Die Ordnung der Bildung: Beiträge zu einer Genealogie der Bildung

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Springer-Verlag, 27.12.2007 - 381 Seiten
153 und als Kennzeichnung von vernünftiger Selbstbestimmung, freier Selbstentfaltung und individueller Selbstverwirklichung qua Wissen und Reflexivität ausgeben. Es ist vielleicht dieser bis heute immer wieder beschworene ‘Humanismusvorschuߒ und die daraus resultierende vermeintliche ‘Vorzüglichkeit der Bildung’ (vgl. Meyer- Drawe 1999a, 162), die jene davor bewahren, allzu leicht mit Machtfragen vermischt oder gar identifiziert zu werden: “Dabei gilt ‘Bildung’ [. . . ] trotz aller Unterschiede im einzelnen als der noblere Ausdruck. ‘Erziehung’ kann, selbst wenn sie mit emanzi- torischen Potentialen ausgestattet wird, an diese Vorzüglichkeit nicht heranreichen” 2 (ebd. ) . Nur folgerichtig hat sich insbesondere bildungstheoretisch eine – durchaus bis heute gepflegte – Thematisierungsform des Verhältnisses von Bildung und Macht durchgesetzt, die die – prinzipielle oder wenigstens ideelle – Unvereinbarkeit von Bildung und Macht behauptet und insbesondere in Heydorns Diktum vom ‘Wid- spruch von Bildung und Herrschaft’ (Heydorn 1979) ihre pointierte Gestalt erhalten hat; auch wenn deren Zuspitzung, dass die “Frage der Bildung” letztlich nur als “Frage nach der Liquidation der Macht”(ebd. 337) gelesen werden könne, in dieser Schärfe wohl kaum von allen (noch) geteilt wird, so ist doch das pädagogische Selbstbewusstsein insgesamt – und auch die damit verknüpfte disziplinäre Identität – weitgehend von der Überzeugung geprägt, dass es in ‘Bildung’ mindestens um die 3 “Vermenschlichung der Macht” (Heydorn 1980, 7) ginge – und gerade nicht um ein “Instrument zum Erwerb von mehr Macht” (Peukert 1988, 12).
 

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Inhalt

Inhalt
9
Das andere Gesicht der Macht
49
Die Führung der Führungen
67
Das Zwischen der Macht
102
Skizzen zu einer Anthropologie der Macht
125
A Bildung als Dispositiv
163
Ein sozialgeschichtlicher Zugang
172
Ein begriffsgeschichtlicher Zugang
179
Ein diskursgeschichtlicher Zugang
186
Ein genealogischer Zugang
199
B Die Macht der Bildung
211
2 Vom Gemeinsamen zum Allgemeinen
283
Die Technologie der Prüfung
326
Kritik der Bildung ein Blick nach vorn
343
Urheberrecht

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Häufige Begriffe und Wortgruppen

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Über den Autor (2007)

Dr. Norbert Ricken ist Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft am Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Universität Bremen.

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