Abbildungen der Seite
PDF

von dem Feinde über die gefrorene Inondazion bedroht worden, und am Abend wurden die Posten bei West«voort am linken Ufer der Vssel zurückgedrückt. Am ,. Februar nach Mitternacht befahl FZM. Alvintzy daher, daß 2 Bataillons Brechainville nach Deutekom, 2 Bataillons Gyulay nach Lichtenberg und Burgh abrücken sollten. Der Kordon auf jener Strecke blieb nur mit schwachen Posten besetzt, und zwei Kompagnien wurden zu deren Unterstützung aufgestellt. Für den Fall, daß der Feind am nächsten Morgen die Verminderung der Posten wahrnehmen, bei Westervoort über die Vssel gehen, und etwas gegen D o es bu rg vornehmen würde, trug FZM. Alvintzy dem Gen. Da« vidovich auf, mit seinen eigenen LBataillons, dann den oben erwähnten 4 Bataillons Brechainville und Gyulay, und den nach Langerack, Ellen, Wrasfeld und Wastendorf ziehenden Reiterabtheilungen, die Zugange bei Angerloo, Düven, Westervoort, u. s. w. zu vertheidigen. — Am Morgen des i. Februars begab sich FZM. Baron Alvintzy selbst »ach Deutekom, um die zur Deckung jener Gegenden vielleicht nölhig^n weiteren Vorkehrungen zu treffen.

In der Nacht vom 3^. Jänner aufden i. Februar erhielt der FZM. Baron Alvintzydas schon im Aus« zuge mitgetheilte Schreiben des FZM. Graf Clerfayt, vom 3o. Jänner um eilf Uhr Nachts datirt, in welchem über die Möglichkeit gesprochen wurde, die Vssel mit den 3o,ooo Ostreichern allein zu vertheidigen. Um diesen Plan aufs genaueste zu prüfen, versammelte Alvintzy noch am l. Februar in Do es bürg den FML. Baron Werneck, die Generale Davidovich und Graf Sport, den Oberstlientenant Duka und Major Prohaska vom Generalquartiermeisterstabe. Alvintzy entwickelte zuerst die Lage der gegen Holland gewendeten alliirten Armee in einer kraftvollen Rede, deren Hauptzüge hier folgen:

„Der Gen. d. Kav. Graf Wallmoden hätte in mehreren Berichten die traurige Lage seiner lombinirten Armee geschildert. Als die Hauptursachen derselben bezeichnet der Graf de» üblen Zustand seiner Truppen und den Mangel aller Subsistenz. — Man könne unter solchen Umstanden auf leine thacige Mitwirkung dieser Alliirten mehr rechnen. Sie bedürfen und wollen Ruhe, — hoffe»/ diese hinter der Emms zu finden. Schon hat sich der rechte Flügel dieser Armee, — die Englander, — dahin gezogen, und die Hannoveraner und Hessen wollen heute oder morgen dahin folgen. —Die Barriere zur Deckung Deutschlands auf dieser Seit« ist die Issel. Sie soll jetzt von den Ostreichern allein behauptet werden, da die Alliirten sie verlassen. Es würden 10 bis !2 Bataillons, mit der nöihige» Kavallerie, zur Besetzung von Zütphen, Deventer, Zwoll und Campen in Marsch gesetzt werden. — Die beiden französischen Armeen in Holland: die Sambre und Maas-, und die Nord-Armee, seycn auf »2o,oc>o Mann geschätzt. Von diesen dürfte wohl die Hälfte zur Besetzung von Holland, die andere zu ferneren Opera« zionen bestimmt seyn. Nirlüch ziehe sich der Feind in der Gegend von Arnhcim stark zusammen."

„Campen liegt am linken Ufer der Vsscl; mit eine» Brückenköpfe auf dem rechten; — Zwoll, von der Issel etwas entfernt, ist aber durch eine Verschanzung mit dem Flusse verbunden, und die Vertheidigung des Platzes gegen Deutschland gerichtet. — Die Englä«. der halten beite Platze verlasse». Die FZMs. Clerfayl und Alvintzy machten dagegen beim Gen. d. Kav. Graf Wallmoden dringende Vorstellungen, bestanden auf der Wiederbesetzung derselben, übernahmen auch mit kaiserliche» Truppen, zu diesem Ende, den Kordon vonDoesbürg bis einschlüssig Zütphen von den Hannoveranern. Wallmoden bestimmte zur Wiederbesetzung seine deutschen Truppen, und Alvintzy bot zu deren Verpflegung die kaiserlichen, in jene» beiden Platzen befindlichen, Magazine an."

„Die Hannoveraner fanden die Thore von Zwoll und Campen verschlossen, die Bürger bewaffnet, eine neue Konstituzion angenommen, und die Magistrate drohten, Gewalt mit Gewalt zu vertreiben. Vorher waren noch die dort gewesenen kaiserlichen Magazine von Uns selbst vernichtet worden. Es wäre daher auch für die kaiserlichen, nach jenen Plätzen rückenden Truppen die Subsistenz nur durch Requisizionen vom Lande, oder durch Nachfuhr der von Doeeburg bereits zurück nach Dorsten und Wesel geschafften Vorräthe, zu sichern. Die Letztern müßten also mit Landesfuhren nach Zwoll und Campen gebracht werden. Aber eben diese fehlten schon den Engländern bei ihrem Rückzuge so sehr, daß sie einen Theil ihres Proviants vernichten, und ihre Kranken zurücklassen mußten. — Endlich scheine die Stärke des Feindes ebenfalls so überlegen, daß das kaiserliche Korps nicht wohl vermochte, in der neuen, sehr auseinander gedehnten Stellung einen Angriff aus» zuhalten." —

Der Kriegsrath erklärte sich sodann einstimmig g e. gen die Besetzung von Zwoll und Campen, und der Pssel bis an den Südersee, aus folgenden Gründen: i) weil der Feind jetzt schon werde nach Zwoll und Campen Besatzungen geworfen haben; daher die beiden Plätze mit Gewalt genommen werden müßten; wozu dem Auxiliarkorps die Mittel fehlen; — 2) weil zur Besetzung der Punkte Zwoll, Campen, Deventer, Zütphen und Doesburg, dann des Kordons über Wester» voort, Geldersort, Emmerich, Wesel, bis zum Au» gerbach, 27 bis 29 Bataillons erfordert würden. Dieses mache schon um 2 bis 4 Bataillons mehr aus, als das ganze Korps dermalen betrage. Dann sey aber auf dieZwischenposten vom Süder-Seebis Westervoortnoch gar nicht gerechnet, und nicht einmal eine Reserve vor« Händen. Die überlegene Macht des Feindes würde die auf einer so langen Linie zerstückelten, nirgends zu eittem ausgiebigen Widerstände genügenden, aller Unterstützung, jedes Rückhalts entbehrenden Truppen leicht überwältigen. — Außer allem diesen würde es 2) gar keine Möglichkeit geben, die kaiserlichen Truppen, welche von Doesburg, oder doch die von Zütphen abwärts zu stehen kommen, zu verpflegen." —

[graphic]

Mit diesem Resultate des Kriegsrathes stimmte auch ein aus Mühlheim am ,. Februar von FZM. Graf Clerfa yt an FZM. Baron Alvintzy erlassener Befehl überein, in welchem der Erstere selbst auf die Behauptung der Vssel verzichtete, und den ferneren Rückzug des Auxiliarkorps genehmigte. — In einem Schreiben vom 2. Februar schilderte der FZM. Graf Clerfayt dem Gen. d. Kav. Graf Wallmoden die Wichtigkeil, „die jetzt von der englischen tombinirten Armee eingenommene Stellung an der Emms zu erhalten, und die besetzten deutschen Landstriche auf das Äußerste zu vertheidigen, — dadurch Münster, Westüstr. miüt.geiück. >83,.II!. > E

phalen, und die andern benachbarte» deutschen Linder zu lecken, und allen ferneren Nachlheil, welcher aus der Verlassung dieser Barriere auch für die Rhein^rmee entstehen würde, zu entfernen." Clerfayt ersucht« den Grafen Wallmoten „um die bestimmteste Elllarung, in wie »eit, und mit welchen Mitteln oder Nachtruck, derselbe das Land und die Gegenden, welche die alliirte kombinirte Armee dermalen besetzt halte, zu vertheidigen gedenke." Auch bat er um die Mitteilung des für diesen Zweck entworfenen Vertheidigungsplanes. Cler» fayt versprach, „diesen mit der k. l. Hauptarmee thötigst zu unterstützen, in so weit es die Terränvoriheile «nd die geographisch« Lage der Gegenden, — die Notwendigkeit, die kaiserlichen Truppen stets in genauem Zusammenhange zu erhalten, — so wie die Möglichlei«, dieselben unterzubringen, und die Sicherung ihrer Subfistenz durch Freilassung ihrer Verbindung mit Bremen, es immer erlauben würden.— Für den Fall, daß Gen. d. Kao. Graf Wallmoden es nicht für möglich halten sollte, die Stellung hinter der Emms zu Vtltheidigen, wäre es für Clerfayt von der größten Wichtigkeit, dessen Absichten frühzeitig zu erfahren; um wegen des Aurilialkorps die erforderlichen Maßregeln ergreifen zu können." —

Am 4. Februar ließ FZM. Alvintzy den Rückzug des rechten Flügels, oder des Haupttheils des k. k. Anriliarkorpi, von der Vssel beginnen, und diese Bewegung wurde mit drei Marschen am 6. Februar vollendet. Tie Truppen wurden in ihrem Zuge nach den denselben an der Lippe und im Münsterlande angewiesenen Quartieren duich tie bisherigen Vorposten gedeckt, welch« nun die Nachhut dilteten, und, so wie sie

« ZurückWeiter »