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zösische General die Besatzung dieses Postens verstärkt, so daß dieOesterreicher, nach einem Verluste von 11 Officieren, 416 Mann, den Angriff aufgeben mußten *). Von jetzt ab geschah, mit Ausnahme ganz unerheblicher Vorpostengefechte, abermals zwei Monate lang nichts für den Zweck des Krieges, und diese Ruhe ward den Verbündeten verderblicher als eine Schlacht; ohne gehörige Lagergeräthschaften und bei mangelhafter Verpflegung^ auf dem Kamme der Apenninen allen Einflüssen einer wechselhaften und zuletzt rauhen Witterung preisgegeben, litten sie physisch nicht minder wie in moralischer Beziehung. Bei der französischen Armee trafen dagegen nach und nach alle erwartete Verstärkungen ein, so daß sie gegen 50,000 Mann unter dem Gewehr zählte, wovon über 36,000 Mann in der Riviera zum Angriffe verwendbar waren; auch gelang es den Anstrengungen der Verwaltungsbehörden, den Truppen wenigstens die unentbehrlichsten Bedürfnisse fortwahrend zu sichern**).

Der Feldherr der Republikaner nunmehr selbst zu einem entscheidenden Schlage entschloffen, zog den General Serrurier mit dem größten Theile der am Lol di Tenda stehenden Truppen in das Thal des Tauaro, und

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hatte den 15ten November zum allgemeinen Angriffe bestimmt; ein heftiges Unwetter machte die Ausführung unmöglich , und veranlaßte zugleich den General Argenteau seine Abtheilung, die bisher im Angesicht der französischen Stellungen bei Sucarello gelagert hatte, in die Gegend von Bardinetto zurückzuziehen, mit Vordertruppen beiizMn.w.Vuc. Rocca barbena. Es entstand dadurch ein bedeutender un- 5 M. s, w. V-,!,. besetzter Raum bis zum linken Flügel 6er Armee, dessen verschanzte Stellungen sich nur etwa eine Stunde weit von Loano aus gegen das Gebirg hinzogen; General Graf Wallis, der diesen Flügel befehligte, übernahm an des erkrankten De Vins Stelle das Obercommando.

Am 23sten November wurde er auf der ganzen Linie angegriffen. Serrurier führte 7000 Mann gegen die Piemonteser bei S. Bernardo, und machte zugleich auf dem linken Ufer des Tanaro Demonstrationen; Massena . mit zwei Divisionen (etwa 13,000 M.), aus der Gegend von Sucarello hervorbrechend, hatte die Bestimmung, das Corps von Argenteau zu überwältigen und so alle Verbindung zwischen Colli und dem linken österreichischen Flügel zu unterbrechen, gegen welchen Augereau den Rest der verwendbaren Truppen führte. Serruriers Angriffe wurden von den Piemontesern überall mit ausdauernder Tapferkeit abgewiesen; dagegen gelang es Massena die österreichischen Vordertruppen zu werfen, und später nach lebhaftem Kampfe auch die Hauptmasse Argenteau's aus ihrer Stellung bei Bardinetto zu vertreiben. Dieser zog sich bei Murialto hinter die Bormida zurück, seine Ver-»Mn.w.V»,i. bindung mit dem linken Flügel war gänzlich unterbrochen, da gleich nach erkämpftem Siege eine starke französische Abtheilung sich in den Besitz des Postens von Melogno gesetzt hatte.

Gleichzeitig begann Augereau das Gefecht mit den Oesterreichern bei Loano, wo sie auch von mehrem Kanonierchaluppen in Seite und Rücken beschossen wurden. Es scheint als seien sie theilweis überrascht worden, wenigstens nahmen die Republikaner mehrere Schanzen nach höchst unbedeutendem Widerstande; und nur die Besatzung von Loano und einer Redoute auf der Höhe Gran Ca« stellaw, vertheidigten sich standhaft. Nachdem die in letzterem Werke stehenden Truppen mehr als einen Swrmangriff abgewiesen, sahen sie sich von allen Seiten umschlossen, da die Eroberung der nebenliegenden Verschanzungen dem Feinde gestattete, in ihren Rücken zu marschiren; schon glaubten die französischen Generale diese Abtheilung gefangen, als sie den rühmlich vertheidigten Posten räumte, und sich mit dem Bajonnett durch die Gegner schlug, welche ihr den Rückzug abzuschneiden versuchten. Wallis räumte darauf Loano freiwillig, und nahm (etwa Nachmittags 4 Uhr) unfern des Kampfplatzes Position; es erfolgten indeß keine weiteren Angriffe, da das üble Wetter, welches den Tag über stattgefunden, zu dieser Zeit in heftigen mit Schloßen vermischten Sturm überging. Während der Nacht von Ar« genteau's Niederlage unterrichtet, trat der österreichische General am 24sten den Rückzug in die Gegend von

Finale an, erreichte, nicht ohne starken Verlust durch deni'M.n.z.üoa,,, aufdrängenden Feind, folgenden Tages Vado, und theilte «5 M. n. z. F.,-. am 26sten sein Corps in zwei Colonnen, von denen eine über Madonna di Savona, Montenotte, und MalvicinolKn M d,S!

'« M, n, Mont.

am 29sten bei Acqui, die andere über Cadibone und ^ «t.« M»i».

1^ M. n. V»d

Altare einen Tag ftüher bei Dego eintraf; mit der letzteren 4 M.».w.C«d. hatte sich bei Altare das Corps von Argenteau vereinigt,««!, n.'z. MÜ. welches auf dem linken Ufer der Bonnida fortgegangen"'""' und bei Millesimo auf das rechte zurückgekehrt war*). Ueber den Verlust der Geschlagnen sind die beiderseitigen Berichte sehr abweichend. Der französische berechnet ihn zu 3000 Todten und Verwundeten, und mindestens 4000 Gefangenen, der österreichische weist speciell einen Abgang von 97 Ofsicieren 4086 Mann an Getödteten, Blefsirten und Vermißten nach, und giebt an, daß dem Feinde 48 Geschütze hätten überlassen werden müssen; gewiß ist, daß nur der geringste Theil der bedeutenden österreichischen Magazine gerettet werden konnte**).

Während die Mehrzahl der Truppen unter Augereau

') Der Ausdruck im österreichischen Officialbericht ist so unbe» stimmt, daß man auch annehmen konnte, es sei nur ein Theil von Argenteau's Truppen (vielleicht durch die Ereignisse vom Gros abgedrängt) gewesen; da sich indeß keine-Notiz, über weitere Bewegungen dieses Generals, vorfindet, so habe ich Mich zu der obigen Annahme berechtigt geglaubt.

") Wiener Zeit. S. 3542. 3S4Z. 3579, 3686. 3687. Boniteur 323. 329. 330. Briefe aus Jtalien S. 57-68. lomini VII. 309—320. Ve5jaräin« III. 306^-310.

und Massena den Oesterreichern folgten, sendete der französische Feldherr 5000 Mann nach seinem linken Flügel mit dem Befehle, unverzüglich das piemontesische Corps anzugreifen, welches noch immer in seinen frühem Positionen stand, wie es scheint ohne Nachricht von der Niederlage der Verbündeten. Serrurier, der jetzt über 12,000 Mann verfügen konnte, bestimmte den 27sten zum Angriff, und wählte dazu die Stellung bei Garesst'o; die Piemonteser schlugen sich hier mit Ausdauer, mußten aber am Nachmittage immer erneuten Anfällen weichen, 3^M. n. z. und traten den Rückzug nach Ceva an, worauf auch der gar nicht angegriffene Posten von S. Vernardo geräumt werden Mußte *).

General Scherer ist mehrfach getadelt worden, daß et seine Northeile nicht zu benutzen verstanden, indem er schon damals hatte Oberitalien erobern können; indeß die Rauheit der Witterung, der Mangel an Verpflegungsmitteln, selbst der physische Zustand seiner Truppen, und ihre Zersplitterung von Montenotte bis Batifolo bei Ceva, dem ziemlich concentrirten Feinde gegenüber, sind wohl hinlängliche Gründe gegen diese Ansicht. Er zog es vor, durch Festhalten der Apenninenpasse sich die glänzende Eröffnung des nächsten Feldzugs zu sichern, und traf

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