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Col di Tenda und Col di Finestra lief; die gegen 15,000 Mann zählende Alpenarmee stand vom Col de Argentera an, bis jenseit des kleinen St. Bernhard, in den Påssen und Positionen, welche im Laufe des vorigen Feldzugs erobert worden waren *):

Es lag in der Natur der Sache, daß die entscheidenden Schläge nicht an der westlichen Gränze Piemonts geführt werden konnten; wir begnügen uns deshalb die hier vorgefallenen Kriegsereignisse, welche durchaus keinen Einfluß auf das Ganze hatten, gleich jezt in der Kürze zu erwähnen. In der Nacht zum 12ten Mai eroberten die Republikaner den südöstlich des kleinen St. Bernhard gelegnen Col del Monte mit allem dort aufgestellten Geschük, und wiesen am 13ten einen Angriff zurück, welchen die Gegner auf den kleinen St. Bernhard wahr. scheinlich in der Erwartung unternahmen, diesen Posten nur noch schwach beseht zu finden. Ebenso vergeblich blieben die Versuche der Lehteren gegen Tenda und Briga, am 16ten Mai, gegen den Mont Genevre am 31sten Juli, so wie gegen St. Martin in der Nacht zum 1sten September; eine Menge kleiner Gefechte der Vordertruppen waren so unerheblich, daß wir ihre Aufzählung dem Leser ersparen zu müssen glauben **).

*) Wiener Zeit. S. 661. 1239.

aus Italien S. 12. 13.
Mil. Zeits. 1813. II. 37. 38.

Patono p. 175. 176. Briefe
Jomini VII. 77 — 81. Dest.

**) Wiener Zeit. S. 1672. 1673. 1708. 2198. Moniteur p.

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Kellermann hatte die Weifung erhalten, bis zum Eintreffen der ihm zugesicherten Verstärkungen in der Defensive zu verharren, und nöthigenfalls sogar bis hinter den Var zurück zu gehen; die Aufgabe des österreichischen Feldherrn war dagegen, die ausgedehnte Linie der Gegner auf einem Punkte zu überwältigen, und sie so zur ungesäumten Räumung der Riviera di Ponente zu zwingen. Wurde dieß wahrscheinlich durch einen gelungenen Angriff auf den Col di Lenda bewirkt, und sehen wir dagegen alle Anstrengungen gegen den rechten Flügel der feindlichen Aufstellung gerichtet, so müssen besondere Gründe dafür stattgefunden haben, von denen nur die Hoffnung auf das Mitwirken einer englischen Flotte erwähnt wird, welche in diesen Gewässern kreuzte. Erst in der Mitte 94 M. f. w. Usti. des Juni rückte die österreichische Armee nach Carcare vor *), von wo aus am 20sten die weitern Bewegungen begannen. Die Hauptmasse wendete sich links über Ca24 M. f. d. Earc.dibone nach Madonna del Monte, einen vor den franzdfischen rechten Flügel vorgeschobenen Posten; dieser ward leicht vertrieben, aber ohne Erfolg blieben die am 24sten und 25ften unternommenen Angriffe auf die in der Ge

1013. 1015. 1422. 1425. 1456. 1457. l'an IV. p. 116. Desjardins III. 248-250. Jomini VII. 84. 85. 91, 93. 94. 286. 287.

*) Damit betraten die Oesterreicher das neutrale genuefische Gebiet; die deshalb von De Vine gepflogenen Unterhandlungen finden sich in Recueil des Traités I. 153–157.

gend von Bado angelegten Verschanzungen. Eine andere 4 M. 5. M. d.M. Abtheilung von Carcare aus nach Monte Fredo gesendet, 14 M. f.w.Carc. rückte in der Nacht zum 25sten gegen den befestigten Col 1 M. f. w. M.Fr. S. Giacomo, und vertrieb nach lebhaftem Gefecht die

fieben französischen Bataillone, welche diesen Paß besett hielten; General Argenteau, gleichzeitig mit 43 Batail

lonen in drei Colonnen von li Ronchi aufgebrochen, er- 14 M. w. M. Fr. oberte die Verschanzungen bei Sette pani, und erwartete 14 M. f. w. l. R. nur das Eintreffen seiner Artillerie, um auch die nahe gelegnen Werke von Melogno anzugreifen. Als die Geschüße am Nachmittage anlangten, fiel ein so dichter Nebel, daß man in dem ungekannten schwierigen Terrain nicht weiter vorzugehen wagte; dagegen benusten die Republikaner denselben zu einem Versuche die verlornen Schanzen wieder zu gewinnen, würden in drei wüthenden Stürmen mit beträchtlichem Verluste zurückgewiesen, und sahen, als am 27ften der Angriff unter gleichen Umstånden wiederholt ward, ebenfalls alle ihre Anstrengungen vereitelt. An lehterem Tage ließ General Colli drei Colonnen gegen den Col di Tenda rücken, welche aber nach kurzem Gefecht den Rückzug antraten *).

*) Wiener Zeit. S. 1838. Beil. zu No. 54. 58. Moniteur p. 1161. 1164. Patono p. 184. 185. Briefe aus Italien G. 18-36. 38-40. Jomini VII. 85-94. Desjardins III. 254-258. In dem französischen Officialberichte wird behauptet: 3 Bataillone håtten den Posten von Sette pani wieder genommen, und die Oesterreicher darauf S. Giacomo freiwillig geråumt; beide Angaben sind völlig unwahr.

Kellermann erachtete nach diesen Ereignissen seine bisherige Stellung nicht mehr haltbar, ließ in der Nacht zum 29sten Vado räumen, und in den nächsten Tagen die Armee die Positionen beziehen, worin er wenigstens einen Theil der Riviera bis zum Eintreffen der verhießenen Verstärkungen zu behaupten hoffte.› Der rechte Flügel 44 M.f.w.Vado.lehnte sich bei Borghetto an das Meer, und lagerte hier auf steilen Anhöhen, deren natürliche Festigkeit noch durch

Feldwerke verstärkt wurde; einzelne Posten verbanden ihn 5M.n.w.Borgh. mit dem Centrum, welches sich bei Ponte di Nave zu1 M. n.ö. P.d.N. sammenzog, und Ormea durch seine Vordertruppen- besette, weiter westlich bis jenseit des Col di Tenda blieb die Aufstellung unverändert. Die Desterreicher waren langsam und ohne etwas zu unternehmen, den rückgångigen Bewegungen des französischen rechten Flügels ge= folgt; sie standen in der ersten Hälfte des Juli in der M.n.8.Borgh. Linie von Loano bis, Rocca barbena, und rechts von 1 M. n.w. Noc. ihnen mit der Hauptmasse bei S. Bernardo das Corps von Colli. Dieses hatte einige Gefechte mit dem Centrum der Republikaner bestanden, über deren Gang nur so dürftige Nachrichten vorhanden sind, daß man sich durchaus kein deutliches Bild. davon entwerfen kann; gewiß scheint, daß nicht ihr Erfolg, sondern die allge= meine Lage der Armee den Feind veranlaßte sich bei Ponte di Nave zu_concentriren *).

2 M. n. w. Loan.

barb.

*) Wiener Zeit. Beil. zu No. 58. G. 2221. 2306. Jomini
VII. 94-98. Desjardins III. 261–266.

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Zwei Monate blieben die Verbündeten unthátig in diesen Stellungen, lediglich damit beschäftigt sie zu verschanzen und Verbindungswege mit ihren rückwärtigen Depots anzulegen; wir finden nirgend einen Grund dieses befremdenden Stillstandes angegeben, welcher vielleicht auf der Idee beruhte, der Feind werde, aus Mangel an Unterhalt, ohne Schwertschlag das unfruchtbare Küstenland verlassen müssen, da seine Verproviantirung zur See durch, die englischen Kreuzer sehr gefährdet war. Allerdings litten die Republikaner drückenden Mangel sowohl an Lebensmitteln wie Bekleidungsgegenstånden, sie ertrugen ihn aber in der Hoffnung baldiger Hülfe. · Der Convent hatte 10,000 Mann vom Rheine nach Italien gesendet, und nach dem Frieden mit Spanien den größten Theil der Ostpyrenden-Armee dahin dirigirt; die er sten Truppen dieser Verstärkungen waren eben eingetroffen, als durch Conventsbeschluß vom 31sten August die Trennung der Alpen- und italienischen Urmee angeordnet, und Kellermann zum Befehlshaber der ersten ernannt, Scherer an die Spiße der zweiten gestellt wurde *).

Erft am 19ten September ward die lange Waffenruhe unterbrochen, indem General Argenteau sich in den Besit einer vom Feinde verschanzten Felsenhöhe in der Nähe von Sucarello zu sehen suchte. Durch die Vor- 14 M.w.Borgh. bereitungen dazu aufmerksam gemacht, hatte der fran

*) Moniteur. p. 1402. Scherer hatte bisher die Oftpyrenåen

Armee befehligt.

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