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der Gegend von Marienburg wiederum für längere Zeit Quartiere. Auf dem Marsch durch Preußen fand das Regiment überall die herzlichste Aufnahme, und die aufrichtige Freude über die am 26. Ianuar dem General v. Morck überbrachte Mitteilung, daß der König von Potsdam nach Breslau übersiedeln werde, ließ alle überstandenen Schicksale vergessen.

Am 15. Februar ging der Befehl ein zur Abgabe von 8 Unteroffizieren, 16 Gemeinen per Bataillon zur Formation von Reserve-Bataillonen, welche in Ostpreußen errichtet werden sollten, zu denen von unserem Regiment 2 Premierleutnants, 4 Sekondeleutnants und 2 zu Offizieren beförderte Feldwebel kommandiert wurden.

Infolge der mehr und mehr zur Entscheidung drängenden politischen Lage setzte sich das Korps Mitte März gegen die Oder in Marsch und überschritt bei Marienwerder die Weichsel. Am 16. März langte das Regiment in Lichtenberg an, wo der Leutnant v. Biörnftierna mit Ersatzmannschaften aus Schlesien eingetroffen war. Das II. und Füsilier-Bataillon hatten bereits am 18. Februar etwas über 200 ostpreußische Krümper als Ersatz erhalten.

Da die Professionisten in den Marschquartieren ohne Unterbrechung gearbeitet hatten, so war das Möglichste geschehen, die seit 1811 getragene Bekleidung auszubessern. Dic letzten Pelze waren an der Grenze der Neumark abgelegt worden.

Mittlerweile war der Vertrag zwischen Preußen und Rußland zu Kalisch und Breslau unterzeichnet worden. Die Franzosen hatten am 4. März Berlin und Umgegend verlassen und hielten nur noch einige Festungen östlich der Elbe besetzt.

Am 17. März, demselben Tage an welchem unser erhabener König in Breslau den herrlichen Aufruf „An Mein Volk!" erließ, hielt das Oorcksche Korps, mit ihm auch unser II. und Füsilier-Bataillon, seinen Einzug in Berlin. Prinz Heinrich, der Bruder des Königs, empfing das Korps am neuen Königstor und führte es in die Stadt. Eine ungeheure Menschenmenge war den Truppen entgegengeströmt. Herzerhebend war die Begeisterung und die freudige Teilnahme, die sich auf allen Gesichtern der Bevölkerung ausdrückte, und nicht endenwollender Iubel des dichtgedrängten Volkes begrüßte die Krieger. Die lebhaftesten Beisallsbezeugungen der mannigfaltigsten Art gaben der herzlichen Freude über die Heimkehr Ausdruck. Der Marsch durch die Stadt glich einem Triumphzuge! An dem Königlichen Schlosse angekommen, salutierte General v. Morck zu den Königlichen Prinzessinen hinauf und ließ alsdann die Truppen vorbeimarschieren. Das kombinierte Feldregiment Nr. 6, welches der Avantgarde zugeteilt war, setzte ohne Aufenthalt in Berlin den Marsch nach Zehlendorf fort, wo es am Abend eintraf. Den nächsten Tag langte es in Potsdam an. Den beiden Bataillonen wurde am 28. das Glück und die Freude zuteil, von Seiner Majestät dem Könige besichtigt zu werden.

Am 27. März erfolgte, nachdem im Lustgarten zu Potsdam ein Gottesdienst abgehalten und die Truppen feierlich eingesegnet worden waren, der Abmarsch derselben über Treuenbrietzen auf Wittenberg.

Begebenheiten bei dem I. Bataillon und dem Schlesischen Grenadier-Bataillon vom März 1812

bis zum Ausbruch des Krieges 1813.

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ach dem Abmarsch der beiden mobilen Bataillone des Regiments von Glatz, 31. März 1»I2, war das I. Bataillon noch bis zum 18. Mai in seiner bisherigen Garnison geblieben. Am 1!>. Mai 1812 marschierte es nach Neisse ab, wo es mit den beiden dort zurückgebliebenen Bataillonen des 1. Schlesischen Regiments ein kombiniertes Regiment unter Oberst v. Losthin bildete.

Das I. Bataillon 2. Schlesischen Infanterie-Regiments bestand aus '>'>2 Mann Feldtruppen und 80 Mann Garnisontruppen <Handwerker), das Schlesische Grenadier-Bataillon in Brieg aus .',70 bezw. 100 Manu.

Das Depot des Regiments in Cosel zählte 337 Mann. Die RegimentsGaruison-Kompagnie stand ebenfalls in Cosel und war 205 Mann stark, von denen die eine Hälfte Rekruten waren, während die andere aus nicht mehr zum Felddienst ganz tauglichen Soldaten, welche zum Anlernen der Rekruten abgegeben waren, bestand. Letztere waren vollständig eingekleidet, elftere hatten graue Iacken und Mäntel. — Mit Gewehren war die ganze Kompagnie versehen.

Die Rangliste der Offiziere des I. Bataillons pro Mai 1812 war folgende:

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'i Oberstleutnant v. Loschin war durch A.-K.-O. vom 8. Februar 1«11 Oberst geworden.

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Bei dem Schlesischen Grenadier-Bataillon befanden sich vom 2. Schlesischen Infanterie-Regiment zu dieser Zeit:

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'> Wurde im Oktober 1812 zum I. Bataillon versetzt und statt seiner der im Iuli 1812 versetzte Leutnant Hüner Adjutant dieses Bataillons; Hüner trat im Oktober 1814 wieder zum II. Bataillon.

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