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*) Die Beamtenlaufbahn führte Umlauff damals in die Bukowina, wo er den aus der Türkei geflüchteten Bojaren und Bojarinnen die ersten Schubertschen Lieder vorsang. Ueber Umlauff's Verhältniß zu unserem Tondichter findet sich in dem Buch: „Leben und Wirken eines österreichischen Justizmannes“ von dessen Sohn Victor Ritter von Umlauff, folgende Stelle: „Den berühmten Tondichter Franz Schubert lernte er (Carl U.) bereits im Jahre 1818, als dessen großartigste Compositionsgattung, das Lied, fast noch unbekannt war, kennen und wurde ihm bald näher befreundet. Er besuchte ihn häufig des Morgens vor dem Amte, und fand ihn meist im Bette liegend und musikalische Gedanken zu Papier werfend, oder am Schreibtische componirend. Da sang er oft frisch gesetzte Lieder mit Begleitung der Guitarre dem Componisten vor, und wagte sich auch in Streite über den musikalischen Ausdruck einzelner Worte, aber Schubert, der äußerst starrsinnig war, wollte sich niemals zu einer Abänderung des einmal Gesetzten verstehen. Mir ist aus Erzählungen des Vaters nur die einzige Controverse über den Fragesatz: „O Land, wo bist du?“ im „Wanderer“ erinnerlich. Schubert setzte auf „bist“ den Nachdruck, Umlauff wollte ihn auf „Du“ haben. Schubert verharrte bei seiner Schreibart, welche auch in den Stich überging. Umlauff wirkte auch bei der ersten öffentlichen Aufführung von Gesangswerken jenes großen Tondichters mit, und zwar im Vocal - Quartette „Das Dörfchen“ von Bürger und in dem achtstimmigen Gesange „Chor der Geister über den Wassern“ von Goethe. „Das Dörfchen“ eine leichtere Musikart, gefiel ungemein. Der „Chor der Geister über den Wassern,“ ein tiefgedachtes, erhabenes Tongemälde, war von den acht Sängern, durchaus tüchtig geschulten Musikern, ausgezeichnet einstudirt und vorgetragen; aber die schwierige Musik war dem an Schubert's Tonweise ohnehin noch ungewohnten Publicum unverständlich; es blieb kalt, keine Hand rührte sich, und die

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rangement besorgten später die Verleger. Die bis zum Jahre 1821 fertig gewordenen „Deutschen“ erschienen alsbald bei Diabelli im Stich, welche Angelegenheit Josef Hüttenbrenner besorgte. (In einem Zettel ersucht Schubert den Hofconcipiste" "roß, der in seiner Nähe (Wipplingerstraße) wohnte, dem U“ einger Josef H. alle „Deutschen“ zu übergeben, da sie gestochen werden sollen.) Die veröffentlichten Schubert'schen „Tänze“ erschienen aber nicht in der Reihenfolge, in welcher sie im Original enthalten sind. So ist z. B. ein Theil der „Atzenbrucker Deutschen“ in op. 9 und 18 zu finden und von den zwölf Walzern: „Deutsches Tempo“ kommen 1 in den „Deutschen Tänzen“ vor. Die Autografe der Ecossaisen (Mai 1820 und Jänner 1823), der „Atzenbrucker“ (Juli 1821), „Deutsches Tempo“ (Mai 1823)und andere theilweise noch nicht veröffentlichte Tanzmusik besitzt J. Brahms.

') Die Composition reicht nur bis zu dem ersten Vers der zweiten Strofe.

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') Rosner (Franz), geb. 1800 in Waitzen in Ungarn, gest. 1842 als erster Tenorist am Theater in Stuttgart.

*) Die Tenorarie besteht aus drei Theilen. Sie beginnt Maestoso in E-Moll, worauf ein Andante C-Dur folgt, und ein Allegro E-Moll sie abschließt. In dem ersten Theil sieht Azolin die theure Mutter von Martern und Tod bedroht, im Andante zieht ihn die Sehnsucht zu Palmira und in dem Allegro gibt er wieder seiner Angst um das Leben der Mutter leidenschaftlichen Ausdruck.

*) Das Duett (B-Dur) von Streichinstrumenten, Piccolo, Flöte, Oboe, Clarinett, Horn, Fagott und Triangel begleitet, also etwas „türkischen“ Charakters, braust rasch dahin. „Bedur“ erklärt darin, daß er den ihm unbekannten, rang - und titellosen Azolin, der ihm Palmira rauben wolle, das Genick brechen werde, welchem Vorsatz „Cedur“ beistimmt. Der Humor kommt nur in dem Ausruf Beider: „Wir brechen sein Genick“, zum Durchbruch.

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