Imagination und Evidenz: Transformationen der Antike im ästhetischen Historismus

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Ernst Osterkamp, Thorsten Valk
Walter de Gruyter, 27.10.2011 - 393 Seiten

Im 19. Jahrhundert durchläuft die künstlerische Beschäftigung mit der antiken Welt einen weitreichenden Transformationsprozess, der insbesondere durch die historische und archäologische Erforschung des Mittelmeerraums vorangetrieben wird. Zwar bleibt das Altertum als Gegenstand künstlerischen Schaffens omnipräsent, doch verliert es im Zuge seiner wissenschaftlichen Erschließung jene Normativität, die ihm im europäischen Klassizismus eine unangefochtene Vorrangstellung gesichert hat.

Die archäologische und quellenkritische Erforschung der Antike stellt deren ästhetische und historiographische Vergegenwärtigung vor unterschiedliche Herausforderungen: Literarische und bildkünstlerische Imaginationen müssen die neuen Erkenntnisse aufgreifen und avancieren daher nicht selten zu Speichermedien für altertumskundliches Wissen. Die historiographische Vermittlung hingegen ist auf die Darstellungsstrategien der Literatur und Malerei angewiesen, da sich die Vergangenheit nur mittels ästhetischer Organisationsformen zum Sprechen bringen lässt.

 

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Inhalt

Einleitung
1
Bilder und Geschichten Einbildungskraft und Evidenz als Elemente eines lebendigen Historismus ...
21
Ästhetisch reflektierter Historismus Carl Rottmanns Griechenlandzyklus und Friedrich Hölderlins Hyperion ...
41
Antike ohne Götter Heinrich Drebers Landschaftskunst
57
Pindar für den König Klopstock für die Königin Literaturrezeption im Königsbau der Münchner Residenz ...
81
Historisierter Klassizismus Die OdysseeLandschaften Friedrich Prellers d Ä und ihre zeitgenössische Rezeption ...
101
Handbuch oder Roman? Alternative Modi der Antikedarstellung bei dem Altertumswissenschaftler Wilhelm Adolph Becker ...
129
Abtrünnig der Gegenwart Julian Apostata und die narrative Imagination der Spätantike bei Friedrich de la Motte Fouqué und Felix Dahn ...
155
Evidenz des Musealen Die ästhetische Wiederkehr der Antike in Stifters Nachsommer
217
Vom schönen Anfang der Geschichte AntikeImaginationen in der historischen Lyrik Hermann Linggs ...
237
Biblische Antike und bildliche Vergegenwärtigung Julius Schnorr von Carolsfeld Gustave Doré und William Holman Hunt ...
259
Transformationen der Phryne JeanLéon Gérômes antikische Gattungshybriden zwischen Missverständnis und Provokation ...
291
Trivialantike MythenPopularisierung im Medium der Operette
313
Die Geburt des antiken Theaters im 19 Jahrhundert
325
Tafelteil
345
Abbildungsverzeichnis
377

Von römischer Schreckensherrschaft und christlicher Übermacht The last days of Pompeii Quo vadis? BenHur ...
171
Der Professorenroman zwischen Imagination und Evidenz Zur Funktion der Paratexte in den Romanen von Georg Ebers und Ernst Eckstein ...
199
Autorenverzeichnis
383
Urheberrecht

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Über den Autor (2011)

Ernst Osterkamp, Humboldt-Universität zu Berlin; Thorsten Valk, Klassik Stiftung Weimar und Friedrich-Schiller-Universität Jena.

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