Taschenbuch zur Verbreitung geographischer Kenntnisse: Eine Übersicht des Neuesten und Wissenswürdigsten im Gebiete der gesammten Länder- und Völkerkunde, Band 3

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Johann Gottfried Sommer
J. G. Calve., 1825
 

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Seite i - TASCHENBUCH ZUR VERBREITUNG GEOGRAPHISCHER KENNTNISSE. Eine Uebersicht des Neuesten und Wissenswürdigsten im Gebiete der gesammten Länder- und Völkerkunde. Herausgegeben von Job.
Seite 351 - ... ihre letzte Bildung jenseits des Ozeans, in dem europäischen Coimbra zu holen. Diese bisher bestehende Notwendigkeit wirkte übrigens auf mancherlei Art vorteilhaft für den studierenden Teil der Jugend, besonders indem er Gelegenheit fand, die großen Institute Euiopas kennen zu lernen, das Gute derselben in das Vaterland hinüberzutragen, und sich überhaupt die Universalität europäischer Bildung zu erwerben. Sollte jedoch in Zukunft eine Universität in Brasilien errichtet werden, so müßten,...
Seite 350 - Gleich bei der Ankunft des Königs, so berichten uns Spix und Martius in ihrem berühmten Reisewerke,1) war es Absicht gewesen, der neuen Monarchie eine Universität zu geben. Man war jedoch noch unentschieden, ob Rio de Janeiro oder das, in einem gemäßigten Klima liegende, S- Paulo der Sitz derselben werden sollte. J- Garcia S tockler, Sohn eines deutschen Konsuls der Hansastädte zu Lissabon, ein Mann von bedeutender literarischer Bildung sowie verdienstvolles Mitglied der Lissaboner Akadamie,...
Seite 357 - Ein zarter, durchsichtiger Nebelduft liegt über der Gegend ; der Mond steht hell leuchtend zwischen schweren , sonderbar gruppirten Wolken; die von ihm bestrahlten Gegenstände treten mit hellen und scharfen Umrissen hervor, während eine magische Dämmerung die beschatteten dem Auge zu entfernen scheint. Kaum regt sich ein Lüftchen und die nahen Mimosenbäume haben die Blätter zum Schlafe zusammengefaltet und stehen ruhig neben den düsteren Kronen der Manga, der...
Seite 354 - Ständen von Rio und den übrigen Küstenstädten Brasiliens befindet, entspricht ganz dem Geiste, in welchem man hier Poesie und schöne Wissenschaften pflegt. Es ist nämlich vorzugsweise die französische Literatur, welche sich auch in diesem Lande der feiner gebildeten Stände bemächtigt hat. Die Verbreitung der französischen Sprache und die Einführung einer unzähligen Menge ihrer Schriften übersteigt alle Erwartung, um so mehr da es in Rio de Janeiro nur zwei mangelhafte Buchläden giebt.
Seite 351 - Unternehmung unterblieb- Und doch ist es nur die Errichtung einer Universität, wodurch die schlummernden Kräfte eines Landes geweckt, und Brasilien einst, im schönen Wetteifer mit dem Mutterlande, auf die würdige Stufe eines bedeutenden Reiches gehoben werden kann. Bis dies geschehen wird, sind die Brasilianer gezwungen, so kostspielig und verdrießlich es ihnen auch gefällt, ihre letzte Bildung jenseits des Ozeans, in dem europäischen Coimbra zu holen.
Seite 351 - ... gemäßigten Klima liegende, S- Paulo der Sitz derselben werden sollte- J- Garcia S tockler, Sohn eines deutschen Konsuls der Hansastädte zu Lissabon, ein Mann von bedeutender literarischer Bildung sowie verdienstvolles Mitglied der Lissaboner Akadamie, legte einen Plan, zum Teil im Geiste einer deutschen Hochschule vor, der zwar vielen Beifall bei dem Ministerium, aber zugleich von Seite derjenigen, welche Brasilien als Kolonie von Portugal gern abhängig wünschten, so große Hindernisse fand,...
Seite 357 - Stimme gleichsam um Hülfe aus der Ferne. Mit jeder Viertelstunde wehen andere balsamische Düfte, und stets abwechselnd öffnen andere Blüthen der Nacht ihre Kelche und betäuben fast durch die Kraft ihres Wohlgeruches; bald sind es die Lauben von Paullinien, bald der nahe Orangenhain, bald die dichte...
Seite 339 - Haven, die Börse, die Märkte und die dem Meere nächsten , meistentheils mit Europäischen Waarenlagern versehenen Gassen stets mit einem Gewimmel von Kaufleuten, Matrosen und Negern angefüllt. Die verschiedenen Sprachen der sich durchkreuzenden Menschenmenge von allen Farben und Trachten, das abgebrochene, immer wiederkehrende Geschrei, unter welchem die Neger die Lasten auf Stangen hin...
Seite 359 - Klima ist heiss und feucht, was grösstentheils von der Lage abhängt, indem ein hohes, mit dichter Waldung bedecktes Gebirge, der enge Eingang und die vielen Inseln der Bai den freien W^echsel der Winde hindern ; jedoch treten sehr schnelle , der Gesundheit so schädliche Abwechslungen der Temperatur hier nicht ein. Feuchte, kalte Winde, welche leichte Rheumatismen veranlassen, sind indessen nicht selten.

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