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so ist man im Stande, mit einem Zaunpfahle von 3 Pfund Gewicht für io Mann ganz bequem abzulochen, ohne daß man, selbst auf kurze Entfernung, das Feuer entdecken kann. Ein solcher geringer Holzbedarf eignetdiese Art Kessel auch zu Sparkochgeschirren für den Frieden. Die Ausrüstung des Jägers würde zuletzt noch ein 60 Zoll langer, dünner, aber fester Strick, der an beiden Enden Schlingen hat, vollenden. Diese Hanfschnur fände, fünfmal zusammengebogen, an dem untern Theile des Tornisters Platz; zwei kleine Schleifen dienten zur Befestigung. Im Gebirge, auf gefährlichen Fußwegen, bei Ubersteigung hoher Mauern, bei Durchsetzung von tiefen und reißenden Wässern, würden diese, leicht aneinander, zu schlingenden, Stricke wesentliche Hilfe leisten, und selbst bei Herbeischaffung der Lagerbedürf« nisse von Nutzen seyn.—

(Der Schluß folgt,)

III.

Geschichte des Feldzugs 1786 der k. k.Hauptarmee gegen die Türken.

(Fortsetzung,)

gleich nach dem Eintreffen in Weißkirchen hatten Seine Majestät der Kaiser, von dem Wunsche beseelt, sich auf dem nächsten Wege durch die Almasch mit dem MFL. Wartensleben zu vereinigen, Rekognoszirungen in diesem hohen, steilen, unwegsamen Grenzgebirge, welches die Ebenen des Nanats von dem Mehadiaer Thale scheidet, veranlaßt, um die Möglichkeit zu erheben, sich auf diesem nächsten Wege an das Wartenslebensche Korps anzuschließen. Während dieser Zeit, bis zum 25. August, blieb die Hauptarmee bei Weißkirchen stehen, und für den Fall des Abmarsches derselben war der FML. Graf Brechainville mit dem GM. Graf d'Aspremont bestimmt, mit den zwei InfanterieRegimentern Devins und Palffy, dem Kürassier «Regiment« Harrach und der Oberst-Division von Wurmser Husaren, von Weißkirchen aus, die Gegend von lljpalanka, Moldova, und den Alibeg: einen avancirten Posten an der Donau, zu sichern, und die Pässe in der Almasch zu besetzen.

Vom 17. bis 24. August hatten die Türken gegenüber des Laßmar« sich ruhig verhalten. An diesem letzten Tage warfen sie am Fuße des Czeplia - Berges, in der Entfernung von ungefähr 3aoo Schritten von unfern Verschanzungen auf dem Laßmaie, hinter welchen unsere Truppen im Lager standen, mehrere Batterien auf. Am 25., mit dem anbrechenden Tage, fingen sie an, unsere Verschanzungen zu beschießen. Zugleicher Zeit paffirten in der Nähe des Czeplia-Berges bei 6000 Mann vom Feinde die Cserna, und zogen beinahe kletternd an den stellen Abstürzen des StokiernBerges gegen die Persa Palanka. Allein die Kanonade auf den Laßmare war ohne Erfolg; so wie die Türken auch nach mehrstündigem blutigen Gefechte von der Palanka abgewiesen wurden.

Die Nachricht, welche der Kaiser von diesem Ereignisse noch im Laufe des nämlichen Tages erhielt, veranlasse ihn, sogleich mit der Armee aufzubrechen, und da der Weg durch die' Almasch unbrauchbar gefunden worden, jenen über Vranitz, Dikwan, Prebul nach Karansebes einzuschlagen; während das Gep,,cke der Armee über Scrassa, Verschilf, Klokodia nach Boksan instradirt wurde.

Unterdessen hatten die Türken nicht aufgehört, täglich ihre Angriffe auf die Stellung des Wartenslebenschex Korps zu wiederholen. Am heftigsten war ihr Andrang gegen die Persa Palanka, gegen welche sie jetzt auch Kanonen gebrauchten. Obgleich die Division des Regiments Lattermann, welche mit einer Kompagnie des walachisch-illyrischen Grenz-Regiments die Besatzung derselben ausmachte, sich auch aufs tapferste wehrte, so war doch am 27. August durch das feindliche Geschützfeuer die äußere Vertheidigung der Palanta so zu Grunde gerichtet, daß sie länger nicht mehr zu halten war. Auch hatte sie ihren tapfern Kommandanten, den Major Lattermann, verloren. FML. Wartensleben befahl daher.

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sie in der Nacht zu verlassen. Die Türken führten nun am 28. die Geschütze, welche sie früher gegen die Persa Palanka verwendet hatten, auf die höchste Kuppe desStokiern, gegen den linken Flügel der Posizion auf, beschossen diesen, wie auch den rechten Flügel vom Cseplia-Berge, den ganzen Tag und die Nacht hindurch mit Bomben und aus grobem Geschütze; so daß der Er» folg dieser Kanonade, — mehr aber noch die Nachricht, daß die Feinde, geführt durch Walachen, auf mehreren Seitenwegen der Stellung sich naheten, — den FML. Grafen Wartensleben bewogen, diese zu verlassen. Die Nacht vom 26. auf den 2q. August wurde zum Rückzug bestimmt, und derselbe unter einem fürchterlichen Gewitter ungehindert bis zum Tage fortgesetzt; wo späterhin die Arrieregarde des Korps, bestehend aus de» Regimentern Würtemberg Dragoner und Graue» Husaren, mit dem Feinde ins Gefecht gerieth, der aber mit Verlust zurückgeschlagen wurde. Der Rückzug ging über Kornia und Teregova nach Fenisch; -wo das Armeekorps am 29. gegen Abend anlangte, und am 3c>., auf der Anhöhe herwärts des Fenisch-Baches, das Lager im Quarre« bezog.

Hier dürfen wir nicht unterlassen, mit wem'g Worten nur des hochherzigen Opfers zu gedenken, dem sich der Hauptmann Menrad Geppert des Infanterie-Regiments Terzy mit 100 Freiwilligen unterzog, um den Rückzug des Wartenslebenschen Korps, wenigstens für eine Zeit lang, zu sichern. Da dieses Gegenstandes in der militärischen Zeitschrift (man sehe den Jahrgang ,825, V. Heft, Seite 236) schon einmal ausführlich ist erwähnt worden, so verweisen wir dahin, und führen hier nur an, was zur Sache gehört. Ostr.mMt.3eitsch.i83i.UI. A a

— 55»; — Der Äi»«t;ug des Horps »uß« durch das Destl« benommen »«den, welches der ,'leil abfallende Vorsor»^ des Straßowetz, eines Theiles des zwischen dei Csen« und Bella-Reta liegenden Felsengebirges, »« diesem letzteren Flusse bildet. Am Fuße tej Bergez g.hl die Straß« kurz vor Mehadia vom rechten auf das linke Urer »er Bella-M.ka über, und windet sich hier zwischen diesem Flusse und einer beinahe s.nrrechtenFels.nwand durch dai Thal. Die Hohe di.s^ Vorsprunges ist mit einer Menge von Steinen und Felsentrümmern bedeckt. Dieses erweckte in dem FML. Grafen Warlensleben die Idee, die Türken durch das Herabstürzen dieser Gegenstände auf sie, bei Erreichung diese« Desilees, im Nachsetzen aufzuhalten. Allein die Truppe, die dies bewerkstelligen sollte, schien nach der Ausführung verloren, indem sie sich dann in der Mitte der feindlichen Armee befinden würde. Doch dem Wohle des Ganzen mußte jenes von Wenigen weichen. Der genannte Hauptmann Geppert wurde zum Führer der kleinen Schar Freiwilliger gewählt, die jene Idee verwirklichen sollte. Mit Brot auf einen Tag, und mit Münizion so viel die i/ente tragen konnten, versehen, trat Gevpertden Marsch an, und war in gehöriger Zeit zur Stelle. Es graute laum der Morgen des 29., als die Türken, dem Marsch« ihrer Gegner folgend, an jenem Abstürze des Stra. ßoweh vorüberziehen wollten. Da rollten wirklich Felsentrümmer und Steine jeder Größe von derHöhe herab, und hemmten für einige Zeit den Marsch der Überraschten. Allein vor sich keinen Feind sehend, warder ihnen zur Seite auf sie Wirkende der Gegenstand, auf welchen Aller Blicke sich wendeten. Nur Minuten des Staunens, und Hunderte rannten zur andern ersteig.

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