften sollen daher von den Engländern, Hannoveranern und Hessen sogleich den Ostreichern eingeräumt werden. — Der Punkt Doesburg wurde als wichtig betrachtet, und sollte in vollkommenen Vertheidigungsstand gesetzt werden. Da derselbe aber nur mit wenig Geschütz und mir keinen Artilleristen versehen war, so versprach der Gen. d. Kav. Graf Wallmoden, zwei hannoverische Batterien dahin abzuschicken. — Für den Fall, daß die alliirte Armee auch die Vssel verlassen müßte, erklärte Graf Wallmoden, daß er sich mit seiner englischen kombinirten Armee in das Münsterische ziehen würde. In Folge dessen ordnete dann auch der FZM. Graf Clerfayt an, daß das östrcichische Auriliarkorps, in jenem Falle, sich hinter der Lippe aufstellen, und die Verbindung rechts mit der englischen Armee nach Möglichkeit unterhalten solle. —

Nun erließ FZM. Alvintzy noch am namlichen Tage, aus Sevenaer, für seinen rechten Flügel eine neue Disposizion. Der Gen. Graf Sport sollte sein Quartier in Angerloo nehmen, und mit dem rechten Flügel vorzüglich Doesburg und die dortigen Magazine veriheidigen. In Hinsicht der Truppen wurde folgende Veriheilung befohlen: Von den 3 Bataillons Kaunitz hatten 3 Kompagnien Doesburg zu besetzen; die übrigen i5 sollten in die nächsten Orte Keppel, Ningarden, u. s. w., sobald die Hessen lle geraumt hatten, verlegt werden. Die 2 Bataillons Franz Kinsky kamen nach Doetekom, Isenvorde und Langerak. — Von Kinsky Ch ev a uxlegers wurden 2 Eskadrons nach Doesburg und in die übrigen Stazionen des Regiments Kaunitz vertheilt, 2 andere Eskadrons bei Doetekom mit dem Infanterie Regimente Franz Kinsky aufgestellt. Diese vier Eskadrons hielten die Vorposten. Auf dem linken Ufer der Vssel, vorwärts Doesburg, wurden Pikets von Reiterei und Infanterie aufgestellt, und dort auch 3 Kompagnien Odonell Freikorps, von Doesburg bis gegen Arnheim, verwendet. — Auf dem rechten Ufer der Vssel hatte Gen. Spork den Kordon bis zu dem Hause Gnsbeck zu besetzen. — Gen. Baron Welsch hatte auf dem Kordon vom Hause Gysbeckbis Geldersort folgende Truppen zu verwenden: i Bataillon Brechainville erhielt die Quartiere zu Lathum und Paar; 1 anderes Bataillon Brechainville zu Westervoort und Geldersort; i Bataillon Gyulap zu Düven; i Bataillon Joseph Colloredo in Beck und Zedam, und dieses war bestimmt, auf Verlangen des Gen. Graf Spork unverweill nach Doesburg zur Unterstützung abzurücken; — 2 Eskadrons Sare Husaren kamen nach Westervoort, Düven und Levekert. Sollte Gen. Welsch noch mehr Reiterei nöthig haben, so konnte er dieselbe von Karaczay Dragoner aus Weel abverlangen, und dieselbe nach Bedarf verwenden. Den beiden Generalen wurde aufgetragen, sich wechselseitig zu unterstützen, und ihrer Einsicht blieb es überlassen, bei dringenden Vorfallen sich nach den Umstanden zu benehmen. —

So wie die Kaiserlichen sich nun mit ihren Quartieren bis Doesburg ausbreiteten und einige der frü, l!er den alliirten Truppen des Cenlrums angewiesenen Quartiere besetzten, mußten dagegen diese, und sodann weiter alle alliirten Truppen, mehr rechts rücken. Es wurde angeordnet, daß die Hannoveraner sich jetzt bis Zütphen ausdehnen sollten. Den Hessen wurden ihre Quartiere in Zütphen selbst und in den Ortschaften der Gegend vor dieser Stadt angewiesen. Das bisher zwischen den Hessen und Hannoveranern gestandene englische Korps des GL. Abercromby wurde bestimmt/ sich auf den rechten Flügel zu ziehen, um sich dort mit dem Korps des Gen. Dundas zu vereinigen. —

Pichegru hatte am 17. Iänner Wageningen beseht. Auch rückte der Gen. Dändels mit einigen hundert Mann in Utrecht ein. Am i6. kam die Brigade des Gen. Salm nach dieser Stadt, und Pichegru verlegte sein Hauptquartier dahin. Ein Korps setzte sich von da, noch am nämlichen Tage, gegen Amsterdam in Bewegung; wohin die Franzosen durch die sogenannten Patrioten von 1767 eifrigst eingeladen wurden. Vandamme zog am Vormittage des i6. Iänner in die, von dem holländischen Kommandanten, Gen. Rechtern, mit Kapitulazion übergeben?, Stadt Arnheim ein. Die Sambre. und Maas-Armee, die nun keine Feinde mehr zu bekampfen hatte, dehnte sich weiter au«, und ersetzte im Clevischen die abziehenden Truppen der NordArmee. —

Am 18. setzten die alliirten Kolonnen ihren Marsch an die Y sse l, und zugleich die Engländers« Rechlsrückung fort. Diese letztere Bewegung hatte zur Folge, daß die Engländer, welche nunmehr ganz vereinigt den rechten Flügel des alliirten Heeres bildeten, erst am ,9. über die Yssel zu gehen begannen. Am 20. hatte der größte Theil derselben den Fluß überschritten, und nur die Vortruppen waren auf dem linken Ufer geblieben. Die Linie derselben begann bei W i l p (südlich unter Deoenter), und reichte bis an den SüderSee; die Vortruppen standen in den Orten dicht am linken Ufer: zu Lathmer, Holthuysen, u. a, m. Das Hauptquartier des Gen. d. Kav. Graf Wallm oden kam am 16. Iänner, eben so wie das englische Generalquartier, nachDeventer. Die für die En gländer bestimmten Quartiere erstreckten sich von Kampen, über Zw oll und Deventer, bis in die Nähe von Zütpheni Die Engländer dehnten damals auch schon ihre Quartiere rückwärts bis an die Emms aus, und hatten bereits Bencheim mit ihren Truppen besetzt. — Das Hessen-Kasselsche Generalquartier kam am i6., mit 3 Bataillons, nach Zütphen. Die hessischen Vorposten stellten sich in Oosterhuys, Beckbergen, Loenenhorst und Hall, — dergrößre üstr. milit. glitsch. 18H. II. L

Theilder übrigen Truppen als Unterstützungen in Voorst, Empt und Verstonden. Am '9. wurden die Vorposten näher an die Yssel, in die Orte, wo die Unterstützungen gestanden, zurückgezogen. Am 20. blieben zwar die Vorposten noch auf dem linken Ufer, auf der Linie von Wilp bis Empt (westlich von Zütphen), stehen. Aber die Unterstützungen stellten sich auf dem rechten Ufer in Zütphen, Eschede, Ryssel, Gorssel, u. s. w. auf, und die übrigen Truppen wurden in die weiter rückwärts gelegenen Orte bequarriert. — Die Hannoveraner, Hessen-Darmstädter, und einige Emigrantenkorps standen von Zütphen bis Doesburg, wo der Gen. Hammerstein sein Quartier nahm; — ihre Vorposten von Verstonden über Brummen bis Dieren. Von hier begannen die Vorposten des kaiserlichen Auxiliarkorps, welches sich nun, in einer Stärke von 24 Bataillons, 25 Kompagnien und 34 Eskadrons, von Doesburg links hinab bis an den Rhein ausdehnte. Die Vertheilung der östreichischen Truppen war am 21. Jänner folgende:

Division des FML. Freiherrn von Wern<k zu Sevenaer. Brigade des GM. Graf Spork zu Doesburg.

^ Bat. Komp. E«k.

Kaunitz Inf. Reg 3 — —

zu Doesburg. Franz Kinsky Inf. Reg 5 — —

zu Angerloo und Gegend. Kararaczay Dragoner .....— "" 2

zu Elckom.

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