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Kens Zwoll und Campen mit seinen eigenen krupven besetzen werde, deren Verpflegung durch die bei jenen beiden Orten vorhandenen kaiserlichen Vorräthe erleichtert würden. Da aber Clerfayt wegen der weiten Entfernung nicht schnell genug die obwaltenden Umstände erfahren könnte, so wolle er auch nicht unbedingt über diesen Gegenstand entscheiden. Er überlasse es dem FZM. Alvintzy, mit steter Berücksichtigung der Wichligkeit der Vssel, das zu thun, was die Umstände als das Angemessenste erscheinen lassen würden." —

An diesem Tage (den 3o. Jänner), wo die untere Vssel von den Engländern bereits ganz verlassen war, rückte die in und bei Harderwick gestandene Vorhut der Franzosen nach Hattem vor, und besetzte noch am nämlichen Abend Campen, am nächsten Mor» gen auch Zwoll. Aber gegen die weiter hinauf, jenseits der Vssel, bis vor Deventer, stehenden schwachen Vorposten der Alliirten zeigte sich kein Feind. Unterdessen hatte auch der Gen. d. Kav. GrafWollmo» den bereits die Idee, die Vssel noch länger zu halten, aufgegeben. Er sah sich hierzu sowohl durch den drohenden Mangel an Lebensmitteln, als durch die Bewegung der Franzosen gegen die unterste Vssel, und durch den Aufstand des Landes bewogen. In allen Ortschaften hatte das Volt bereits Freiheitsbäume aufgerichtet, und Bürger und Bauern hatten die Waffen ergriffen. Ihr Benehmen wurde trotzig und drohend, und obwohl sie sich bisher keine Unbilden oder sonstige Thätlichkeiten gegen die Alliirten erlaubten, als jene gegen einzelne Plünderer, welche die Selbstvertheidigung er» heischte, so hätte es jedoch wohl nur eines Impulsen von Seite der Franzosen bedurft, um alle diese zahlreiche» Scharen zur Bekämpfung der Alliirten zu verleiten. Ans diesen Gründen hatte der Graf Wallmoden schon am Abend des 2g. einen Generalbefehl erlassen/ daß jedes der alliirten Korps einige Regimenter voraus in das Münstcrische schicken solle, um die denselben zugetheilten Winterquartiere vorläufig in Besitz zu neh» men. Diese Maßregel bezweckte nebenbei auch, durch die theilweise Abrückung den Marsch überhaupt zu erleichtern; da die Straßen durch das eingetretene Regenwetter völlig verdorben, und Orte zur Unterkunft nur sparsam vorhanden waren. Dieser Ordre zufolge marschirten wirklich am 3o. Jänner mehrere Regimenter, Bataillons und Eskadrons der Hessen und Hannoveraner nach dem Münsterlande ab. — Am Abend des 3o. erfolgte dann ein zweiter Befehl, welchem zufolge die nach Campen und Zwoll in Marsch begriffenen 5 Bataillons Hessen und Hannoveraner unter Oberst Bauermeister, am 3i. zurück nach Deventer marschiren sollten. Am l. Februar sollte dann das ganze Korps der Hessen, am zweiten jene der Hannoveraner und Kaiserlichen die Vssel verlassen; — iie ersten Beiden ins Münsterland ziehen, das Letzte sich der Lippe nähern. Noch am Abend des 3o. Jänner ging das Hauptquartier des Gen. d. Kav. Graf Wallmoden von Lochen, über Enschede nach Münster.

Die holländischen Insurgenten hatten die Kuriere, welche dem im Marsche auf Campen begriffenen Obersten Bauelmeister den Befehl zur Rückkehr bringen sollten, so wie die demselben entgegengeschickten Patrullen, nicht mehr durchgelassen. GL. Dallwigt wußte also gar nichts von dessen Schicksal, als am ». Februar Gen. Wurmb von Dcvcnter nach Diepenheim, GL. Dallwigk mit den übrigen Hesse» von der Issel nach Enschede abmarschirten. Um zehn Uhr Abends erhielt GL. Dallwigk vom Oberst Bauermeister die Meldung: „sein aus 2 Eskadrons bestehender Vortrab sey inZwoll und Campen von der insurgirten Bevölkerung nicht aufgenommen worden. Er sey daher mit seinem ganzen Detachement von Wyk auf Dalfsen und Hasselt/ und da er dort keinen Befehl aus dem Hauptquartier, wohl aber die Nachricht von dem Einrücken des Feindes in Zwoll und Campen erhalten, — über Ommen nach Archem marschirt, wo er diese Nacht zubringe."

Am 2. Februar marschirte das hessische Korps auf Nienb org, die Brigade Wurmb bis Enschede und Goor. Am 3. stand das hessische Korps in Holzbau» sen, Oberst Bauermeister in Almelo. Der Letztere traf am 4. zu Enschede, das übrige hessische Korps in und bei Münster ein. Die Hannoveraner waren um einen Tag später als die Hessen von der Mel aufgebrochen, und auf mehreren Wegen nach Münster marschirt. Am 5. kam das Hauptquartier, am 4. der Prinz Adolph (Herzog von Cambridge) mit der Fußgarde, in der Stadt, am 5. das Korps in den in jener Gegend demselben angewiesenen Quartieren an.

Nun erst setzten auch die Engländer ihren Rückzug aus den Quartieren fort, in welchen sie auf Graf Wallmodens Befehl angehalten hatten. Am 5. verließ der Haupttheil derselben,die Ufer der Dinkel und Vechte, und ging über die Em ms, in die Quartiere hinter diesem Flusse, gegen Embden und Osnabrück. Nach diesem letztern Orte verlegte auch GL. Harcourt, von Rhenen, sein Hauptquartier. Am 6. folgte der GL. Abercr 0 mby mit der Gardebrigade und den leichten Truppen gegen die Emms. Er nahm sein Quartier in Bentheim, und stellte die Vorpostenkette vom Bourtanger Moor über Ottmarsum und Oldensaal, längs dem die Veenen genannten Moraste, über Wilsum, Almelo und Delden aus / wo die Linie der hessischen Vorposten begann. Unterstützungstruppen hatte Abercromby hinter seiner Linie in den nächsten Ortschaften aufgestellt/ Coevorden/ das seinen rech» ten Flügel deckte, besetzt, und dieser Ort wurde zu einer hartnackigen Vertheidigung vorbereitet. — Das Koros des Gen. Cathcart litt auf seinem Marsche sehr durch die aufthauende Witterung, und die schlechte Beschaffenheit der Straßen in dem ganz morastigen Nord-Holland. Der General wollte Anfangs Grönin» gen besetzen. Aber auch hier war dieRevoluzion bereits ausgebrochen; Alles hatte sich bewaffnet, und die Aufnahme wurde den Engländern unterDrohungen verweigert. Cathcart zog nun weiter gegen Embden und die Mündung der Emms, stellte jedoch seine Posten zwi« schen dem Dotiert und dem Bourtanger Moor auf. Die Forts Bourtang, alte und neue Schanze, u. a. m. wurden besetzt, und an derBeesterzyler Schleußt Verschanzungen angelegt. Durch diese Anstallen hoffte Cath» cart, «ine vielleicht von Groningen vordringende feindli» che Kolonne aufhalten zu tonnen. —

Auf das schon erwähnte Schreiben des FZM. Graf Clerfayt an FZM. Alointzy vom 2g. Jänner, welches den vom l. k. Hofkriegsrathe unterm 2o. Jänner ge» machten, auf frühere BerichteClerfayts (vom n.und »2. Jänner) gegründeten Vorschlag zur Ergreifung der Offensive mit dem t. k. Auxiliartorps allein, begleitet hatte, äußerte sich der FZM. Alvintzn über die Beweggründe, welche zur Verlassung der Waal und des Lecks geführt hatten, — da höheren Ortes eine dießfallige?lufklcirung erwartet zu werden schien, — am 3i. Jänner, im folgenden Sinne: „der linke Flügel des k. k. Auxiliarkorps sey stets bedroht gewesen; so daß Alvintzy unmöglich sein ganzes Korps auf einem Punkte zusammenziehen konnte. Dennoch habe er zur rechten Hand die Alliirten mit so vielen Truppen unterstützt, als sie nur verlangten. Das Eis der Flüsse, der üble Zustand der englischen kombinirten Armee hatten, ungeachtet aller Protestazionen Alvintzys, den Entschluß zum Rückzuge, — und dann dessen Ausführung die stattgehabten widrigen Ereignisse herbeigeführt. Der FZM. Graf Clerfayt sey durch die ihm jeden Tag von Alvintzy erstatteten Meldungen, durch seine unmittelbare Korrespondenz mit dem Gen. d. Kav. Graf Wallmoden, durch seine eigenen Reise» in die Stellungen des k. k. Auriliarkorrs, wobei er die Ortlichteit der Gegenden besehen, sich von dem Zustand der verbündeten Truppen überzeugt, und sich auch selbst mit dem Gen. d. Kav. Graf Wallmoden berathen habe, von allen Ursachen und Umstanden des Rückzugs der Alliirten so genau unterrichtet, daß Alvintzy leine neuen Erläuterungen hinzuzufügen vermöge. — Das t. k. Auxiliarkorps habe Alles angewendet, um den Verlust Hollands zu verhüten. Jetzt aber sey es unmöglich, das von zwei französischen Heeren besetzte Land, in dem auch das Volk sich im Aufstande befinde, durch »ine kaiserliche Armee von 3o,o«o Mann wieder zu erobern." —

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Am nämlichen Tage waren die zu Sevenaer und Westervoort liegenden kaiserlichen Bataillons

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