Die deutsche Nation und das Kaiserreich: Eine historisch-politische Abhandlung

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J. Buddeus, 1862 - 126 Seiten
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Seite xiv - Nicht weil ich mich zu den Ansichten der nationalen Partei bekenne, suche ich das alte Kaiserreich herabzusetzen - sondern umgekehrt: weil mir alle Vergangenheit die kaiserliche Politik als das Grab unserer Nationalwohlfahrt gezeigt hat, ziehe ich das 'kleine Deutschland' von fünfunddreißig Millionen dem großen 'Deutsch-Ungarn-Slawenlande
Seite 66 - Gr war nur noch dem Namen nach ein deutscher König, in Wahrheit aber nichts weiter, als der Führer einer möglichst starken Fürstenpartei.
Seite 19 - Beamtenthnms bis zu der regierten Volksmasse hinabreicht, es dadurch ermöglicht, alle Kräfte der Gesammtheit für Ziele, welche die Centralgewalt setzt, gleichförmig in Bewegung zu setzen und auszubeuten. Aber er kennt keine selbstthätige Betheiligung am Staate von unten hinauf, er kennt keine Gränze , wo die Wirksamkeit des Ganzen aufhört, die der Theile beginnt...
Seite 126 - Wer die Geschichte für sich hat, ist der Zukunft sicher; er hilft das ächte Leben seines Volkes fördern, und des Volkes ächte Sache ist Gottes Sache.
Seite xv - Es wäre ein großer Fortschritt unserer politischen Parteien, wenn sie auf historische Begründung ihrer Tendenzen ausgingen und Stolz und Hoffnung darin setzten, daß ihr Streben die Fortsetzung einer großen Vergangenheit in sich schlösse...
Seite 24 - Es scheint uns vielmehr ganz naturgemäß, daß das Nationalgefühl überall erst dort in sich klar wird, wo die nationale Substanz durch eine entsprechende Staatsform eine feste und lebendige Vertretung erhalten hat, aber eben deshalb, setzen wir sogleich hinzu, hat auch jede Nationalität unaufhörlich den Trieb, sich eine solche Vertretung durch angemessene politische Organe zu verschaffen.
Seite vii - Wer von einer sittlichen Weltordnung überzeugt ist — und ich begreife ohne diese Überzeugung keine geschichtliche Wissenschaft — , der weiß auch, daß die Gewalten und Nationen dieser Erde nicht ohne eigenes Verschulden zu Grunde gehen. Gerade dem historischen Standpunkte ist cs das dringendste Bedürfnis, dieses Gesetz überall zur Klarheit zu bringen...
Seite viii - ... Ursache voraussetzt und umgekehrt" . Das bedeutete jedoch, Sybel zufolge, nicht, daß sich das historische Urteil auf die in den Quellen zum Ausdruck kommende Parteilichkeit stützen müsse: "Welche Stellung würde der Geschichtschreiber erhalten, wenn er nicht bloß in der Erkenntnis der Tatsachen, sondern auch in der Beurteilung der Handlungen an die Meinung der Gleichzeitigen gebunden wäre? Wo eine siegende Partei die Berichte ihrer Gegner unterdrückt hat, wäre sie damit auch vor dem Richterstuhl...
Seite 27 - Denn es ist nicht wahr, daß das einzige Merkmal und Palladium der Nationalität die Sprache; es ist ebenso wenig wahr, daß die Nationalität irgend wenn etwas Fertiges und Festabgeschlossenes sei. Vielmehr ist die Sprache nur ein einzelner Ausdruck des gemeinsamen Grundstoffes, neben Recht und Sitte, neben Lebensweise und Geschmack, neben Genußrichtung und Arbeit.
Seite xv - ... daß ihr Streben die Fortsetzung einer großen Vergangenheit in sich schlösse. Es wäre kein geringeres Verdienst unserer geschichtlichen Wissenschaft, wenn sie nicht bloß mit ästhetischem Sinne...

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