Reise in Chile, Peru, und auf dem Amazonenstrome während der jahre 1827-1832, Band 2

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F. Fleischer, 1836 - 464 Seiten
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Seite 402 - Stadt an den Ufern sich erhebt, denn nur nach einer oder zwei Tagereisen erreicht man ein ärmliches Dorf, dessen Rohrhütten, von halbwilden Menschen bewohnt, schon in kurzer Entfernung nicht mehr unterscheidbar sind; — allein über das Ganze spannt sich ein wolkenloser Himmel , und die Strahlen der tropischen Sonne fallen auf eine Natur von so unendlichem Reichthum, die Kraft des Lebens spricht allenthalben sich mit solcher Stärke aus, dass der Reisende, weit entfernt die Langeweile einer Seefahrt...
Seite 403 - Ausbreitung sehr vieler tropischer Bäume in breite platte Kronen bringt eben so viele Schirme hervor, die den wassererfüllten Boden so dicht beschatten, dass stets auf ihm eine nur des Mittags angenehme Kühle herrscht.
Seite 403 - Gestirns bemerklich, denn meist sind die Bewohner der Wälder so frostig, daß sie, statt in Zügen aus ihren Lagern aufzubrechen oder auch vereinzelt zum Suchen ihrer Nahrung auszugehen, sich vorher den Strahlen längere Zeit aussetzen, um von der zunehmenden Wärme durchdrungen und aufgeregt mit verdoppelter Kraft ihre Geschäfte zu beginnen. Große Familien von Affen nehmen die höchsten Gipfel ein, wo ebensowenig der Pfeil des Indiers als das Blei des Europäers sie leicht erreichen kann.
Seite 89 - Nachmittagsstunden, wenn ein oder zwei "Witterungswechsel eingetreten sind, und die Temperatur um einige Grad höher, oder die Luft feuchter geworden ist. Der Indier scheint eine Art von Immunität gegen die Puna zu geniessen, denn er verrichtet die furchtbar schwere Arbeit der Bergwerke mit derselben Ausdauer im Cerro wie in den wenige tausend Fuss über das Meer erhöhten Minen.
Seite 213 - Branntwein bei der ersten Gelegenheit auf das Zügelloseste auszuschweifen. So kann der Coquero einige Jahre seine traurige Existenz hinschleppen, bis er endlich an allgemeiner Abzehrung stirbt. In psychischer Beziehung scheint sonst der Coquero nicht so viel zu leiden, wie der Branntweintrinker, ausser dass die Sucht sich zu isoliren den Gedanken eine üble Richtung gibt.
Seite 405 - Dramas entlockt Nur der Indier vermag einzelne Stimmen aus diesem vielzähligen Chor herauszufinden, in welchen höchst selten ein Laut durch Menschen hervorgebracht sich einmischt. Es mögen Tage vergehen, ehe der rauhe aber sehr weit vernehmbare Ton der hölzernen Trompete die Nähe einer...
Seite 402 - Inseln dahinfließt oder in ein seegleiches Becken ungetrennt sich ausdehnt, ein dunkelgrüner Waldrand, der auf so ebenem Boden und von tausend Schlingpflanzen übersponnen in der Entfernung fast einer künstlich gezogenen, aber riesengroßen Hecke gleicht, sind die einzigen Bestandteile dieser landschaftlichen Ansichten.
Seite 212 - ... bemerkbar ist. Dann gesellt sich unheilbare Schlaflosigkeit hinzu, an der selbst Diejenigen schon leiden, welche den Gebrauch der Coca nicht übertreiben, und der Zustand des misslaunigen Kranken, der dann nicht einmal das Kraut, dem er alles Uebel verdankt, geniessen kann, wird wahrhaft bedauernswerlh.
Seite 406 - II. 52 409 treiben selbst die Onze auf die furchtbar stachligen Palmen hinauf. Inzwischen nahet der Mittag. Die Sonne wirkt dann selbst für tropische Wesen zu heftig, und wie Alles dem tiefen Schatten zueilt, und viele Geschöpfe , besonders die Vögel , in Schlaf verfallen , tritt neue allgemeine Ruhe ein. Keine Wolke zieht über das Himmelsgewölbe, die lorbeerartigen Blätter der Baumkronen...
Seite 354 - ... trennt es wohl auch die gemeinsam auf die Jagd Gezogenen, indem es bald hier bald dort in veränderter Gestalt erscheint, allein nie täuscht es den Erfahrenen, der in seinem Misstrauen die Spur seines Feindes untersucht.

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