Hertha, zeitschrift für erd-, völker- und staatenkunde

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In der J.G. Cotta'schen buchhandlung, 1828
 

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Beliebte Passagen

Seite 485 - Quadratmeilen; diese wird beträchtlich vergrößert durch das hohe, oft 10 bis 12 ja noch mehr tausend Fuß aufsteigende Gebirge. Dieses Gebirge nun ist fast überall mit hohen dichten Wäldern bedeckt. Hoch darf man doch wohl den Wald nennen, wo man kaum einen Baum antrifft, der sich nicht bis zu 100 Schuhen erhebt. Dichtigkeit, Menge der Masse in einem bestimmten Räume findet doch gewiß da Statt, wo man kaum den Fuß vorwärts setzen kann, ohne sich vorher mit dem Hackmesser einen Weg zu bahnen...
Seite 485 - Rechenschaft zu geben, müßte ich vorher das Einzelne schildern, doch da nicht dieses Einzelne für sich, sondern bloß in seinem Zusammenhange, in seiner Verbindung zu einem Ganzen, in der Natur und auf der Stelle selbst, den Eindruck schafft, so muß ja wohl jede Zergliederung des Ganzen dem Bilde schaden, und den Eindruck schwächen, den es hervorbringen soll. Ich muß mich also wohl auf eine zerstückle Darstellung beschränken, um nur einen schwachen Begriff von dem Fremden, Eigenthümlichen,...
Seite 488 - Dicke, unregelmäfsige Gestalt und weite Verzweigung, dann der offenbar ungemein schnelle Wuchs und die weiche , oft schwammige Holzsubstanz der Stämme , die grofse Verschiedenheit der Parasiten und windenden Pflanzen, die sich aus jenen Stämmen nähren, der hohe, lockere, feuchte Moderboden, die Menge der Quadrumanen, die schreiend über die hohen Zweige springen, und das zahlreiche bunte Chor der Vögel, die das Dickicht beleben. Nur wenige Feigenarten, namentlich die verschieden- und gelb-blättrigen...
Seite 484 - Gestalt, und wenn irgendwo, so ist es gewifs da, wo man einsieht, was ungestörte Kraft des Pflanzenwuchses, in einer tropischen Gegend, durch die Vereinigung der günstigsten Bedingungen unterstützt, zu bewirken vermag. Es ist mir nicht möglich, den Eindruck wiederzugeben, den der Anblick von dem Allen erweckt. Denn um von dem, was den Eindruck verursacht, Rechenschaft zu geben, müfste ich vorher das Einzelne schildern.
Seite 491 - Quarzsand, denn man kaum auf den indischen Inseln kennt. Nur in den Niederungen, die von den machtigen Strömen oft überschwemmt werden, in den zurückgelassenen Sümpfen und Morästen , da , es ist möglich , findet sich vielleicht die üppigste Vegetation auf der ganzen Welt. Doch ist sie so ungestüm, als die Ursache und deren Erfolg oft verwüstend und verderblich sind. Da herrscht nicht das harmonische...
Seite 484 - Streifen der Wege und Pfade, und dem schäumenden Gewässer der von uns abströmenden Flüsse. Nur hie und da zeigen sich einige Stellen, die ehedem bewohnt und beackert, nachher wieder verlassen und sich selbst überlassen sind. Auch diese sind bewachsen. Doch sie erhalten einen ganz eigentümlichen Charakter von Gewächsen, die weder den angebauten, noch dem natürlich von selbst bewachsenen Boden anzugehören scheinen. Nur zum Theil hat die Natur sich dieser Stellen wieder angenommen, gleichsam...
Seite 484 - Halmen schneeweiße wollige Rispen flattern, hat die Stelle des andern natürlichen Waldes, so wie des Getreides eingenommen und bezeichnet den verwaisten Boden. Diese Stellen sind Monumente der Geschichte des Landes und Genossen der Schicksale, die die Bevölkerung daselbst erlitten hat. Ganz anders zeigt sich Alles, wenn man in die höheren Urwälder gelangt, oder zu dem mehr abgelegenen von den Wohnungen der Menschen entfernten Gebirge, das nie oder selten von Menschen betreten wird und von ihnen...
Seite 485 - Fufs vorwärts setzen kann, ohne sich vorher mit dem Hackmesser einen Weg zu bahnen durch die windenden Gewächse und die Graswiesen die überall den Raum zwischen den höhern Stämmen füllen ; wo der Boden nicht ausreicht, die üppig hervorsprossenden Gewächse zu tragen; wo Gewächse sich auf und übereinander drängen , die einen auf den andern wachsen ; wo tausend Parasiten in immerwährendem Kampfe sich die bereits verarbeiteten Säfte des geduldigen Baumstammes streitig machen , und sich nach...
Seite 488 - Borassus-PaliiKii, wie ungern diese das nahe Ufer verlassen. Durch das unendlich mannigfaltige Gesträuch des niedrigeren hügeligen Vordergrundes gelangt man bald in die unteren dichten Bergwälder, die wir nach der hier allgemein verbreiteten und vorherrschenden Pflanzenform die Feigenwälder nennen dürfen. Nach allem, was mein Freund Blume und ich beobachtet haben, möchte die Zahl der Arten dieser, jene Wälder bezeichnenden Gattung wenigstens wohl hundert betragen. Die meisten Arten sind auf...
Seite 484 - Wald anschließt und einen leisen Uebergang macht von dem Grunde, durch Menschenhände umgestaltet zu demjenigen, wo eine freie Natur noch ganz in ihrem Reiche ist. Doch ehe wir diese Urwälder betreten, werfen wir noch einen Blick zurück über die hinter uns liegende, ausgedehnte, sich neigende Fläche, um uns zu überzeugen, daß nirgends kahler Boden erscheint, daß von unserm hohen Standpunkte bis ans Gestade kaum ein Fleck sich zeigt, der nicht bewachsen ist, außer den grauen oder rochen Streifen...

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