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Rückzug antreten zu müssen und befahl den Truppen unter Harispe das Gleiche; `die leßtern wurden stark ge- 3 M. n. Ulzc. drångt, in Unordnung gebracht und bis hinter Gulina verfolgt, wo sie sich unter dem Schuße eines GrenadierBataillons wieder sammelten. Dieses schlug alle An= griffe ab, und eben so scheint auch das Gefecht der auf der großen Straße vorrückenden Spanier mit der mittlern Colonne keinen besondern Erfolg für sie gehabt zu haben. Nach der Relation des General Filangieri endete das Treffen um 1 Uhr Nachmittags zum entschiednen ́ Nachtheil der Gegner, nach andern durch die folgenden Ereignisse - beglaubigten Berichten, haben sich die Spanier nach 3 Uhr überall zurückgezogen, und Irurzun ist eben so wie Aizcorbe von den Republikanern besezt worden. Während dieser Gefechte war eine französische Abtheilung (wahrscheinlich von der Colonne des General Merle) M. f. Irurz. bis Atondo vorgedrungen, wurde aber gleich wieder vertrieben *).

Filangieri hatte in Folge dieses Gefechts eine StelM. f.8. Irurz. lung bei Erize bezogen, deren linker Flügel bis an den

Fluß Araquil reichte; um diesen gegen Umgehung zu sichern, wurden die auf dem jenseitigen Ufer gelegnen Höhen von Ollarrequi mit der Compagnie Ubeda beseßt,

*) Mercurio II. 342-349. Moniteur p. 1222. 1241. Mémoires p. 166-169, im legteren Buche ist wahrscheinlich durch einen Druckfehler der 18te Thermidor (statt Mef= fidor) als Tag des Gefechts angegeben.

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welche drei Bataillone zur Unterstüßung hinter sich hatte. Ein Angriff auf diesen Posten schien ausführbarer als auf die starke Front der Spanier, und wurde am Morgen des 22ften Juli von Digonet unternommen. Die Truppe des Ubeda war bald vertrieben, und ein zu ihrer Aufnahme vorrückendes Bataillon konnte den Feind nur wenig aufhalten, worauf die beiden übrigen ihm nach einigen Salven mit dem Bajonnett entgegengingen. Es kam zum hartnäckigsten Handgemenge, in welchem die drei Staabsofficiere der beiden Bataillone getödtet oder verwundet wurden, und diese sahen sich bereits von der Uebermacht gegen den Fluß gedrängt, als das Eintreffen einiger Abtheilungen vom Hauptcorps den Feind aufhielt, welcher sich begnügte die eroberte Höhe zu besehen. Die Spanier zählten 10 Officiere, 209 Mann todt, verwundet, gefangen oder vermißt; jenen zwei Bataillonen (vom Regiment Africa) wurde für die bewiesene Tapferkeit eine besondere Auszeichnung an den Fahnen be willigt *).

Es war dieß das lehte Gefecht auf diesem Theile des Kriegstheaters; an der Gränze von Biscaya waren indeß bedeutendere Ereignisse vorgefallen, welche wir jekt nachholen.

*) Mercurio II. 349–355. Mémoires p. 176. Hier wird der 20fte als der Tag des Gefechts genannt, was, bei der unzweideutigen Angabe des spanischen Officialberichts, jedenfalls ein Irrthum ist.

Crespo ging im Anfange des Monats von Mon

2M.f.w.Mondr.dragon nach Salinas de Guipuscoa zurück, wo er mit der Hauptmasse Stellung nahm; der linke Flügel dehnte 21 M. n. Sal. sich zur Deckung der Gränze von Biscaya bis Ermua aus, und einzelne Posten unterhielten im Gebirg zur Rechten die Verbindung mit den Truppen in Navarra. Diese ging verloren, als sich der Feind in Irurzun festsekte, und bald wiederholte der französische Feldherr den Versuch das Corps einzuschließen. Am 11ten Juli rückte die Abtheilung, welche bisher bei Motrico gestanden, nach 14M.f.8. Motrt. Elgoibar, vereinigte sich hier mit einer andern von Az13 M. n. 8. Elg. peytia herangezogenen, und marschirte (nun etwa 4500 Mann unter General Dessein) noch in der Nacht bis 21 M. f. w. Elg. Cybar; sie stießen am folgenden Morgen vorwärts Ermua auf eine verschanzte Stellung des spanischen linken Flügels, vertrieben den Feind, welcher zwölf Geschüße vers 33 M. w. Erm. lor, und beseßte in der Nacht Durango, wo die Magazine, Munitions- und Waffen-Depots der Truppen

M. w. Cyb.

Crespo's in ihre Gewalt fielen. Die Division erreichte 2} M. s.w. Dur. am 13ten Villareal de Alava und warf folgenden Tags 3 M.f.w.Villar. bei Urbina einen Theil des spanischen Corps; der Vortrab beseßte noch an demselben Abende, die Hauptmasse einen 13 M. f. d. ure. Tag später Vittoria, wo man das Eintreffen einer Colonne unter Willot erwartete. Dieser war am 13ten mit

4500 Mann von Irurzun aus über Huarte-Araquil nach 3 M. n.d. Frurz. Ulsasua, am 14ten über Dyzogueta (wo einige hundert Spanier aus einem verschanzten Posten vertrieben wur3 M. w. Uls. den) nach Salvatierra marschirt, und erreichte am 15ten

Gamboa, ungefähr halben Weges zwischen Salinas und
Vittoria.

Crespo, wahrscheinlich von dem Marsche dieser Colonne unterrichtet, dachte schon am 14ten darauf seine äußerst gefährdete Stellung bei Salinas zu ráumen; als er durch das Gefecht bei Urbina die Ueberzeugung gewann, daß der Rückzug in der Richtung von Südwest bereits durch die Division Dessein gesperrt sei, führte er sein Corps hinter ihr weg über Durango nach Bilbao, 84 M. n. w. wo es in der Nacht zum 17ten eintraf *).

General Dessein schob von Vittoria aus 4 Bat.,

Salin.

100 Pferde gegen Miranda de Ebre, ein schwaches De- 44 M. f.w. Vitt. tachement gegen Salinas vor, um Crespo nicht aus den Augen zu verlieren; als ihm dessen Rückzug bekannt ward, brach er sogleich auf, vereinigte sich auf dem Marsche

12 M. f. Bilb.

mit Willot und erreichte am 17ten Orduna, am 18ten 63 M. n.w.Vitt. Miravalles. Crespo räumte an diesem Tage Bilbao wie- 34 M. n.ö. Orp. der, und marschirte nach Pancorbo an der Gränze von in geraber Linte Altcastilien, wo die Spiße seines Corps am 22sten anlangte; die französische Vorhut zog am 19ten, das Gros folgenden Tags in Bilbao ein **). Die gegen Miranda 1 M. n. 8.

Mirav.

*) Moniteur p. 1283. Mémoires p. 169-174.

**) Nach den Mémoires p. 173, welche Angabe durch einen im Mercurio (II. 367) abgedruckten Brief aus Bilbao so bestätigt wird, daß auf Moncey's Officialbericht (Moniteur p. 1284), nach welchem Bilbao schon am 17ten besegt worden wåre, keine Rücksicht genommen werden konnte.

de Ebro gesehdete Abtheilung hatte den Ort am 22sten, ohne ernstlichen Widerstand zu finden, beseßt, da sich dort nur wenig Truppen mit einigen hundert Mann Aufgebot fanden; dadurch zu sicher gemacht, erlagen die Republikaner am Abende einem überraschenden Angriffe, und wurden bis jenseit des Ebro zurückgetrieben. General Dessein, welcher seinen Truppen zu Bilbao einige Ruhetage gegeben, folgte erst am 23sten den Spaniern an den Ebro, und vereinigte sich mit der bei Miranda · stehenden Abtheilung, wo nun beide Theile durch den Fluß getrennt einander gegenüber lagerten, ohne daß es zu Feindseligkeiten gekommen wäre. Hier fand sie am 5ten August die Nachricht von dem Basler Frieden.

Bemerkung.

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Ueber die Ereignisse an der Grånze von Aragon finden sich weder spanische noch französische Berichte. Der Prinz von Castel Franço behielt auch den Oberbefehl über das dort aufgestellte Corps bei, welches, wie es scheint, einzelne Abtheilungen an die beiden andern spanischen Armeen abgeben mußte; wahrscheinlich haben auch die Republikaner den größeren Theil ihrer dort stehenden Truppen weggezogen, da in dieser Gegend niemals etwas zur Entscheidung des Kampfes geschehen konnte.

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