Abbildungen der Seite
PDF
[ocr errors][merged small]

Die Familie der Schubert's, aus welcher der Tondichter Franz Schubert hervorgegangen ist, stammt aus der Gegend von Zukmantel in Oesterreich-Schlesien ). Franz Schuberts Vater war der Sohn eines Bauers und Ortsrichters in Mährisch-Neudorf. Der Studien halber von dort nach Wien gekommen, trat er im Jahr 1784 bei seinem Bruder Carl – Lehrer in der Vorstadt Leopoldstadt – als Gehülfe ein, und wurde zwei Jahre darauf als Schullehrer bei der Pfarre zu den heil. 14 Nothhelfern in der Vorstadt Lichtenthal angestellt*). Er galt als ein tüchtiger

*) Die Angaben über Schs. Familienverhältnisse beruhen zum Theil auf schriftlichen Notizen Ferdinand Sch's., zum Theil auf mündlichen Mittheilungen der Frau Therese Schneider (Franzens Schwester) und des Herrn Anton Schubert.

*) Die Schule befand sich in dem Haus Nr. 10 (derzeit Nr. 12) in der Säulengasse auf dem Himmelpfortgrund. Dasselbe gehörte Sch's. Vater, und ist derzeit Eigenthum der Milchhändler Georg und Therese Schreder. Die Gestalt und Anordnung der Zimmer weist auch jetzt noch auf ihre ehemalige Bestimmung hin. Vater Schubert hat daselbst bis zum Jahre 1817 oder 1818, um welche Zeit er die Pfarrschule in der Rossau übernahm, gewohnt und Schule gehalten.

v. Kreißle, Franz Schubert. 1

[ocr errors]

Uebrigens ist sowohl auf diesem Haus, als auf jenem Nr. 41 in der nahegelegenen „Krongasse“ ober der Eingangstbür ein „Rössel“ ausgemalt, was zu Verwechslungen der beiden Häuser, als ehemaligen Schulen, Veranlassung gegeben hat.

*) Der älteste der Brüder – Ignaz – Schullehrer in der Rossau, ist im Jahre 1844, Ferdinand, Director der Normalhauptschule zu St. Anna in Wien, im Jahre 1859, und Carl, Landschaftsmaler und Schreibmeister, im Jahre 1855 gestorben. Franz Sch's. Halbschwestern Marie (unverehlicht) und Josefa, verehlichte Bitthan (Oberlehrersgattin in Wien), sind, erstere im Jahre 1834, letztere im Jahre 1861, der Vater am 9. Juli 1830 und die Stiefmutter im Jänner 1860 mit Tod abgegangen. – Das Pädagogenthum spielt in der Schubert'schen Familie eine hervorragende Rolle, und selbst Franz ist demselben nicht entgangen. Mehrere seiner jüngeren Verwandten haben sich ebenfalls wieder dem Lehrfach zugewendet.

[ocr errors]

) Ein von der fürsterzbischöflichen Pfarre zu den h. 14 Nothhelfern im Lichtenthal am 3. Jänner 1827 ausgestellter Taufschein bezeugt, „daß Franz Schubert ein ehelich erzeugter Sohn des Herrn Franz Schubert, Schullehrers, und dessen Ehegattin Elisabeth, geborne Fitz, beide kath. Religion, am Himmelpfortgrund Nr. 72 geboren und am 1. Februar 1797 von dem damaligen Cooperator Johann Wanzka im Beisein des Herrn Carl Schubert, Schullehrers, als Pathen, in hiesiger Pfarre nach christkatholischem Gebrauch getauft worden ist.“ – Das Geburtshaus, „zum rothen Krebsen“ benannt, in der, nach der Nußdorfer Linie führenden oberen Hauptstraße gelegen, trägt derzeit die Nr. 54 und ist Eigenthum der Frau Barbara Leithner. Ueber dem Eingangsthor befindet sich eine, aus grauem Ranna-Marmor angefertigte Gedenktafel mit der Inschrift: „Franz Schubert's Geburtshaus;“ auf der rechten Seite ist eine Lyra, auf der linken ein Lorbeerkranz mit dem Datum der Geburt angebracht. Die feierliche Enthüllung dieses, von dem Wiener Männergesang-Verein gestifteten und durch den Steinmetzmeister Wasserburger ausgeführten Gedenkzeichens fand am 7. October 1858 statt. Eine Seitengasse der „Nußdorferstraße“ (früher Brunngasse genannt) heißt jetzt Schubertgasse.

*) Unter den Geschwistern war es vorzugsweise Ferdinand, der in späterer Zeit dem, um 3 Jahre jüngeren Franz im Leben nahe stand, und dem daraus Scheidenden die Augen schloß. – Ferdinand Sch.,

[ocr errors][ocr errors]
[ocr errors]
« ZurückWeiter »