Martin Luther und die hochdeutsche Schriftsprache

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W. Koebner, 1883 - 121 Seiten
 

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Seite 33 - Ich habe keine gewisse, sonderliche, eigene Sprache im Deutschen, sondern brauche der gemeinen deutschen Sprache, daß mich beide, Ober- und Niederländer verstehen mögen. Ich rede nach der sächsischen Canzeley, welcher nachfolgen alle Fürsten und Könige in Deutschland; alle Reichsstädte, Fürsten-Höfe schreiben nach der sächsischen und unsers Fürsten Canzeley, darum ists auch die gemeinste deutsche Sprache.
Seite 38 - Deutsche klare rede wird / den man mus nicht die buchstaben inn der lateinischen 175 sprachen fragen / wie man sol Deutsch reden / wie diese esel thun / sondern / man mus die mutter jhm hause / die kinder auff der gassen / den gemeinen man auff dem marckt drumb fragen / vnd den selbigen auff das maul sehen / wie sie reden / vnd darnach dolmetzschen / so verstehen sie es den / vnd mercken / das man Deutsch mit jn redet.
Seite 36 - Ich hab auch noch bis her keyn buch noch brieff gelesen / da rechte art deutscher sprach ynnen were / Es achtet auch niemant recht deutsch zu reden / sonderlich der herrn Canceleyen vnd die lumpen Prediger / vnd puppen Schreiber / die sich lassen duncken / sie haben macht deutsche sprach zu endern...
Seite 38 - Deutsche klare rede wird, den man mus nicht die buchstaben inn der lateinischen sprachen fragen, wie man sol Deutsch reden, wie diese esel thun, sondern, man mus die mutter jhm hause, die kinder auff der gassen, den gemeinen man auff dem marckt drumb fragen, und den selbigen auff das maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetzschen, so verstehen sie es den und mercken, das man Deutsch mit jn redet.
Seite 44 - Wer Deutsch kan, der weis wol, welch ein hertzlich fein wort das ist: die liebe Maria, der lieb Gott, der liebe Keiser, der liebe fürst, der lieb man, das liebe kind. Und ich weis nicht, ob man das wort „liebe...
Seite 44 - Entweder der Uebersezer läßt den Schriftsteller möglichst in Ruhe, und bewegt den Leser ihm entgegen; oder er läßt den Leser möglichst in Ruhe und bewegt den Schriftsteller ihm entgegen.
Seite 44 - Er mus dencken an ein vas vol bier / oder beutel vol geldes / darumb hab ichs vordeutscht. Du holdselige / da mit doch ein Deutscher / dester meher hin zu kan dencken / was der engel meinet mit seinem grus. Aber hie wollen die Papisten toll werden vber mich / das ich den Engelischen grus verderbet habe. Wie wol ich dennoch da mit nicht das beste deutsch habe troffen. Vnd hette ich das beste deutsch hie sollen nemen / vnd den grus also verdeutschen / Gott grusse dich du liebe Maria...
Seite 115 - Es gewährt daher ein ganz eigentümliches Vergnügen, Artikel für Artikel durchzugehen, Zug um Zug zu sammeln, und zu beobachten, wie allmälich ein Bild von der sprachlichen Individualität Luthers in uns entsteht, das auf mich wenigstens eine grofse Wirkung macht. Man empfängt einen unbeschreiblichen Eindruck von unerschöpflicher Kraft und sinnlicher Lebendigkeit. Ich habe die unmittelbare Sensation dieser gewaltigen Natur noch nie so deutlich gehabt.
Seite 44 - Aber was frage ich darnach? sie toben oder rasen / jch wil nicht wehren / das sie verdeutschen was sie...
Seite 94 - der zugleich alle Lieblichkeit Zier/ Ungestüm und bewegenden Donner in die Teutsche Sprache gepflantzet/ die rauhe Bürde in vielen jhr abgenommen/ und den Teutschen gezeiget/ was jhre Sprache/ wenn sie wolten/ vermögen könte...

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