Abbildungen der Seite
PDF
[ocr errors]

gestellt wurde, löste sich der Verein auf. – Zu den ständigen Mitgliedern zählten in den Jahren 1815–1818 auch Ferdinand und Franz Schubert (letzterer als Altviolaspieler) und Josef Doppler (Fagott); Ferd. Bogner (Flöte) wirkte hie und damit, desgleichen betheiligten sich als Gesangssolisten: v. Gymnich, Goetz, Tieze und Frl. Josefine und Babette Fröhlich. – S. Aufsätze über das musikalische Altwien von Dr. L. v. Sonnleithner in den „Recensionen“ Jahrgang 1862.

1) Das Autograf besitzt Dr. Schneider.

?) In demselben Jahre (1816) erschienen: Die Freunde zu Syrakus, neues Schauspiel in Jamben und 5 Acten, von Elise Bürger (geb. Hahn), von welchem Proben in der Wiener Theaterzeitung (Sept. 1816) abgedruckt sind.

[ocr errors]

!) Moeros singt u. a. folgende Verse:
Muß ich fühlen in tiefer Brust
Tiefes Elend, tiefe Schmach,
Und mit dieser Rachelust!
Und ich bin so klein und schwach!
Feste gibt es heute wieder
Bei dem König an dem Hof,
Uebermuth singt üpp'ge Lieder
Bei den Prassern zu dem Soff u. s. w.

*) Der Chor gibt nachstehenden Unsinn zum Besten:
Auf löscht ihm (dem Etna) die schmachtende Qual,
Erfrischt ihm den brändigen glühenden Mund
Mit purpurner Welle bis auf den Grund.
Er labe die brennende Sonne einmal
Und singe bachantische Lieder. –
Es lebe der meuter'sche Thor,
Er zieret das Kreuz mit dem schönen Leib,
Er stellet die Fülle vor;
Und langet und presset das lüsterne Weib,
Sie möchte ihn gerne für sich befreien;

[ocr errors][ocr errors]
[ocr errors]

Zur finstern Kerkersnacht hinab,
Das geht nimmer rechtlich zu.

The ages.
Geliebtes Weib gib dich in Ruh!
Ich geh in den Kerker, doch nicht zum Grab.

Anna.
Nein, nein, das war noch nicht erhört,
Das geht nicht an, du bürg st ihn nicht u. s. w.
*) Anna sagt bei dieser Gelegenheit:
Die rauhen Männer führen ihn

Zum finstern Kerkersort,
Er klirrt in Ketten fort,

*) Ja so sind wir ganz verlassen,
Statt des Freundes muß er sterben,
Herzlich muß ich Moeros hassen,
Da wir alle nun verderben.

[ocr errors]

welch hehren Spruch Anna und die beiden Kinder wiederholen. Der Schauplatz verwandelt sich in eine Waldgegend. Räuber lauern auf Beute und singen ein charakteristisches Quartett (Strofenlied). Das Orchester fällt in ein Allegro furioso ein, Moeros' Kampf mit den Wegelagerern darstellend. Folgen nun mehrere Recitativstellen; Moeros besiegt die Räuber, findet sodann die labende Quelle und dankt den alles vermögenden „Schöpfern“. Forteilend ruft er noch aus: Wenn ich verbliebe! Mitleidiger Gott! Ohn' Erbarmen – wär’ er todt. Und mir winkt ein Ziel, Heiliger Andacht großes Gefühl. Damit schließt der zweite Act. Der dritte enthält nur mehr zwei ausgearbeitete Musikstücke. Er beginnt mit einem Chor des vor dem Richtplatz versammelten Volkes, welcher von einem kurzen Vorspiel (Andante H-moll ) eingeleitet wird. Der Chor läßt sich also vernehmen: Der Abend rückt heran, Du büßt für deinen Wahn; Man führt sogleich dich fort Zum strengen Kerkerort.

« ZurückWeiter »