Abbildungen der Seite
PDF

in Ahaus anlangen, und einen verhältnißmäßigen Theil der Truppen vom rechten Flügel des FML. sLerneck ablösen konnten. Die übrigen Truppen der Avantgarde würden, so wie sie eintrafen, die Ablösung fortsetzen. Von der zweiten, am 8. März in^ippstadt eintreffenden, Kolonne wollte Kalkreinh den Gen. Golz, mit seiner Brigade von 4 Bataillons, 2 Eskadrons, nach Ladebergen in die Grafschaft Tetlenburg senden, damit er die englische kombinirte Armee unterstütze, wenn der Feind vielleicht eine offensive Unternehmung über die Emms ausführen wollte. — FM. Möllendorf wurde am »3. März zu Lippstadt erwartet. — Da für die Besetzung der durch den Abmarsch der Preußen leer ge« wordenen Gegenden am Main und Rheine eine hinreichende Truppenzahl erst durch die Ablösung des k. k. Auriliarlorps gewonnen werden mußte, so drang FZÄ?. Graf Clerfayt auf die schnellste Ablösung, und forderte, daß nicht nur die Posten im Münsterlande und an der Lippe, dann die Strecke des Rheines bis an die Roer, sondern auch Duisburg von den Preußen übernommen würden. —

Am i2. März übersendete der Gen. d. Kav. Graf Wallmoden dem FML. Baron Werneck mehrere ihm zugekommene Kundschaftsberichte, welche im Allgemeinen enthielten, daß sich eine sehr große feindliche Macht an der östlichen Grenze Hollands versammelt, Geschütze vorgebracht, Schiffbrücken über die hindernden Gewässer geschlagen habe, — daß dieselbe Bentheim und Lingen angreifen, nach Hannover vordringen wolle. Der Graf fügt hinzu, „daß er es nicht vermöge, im Falle die alliinen Posten des Üemrumj über die Emms zunickgedrückt würden, den Feinden ferner

»»""« 2o3 "»»» zu widerstehen, wenn dieselben nicht von einem andern Korps in die Flanke genommen würden." Er forderte daher den FML. Werneck auf, „schleunige Maßregeln zu ergreifen. Der Augenblick sey entscheidend. Wenn nicht eine ansehnliche Macht sich irgend wo versammle, und den Feind aufhalte, so tonne er selbst nur wenige Tage mehr halten. Schon gestern (am n. März) habe der Feind mehrere tleine Posten attakirt, und eine Rekognoszirung vorgenommen." — FML. Werneck be» rief sich in seiner Antwort, aus Münster vom i3. März, auf seine frühern, über diesen Punkt sich verbreitenden, Mitteilungen, auf die so eben eintretende Ablösung und den Rückmarsch an den Mittelrhein, auf die be» stimmten Befehle, die er von FZM. Graf Clerfayt empfangen, und erklärte endlich, „daß er außer Stande sey, nunmehr etwas in der Gegend von Benthcim oder Rheine zu unternehmen. Dieses stehe jetzt den preußischen Truppen zu."—Zugleich überschickce FML. Werneck das Schreiben des Grafen von Wallmoden, sammt einer Abschrift seiner Antwort, an FML. Brugglach, und äußerte hierbei: „da ihm durch wiederholte Befehle jede Rechtsrückung verboten worden; da ferner alle Lebensmittel aufgezehrt, oder zurückgeschaft seyen; so könne er sich nicht aufs Neue konzentriren; umso mehr, da alle Truppen sich zum Abmarsch bereiten. Er erfülle also Wallmodens Verlangen nicht: i) weil die Vorrückung des Feindes noch nicht geschehen sey; 2) weil, wenn derselbe wirtlich so stark wäre, auch seine Hilfe ungenügend seyn würde; 3) weil einige tausend Preußen im Tetlenburgischen, das Kaltreuthische Korps bei Hamm und auf dem rechten Flügel der Ostreicher eingetroffen seyen; und /;) endlich weil auch der linke FlüHstr. mllit. Ztitsch. >«3l. III. V

gel des k. k. Auxiliarlorps stark bedroht würde." — In einem zweiten Schreiben an FML. Brugglach, vom nämlichen Tage, beklagte sich FML. Werneck über diegeringe Zahl der auf der Linie bis jetzt eingetroffenen Preußen, über die spate Ablösung, den vereinzelten und verstückelten Abmarsch der kaiserlichen Truppen, den drehenden Proviantmangel, und schließt mit der Äußerung, „daß nun die Hannoveraner, bei einer feindlichen Vorrückung, nicht mehr auf seine Hilfe rechnen tonnten." — FML. Brugglach antwortete aus Dorsten noch am nämlichen Tage, und gab der von FML. Werneck an den alliirten Oberfeldherrn erstatteten Äußerung seinen vollen Beifall. —

Gen. Moreau hatte in den Tagen vom 8. bis 12. März seine Haupttruppe näher an die Dinkel gezogen, und dieselbe in vier Hauptkolonnen und einige Seitenabtheilungen geschieden. Am i3. März begann er die Vorrückung nach der Grafschaft Nentheim mit einem allgemeinem Angriff auf die Vorposten der Generale R iedesel und Scheit her, und diese wurden über die Vtchte geworfen. Die I. Kolonne rechts bemächtigte sich um sieben Uhr Morgens des Postens Lo sser, schlug bei demselben eine Brücke über die Dinkel, und zwang die in Gronau und Ochtrupp gestandenen Truppen zum Rückzug nach Wetteringen und Nienkirchen hinter die Aa. Die II. Kolonne warf im Centrum die alliirten Posten, und griff die Stellung bei Gildehaus an. Die III. Kolonne drang in das mit Mauern umgebene, und von 2 Bataillons, 2 Eskadrons, mit mehreren Kanonen, besetzte Städtchen Schuttorp ein, wo nicht die geringste Anstalt zur Venheidigung getroffen war. Die Besatzung wurde aus der Stadt, mit bedeutendem Verluste, über die Vechte geworfen. Hinter der dortigen Brücke sammelte sie sich' am rechten Ufer, und vertheidigte den Übergang, um den Besatzungen von Gildehaus und Bentheim, für den Fall, daß sie sich nach Ohne zurückziehen, müßten, die linke Flanke zu decken. Später zogen sie sich, um nicht von dem Rückzugspunkce Rheine abgeschnitten zu werden, über Hallenberg nach Heide, wo sie die nächsten zwei Tage stehen blieben. — Die IV. oder linke Kolonne hatte die Bestimmung, von Nordhorn über Engden, am rechten Ufer der Vechte hinaufzuziehen, und sich zwischen der Vechte und Emms, hinter Schuttorp, Ohne und Bielk, so aufzustellen, daß sie dem Korps des Gen. Riedesel den Rückzug abschnitt. Sie wurde jedoch bei dem Durchzuge der auf ihrem Wege liegenden morastigen Gegend den ganzen Tag aufgehalten, und nahm an dem Angriff gar keinen Theil.

So wie die Posten Gronau von der ersten, Schuttorp von der dritten französischen Kolonne genommen waren, mußte auch der nun sehr ausgesetzte Posten Gildehaus von den Alliirten geräumt werden. Die dort und auf den benachbarten Punkten der Vorpostenlinie gestandenen Truppen zogen sich in der Stellung bei Bentheim zusammen. Die von allen Seilen nahenden Feinde bedrohten bald darauf Flanken nnd Rücken dieser Stellung, und nun setzten die Truppen den Rückzug, durch die Stadt, nach Ohne fort. Der verfolgende Feind drängte sie so lebhaft, daß sie über 5oo Mann, darunter mehrere Offiziere, verloren. Als sie die Brücke bei Ohne erreicht hatten, überschritten sie die Vechte, und stellten sich am rechten Ufer auf. Der Feind beunruhigte sie nun nicht mehr weiter. — Das NU« mit einem Piket von 60 Mann und 10 Kanonen besetzte Schloß von Bentheim wurde noch am i5. mit Kugeln und Granaten beschossen. Der Kommandant übergab jedoch das Schloß erst am iH. Abends mit einer Kapitulazion, die ihm freien Abzug mit Waffen und Gepäcke gewährte. — Die französischen Berichte geben, mit gewöhnlicher Übertreibung, an, daß sie in diesen beiden Tagen L00 Mann gefangen, und 2o Kanonen erobert hotten. —

Die Franzosen hatten am i3. auch die kaiserlichen Vorposten aus Ahaus, Vreden, Epe, u.a. O. m. vertrieben, und bedrohten dann Mettelen, Hörstmar und Stadt Loen, wo sich der die Vorposten komman» dirende Oberst Gottesheim mit der Hauptabthei» lung derselben befand. Am Morgen des »4> März er» hielt der FML. Baron Werneckin Münster zuerst die Berichte des Gen. Finte und der Obersten G 0 t» tesheim undDüring über die Tages zuvor auf der kaiserlichen und benachbarten allürten Linie stattgehab» ten Ereignisse. — Um neun Uhr Vormittags meldete FML. Werneck dem FML. Brugglach diese Vorfälle, und besonders die Gefahr, in welcher Bentheim sich befand, mit dem Beisatz: „er lasse die an diesem Tage schon zum Abmarsch bestimmten Truppen Halt machen, und habe dem Gen. Finte Befehl ertheilt, mit den Preußen vereint, Epe zu nehmen. Wenn dieses aber nicht anginge, sollte Finte, zur Deckung der rechten Flanke des Auxiliarlorps, Mettele» räumen, und die Postenlinie über Schöppingen nach Greven und Stadt Loen ziehen. Würde der Feind Stadt Loen nehmen, und Coesfeld bedrohen, so wolle Werneck den rechten

« ZurückWeiter »