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so gewisser, wenn es ihm indeß gelungen war, Fortschritte zu machen.

Das Gefecht entbrannte zuerst auf dem rechten Flügel der Republikaner, wo die Hauptmasse der Division Massena der erwähnten Insel gegenüber erschien, während schwache Abtheilungen sich ober- und unterhalb am Flußufer zeigten und die Aufmerksamkeit des F. M. L. Provera so in Anspruch nahmen, daß er es nicht wagte, Unterstüßung an Liptai zu senden. Dieser bestand mit seinen vier Bataillonen einen mörderischen Kampf gegen die Uebermacht, indem er bald wüthende Anfälle des Feindes zurückzuweisen hatte, bald selbst Truppen zum Angriffe auf das rechte Brentaufer übergehen ließ; erst Nachmittags drei Uhr trafen 21 frische Bataillone ein, welche zu nichts dienen konnten als die durch achtstündiges Gefecht erschöpften Truppen abzulösen und dasselbe bis zum Abende hinzuhalten. Die Insel wurde mit ei ́nem Verluste von 21 Officieren, 1167 Mann behauptet; die Brigade, welche sie so rühmlich vertheidigt hatte, ge= rieth während der Nacht in die bedenklichste Lage, indem Provera die vom linken Ufer dahin führende Schiffbrücke in der Besorgniß abbrechen ließ, der Feind möge am nächsten Tage doch den Uebergang über die alte Brenta erzwingen und dann mit den geworfenen Truppen vermischt aus der Insel auf das linke Flußufer dringen.

Das lebhafte Feuer auf diesem Punkte veranlaßte den Feldzeugmeister zur Entsendung zweier Bataillone

am rechten Ufer, welche die linke Flanke der Gegner unvermuthet anfallen sollten; sie hatten indeß noch nicht le Nove erreicht, als ihnen der daraus vertriebene Vortrab lebhaft vom Feinde verfolgt entgegenkam, welcher mit einer andern Colonne etwas später auch Marostica angriff. Man versuchte sogleich le Nove wieder zu nehmen, und es entspann sich um den Besitz dieses Dorfs ein hartnäckiger wechselvoller Kampf, der am Abende damit endete, daß die Oesterreicher sich darin behaupteten. Nicht minder heftig war das Gefecht bei Marostica. Beide Theile eroberten und verloren mehrmals den Ort, die Republikaner hielten ihn endlich und drangen gegen die Stellung, welche die Division Quasdanovich auf den Höhen gegen Bassano zu genommen hatte; mehrere Angriffe darauf wurden abgewiesen, und als bei einbrechendem Abend die gesammte österreichische Reuterei über Marsano in die linke Flanke der erschöpften Gegner. zog, wichen sie zurück. Ihr Verlust an diesem Tage ist nicht zu ermitteln, aber gewiß nicht geringer als der der Desterreicher, welche hier 26 Officiere, 1607 Mann, also im Ganzen 47 Officiere, 2774 Mann einbüßten. Buonaparte sah nicht allein seinen Plan vereitelt, er erhielt auch Meldungen über die ungünstige Lage der Division in Tyrol, und entschloß sich, nach Verona zurückzugehen; durch diesen festen Punkt im Besiß beider Etschufer, wollte er dann mit concentrirter Kraft auf den Theil der Gegner fallen, welcher die beste Gelegenheit dazu gewähre. Die Armee, am frühen Morgen des 7ten aufgebrochen,

erreichte nächsten Tages die Umgegend von Verona, die

11 M. s. w. Bas. Nachhut Villa nuova *).

Der Feldzeugmeister schickte sich an, die erlangten

*) Wiener Zeit. Beil. zu Nr. 91. Napoléon Mémoires III. 317-322. Notes et Mélanges I. 13. 14. Correspondance inédite II. 247. 248. 255-257. 260–262. 278. Jomini IX. 156-162. 164-166. Dest. Mil. Zeits. 1813. V. Heft S. 11-13. Jahrgang 1828. III, 290–298. Kriegsgeschichtliche Monographien II, 324 — 326.

Nach Napoleons Erzählung sind die Desterreicher gånzlich über die Brenta zurückgeworfen worden, die Republikaner haben nach sechs Uhr Abends an der Brücke von Bassano gestanden, und lediglich die während der Nacht eingehende Nachricht von den ungünstigen Gefechten des General VauBois hat den Rückzug nach Verona veranlaßt. Wir sind der davon sehr abweichenden Relation in der Oest. Mil. Zeits. gefolgt, welche auf archivalischen Nachrichten beruht, und bei dem Charakter der Wahrhaftigkeit, der sie wie alle ähnliche historische Arbeiten dieser Sammlung auszeichnet, gewiß mehr Glauben verdient, als die Memoiren Napoleons, denen so vielfältige Entstellung der Wahrheit nachzuweisen ist. Ueberdem ist es schwer zu glauben, daß Napoleon, siegreich an der Brentabrücke angelangt, sich durch den Einbruch der Nacht habe abhalten laffen, das für ihn so wichtige Bassano zu be= segen; nicht minder fällt es in die Augen, daß die französische Armee wirklich in so entschiednem Vortheil, wie ihr Anführer versichert, den Marsch durch die Val Sugana unbedenklich antreten konnte, die Niederlage der Oesterreicher in Tyrol aber um so gewisser und entscheidender ward, wenn sie über Trient hinaus vorangegangen waren.

Vortheile durch einen allgemeinen Angriff am Morgen des 7ten zu vervollständigen, als ihm der gänzliche Rückzug der Republikaner gemeldet wurde. Das Corps sollte ihnen ungesäumt folgen, da aber für die Division Provera erst die Schiffbrücke wieder hergestellt werden mußte, so konnte diese erst Nachmittags aufbrechen, und kam blos bis S. Pietro Engu; die Division Quasdanovich 1 M. f. w. Font. nach Scaldaferro. Beide vereinigten sich folgenden Tags 2‡ M. s. w. Bass. in Vicenza, trafen am 9ten in Montebello und nach ei-2M. s. w. Scalt. nem hier gehaltnen Rasttage am 11ten bei Villa nuova 13 M. f.w.Monein, so daß sie unter Umstånden, wo rascheste Bewegung nothwendig war, fünf Tage brauchten, um acht Meilen zurück zu legen.

2 M. f. t. Vic.

1

tebello.

Der Prinz von Hohenzollern stand mit der Vorhut von 44 Bat. 8 Esc. bei la Rotta und Vago, und schlug 14 M. w. Vill. vor, die schwache französische Arrieregarde bei S. Michele 14 M. w. 1. Not. zu überfallen und zu versuchen, ob man gleichzeitig mit

den Fliehenden in Verona eindringen könne; dieser Vor- 4M.w.S.Mich. schlag wurde zwar nicht genehmigt, doch gestattete Alvinky eine Recognoscirung, zu welcher 2 Bat. 2 Esc. vorgingen.

Die Meldung von ihrem Anrücken war kaum eingegangen, als Buonaparte Nachmittags drei Uhr seine ganze Armee in Bewegung sette; der Prinz wich vor so unverhältnißmäßiger Ueberlegenheit fechtend zurück. In seiner früheren Stellung hinter dem Kanal von Vago, durch zwei Bataillone einer bis Caldiero vorgeschobenen M. f. w. Vag. Brigade verstärkt, wies er alle Angriffe ab, welche die

Division Augereau bis Abends zehn Uhr mehrmals wiederholte; der Verlust der Desterreicher betrug dabei 4 Officiere, 400 Mann, die Republikaner lagerten ihnen gegenüber. Alvinky schloß hieraus, daß mit dem nåchsten Morgen ein allgemeiner Angriff stattfinden werde, und ließ, um diesem besser zu begegnen, den Prinzen noch in der Nacht in die vortheilhafte Stellung von Caldiero zurückgehen, wo nunmehr 83 Bat., 9 Esc. (etwa 8000 Mann) vereinigt waren; 2 Bataillone davon standen beim Dorfe Caldiero, 3 Bat., 3 Esc. auf den Hö3000 Schr. n. hen von Colognola, die übrigen Truppen zwischen ihnen, 1 Bataillon bis zum Dorfe Stra vorgeschoben. Sechs und zwanzig Geschüße in der Position vertheilt, verstärkten dieselbe wesentlich, da wegen des ganz aufgeweichten Bodens zu erwarten stand, daß die Gegner ihre Artillerie gar nicht würden benußen können.

Calb.

1000 Schr. n. v.

Calb.

Mit grauendem Tage ließ der republikanische Feldherr am 12ten November Massena gegen den rechten, Augereau gegen den linken Flügel der Stellung vorge= hen. Beide Divisionen waren mit Einschluß der Reserve mehr als noch einmal so stark als die Desterreicher, al-. lein diese hatten, nächst der Aussicht auf Unterstüßung vom Hauptcorps, den Vortheil, gegen einen Feind, der fast ohne Geschüß war, das ihrige verwenden zu können; doppelt wichtig an einem Tage, wo unausgeseßter Regen den Gebrauch des kleinen Gewehrs beinahe lediglich auf das Bajonett beschränkte. Das Bataillon bei Stra wurde zuerst angegriffen, während mehrere Stunden wa=

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