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Außer den in obigen Schreiben erwähnten, nach Deventer, Cainpen und Zwoll noch «m 28., und in ter folgenden Nacht in Bewegung gesetzten Truppen, von welchen die Reiterei nach den beiden letzten Orten vorauseilte, mußte auch die Hefsische Brigade tee Ge». Wurmb sogleich von Gorsel nach Deventer aufbrechen, -— am Morgen des 2u. Jänner i hessisches und 2 hannoverische Bataillons nach Zwosl marschiren. Die Engländer erhielten die Weisung, in den Gegenden dießseils der Emms, um Delden, Almelo, Oldensaal, Ottmärsum und Ommen (östlich von Zwoll) stehen zu bleiben. OL. Harcourt hatte aber sein Hauptquartier hinter die Emms nach Rhenen verlegt, und blieb auch dort. >— Die Kürze der Zeit hatte es nicht gestattet, daß diese Befehle Wallmodens, in so weit sie hessische Truppen betrafen, vorher dem Oberbefehlshaber derselben, EL. Dallwigt, nach Diepenheim zugeschickt, und von diesem erst an seine einzelnen Abtheilungen hinausgegeben wurden. Die Marschordre war unmittelbar an die einzelnen Regimenter, Bataillons und Estadrons geschickt, und von diesen auch ohne Verzug ausgeführt worden. Eo erhielt also GL. Dallwigt erst um Mittag des 29. Jänner durch eine Meldung des Gen. Wurmb die erste Kunde von diesen Bewegungen. Dieser Vorfall wurde von GL. Dallwigt übel aufgenommen, und da auch von den rückgängigen Bewegungen ter Hannoveraner und Engländer, so wie jetzt von dem Plane der Wiedererhaluing ter Vssel, ihm gar keine Mittheilung gemacht werden war, so hielt er diese Vorgänge für absichtliche Vernachlässigung, oder gar für die begonnene Ausführung eines Planes, das hessische Korps allein dem Feinte gegenüber stehen zu lasse»/ um den Rückzug der übrigen Armeetheile zu sichern. Er beschwerte sich hierüber beim Oberfeldhenn schriftlich und mit Nachdruck, und erließ an seine Truppen Befehle, welche dem ihm noch ganz unbekannten Plane, die Issel zu halten, gerade entgegen liefen. Die lebhafte Korrespondenz, welche nun zwischen Wallmoden und Dallwigk entstand, hatte jedoch keine andere Folge, als daß sie den Mißmuth der verschiedenen Korps, und die wechselseitige Abneigung der Anführer, vermehrte. Denn in den nächsten Tagen wurde ohnehin der allgemeine Rückzug fort» gesetzt. —

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Am 29. Jänner theilte der FZM. Graf Clerfayt dem FZM. Alvintzy einen von Wien angelangten Befehl vom 2o. Jänner mit, welcher, — die am ii. und 12. Jänner von FZM. Graf Clerfayt über die bevorstehende Verlassung der Stellung a m Leck erstatteten Berichte beantwortend, — dem FZM. Alvintzy auftrug, mit dem kaiserlichen Auxiliarkorps alle Mittel anzuwenden, um den ferneren Rückzug, durch welchen Holland dem Feinde preisgegeben würde, zu rerhindern. Diesem Befehle war die Frage beigefügt ob es die Umstände nicht vielleicht gestatten würden, die 3o,ooo Mann des kaiserlichen Auxiliarkorps zusammenzunehmen, und, — ohne Rücksicht, ob die alliir. len Truppen zur Mitwirkung zu bewegen wären, oder nicht, — mit denselben offensiv auf den Feind loszugehen? (Ein fast ganz gleichlautender Befehl des k. k. Hofkriegsrathes wurde, als Antwort aufClerfayts fernere Berichte vom i3. und ,4. Jänner, aus Wien am 26. Jänner an diesen Feldherrn erlassen.) — Wen» auch wirtlich die Umstände, seit der Zeit als jene Berichte nach Wien gemacht wurden, auf welche der Befehl vom 20. Jänner, und die angehängte Frage er: folgten, sich schon gewaltig verändert hatten, und nun nicht mehr gehindert werden konnte, was schon geschehen war: die Verlassung des Lecks, — auch die von diesem Flusse aus in Antrag gebrachte Offensive mit der östreichischen Armee von der Issel aus auf keinen Fall mehr zu unternehmen, auch Holland auf keine Art mehr zu retten war, — so liefern doch diese Papiere den unwidersprechlichsten Beweis, daß Ostreich stets seine Verpflichtungen auf das erschöpfendste zu erfüllen entschlossen blieb. Auch hatten die beiden FeldHerrn Clerfayt und Alvintzy immer in solchem Geiste, und milder alleinigen Rücksicht auf Hollands Rettung, gegen den Rückzug Protest,«, passendenRath ertheilt, und ihre Vorschläge durch kraftvolle Mitwirkung unterstützt. —

An eben diesem Tage sden 2g. Jänner) verhandelte Wallmodens Adjutant, Hauptmann Tobings, mit dem FZM. Baron Alvintzy über die ihm von dem Oberfeldherrn mitgegebenen mündlichen Aufträge, und legte dieselben, auf Alvintzys Verlangen, auch schriftlich vor. Der Gen. d. Kav. Graf Wallmoden lud dadurch den FZM. Baron Alvintzy ein, „den ganzen Kordon an der Vssel bis Campen mit den kaiserlichen Truppen zu besetzen. Hinter demselben wollte er Truppen der englischen kombinirten Armee zur Unterstützung aufstellen. Man mußte jetzt nur noch bestimmen, welche Punk«, und mit wie vielen Truppen jeder derselben zu besetzen wäre. Außer den 2 von Zütphen nach Deventer abgerückten Bataillons, erwarteten noch 2 andere in dem ersteren Orte nur, daß sie von k. k. Truppen abgelöst würden, um den früheren beiden zu folgen. Alle Truppen der tombinirten Armee, auch die bereits zum Marsch kommandirten, würden stehen bleiben. GL. Harcourt wurde aufgefordert, zu diesen Maßregeln mit den Eng« ländern mitzuwirken." — Alvintzy zeigte sogleich dem Gen. d. Kav. Graf Wallmoden an, „daß noch an diesem Tage (2g.) der OberstAuffenberg mit 2 Ba« raillons Franz Kinsky Infanterie und 2 Eskadroni Kinsly Chevauxlegers in Zütphen eintreffen würden. Über den Wunsch, daß die ganze Vssel von den Kaiserlichen besetzt werde, müsse er die Entscheidung vom FZM. Graf Clerfayt abwarten. Zur Erleichte. rung der Subsistenz der alliirten Truppen überlass« er alle zwischen Zütphen und Deventer, dann auf der Assel weiter hinab, auf Schissen geladenen istreichischen Proviantvorräthe dem Oberbefehlshaber zur beliebigen Verwendung." Gleichzeitig erstattete Alvintzy dem FZM. Graf Clerfayt über diese Vorschläge einen Bericht, welcher mit der Meldung schloß, daß am vorhergehenden Tage (28.) die Franzosen auf der Straße von Arn heim mit 2 Kanonen vorgerückt seyen, und die l. k. Vorposten gegen Doesburg zurückgedrückt hätten, — und mit der Bitte um die Entscheidung, ob die Vssel, nach dem Wunsche der Alliirten, vom Auriliar» torps besetzt werden, oder ob dieses den Rückzug an und hinter die Lippe antreten solle, sobald der linke Flügel der tombinirten Armee, nämlich die Hanovera« ner, zurückginge. — Einige Stunden später wiederholte und erläuterte Alvintzy in einem zweiten Schreiben seine Meldung und Aufragen. Er fügte hinzu, „daß einem um zehn Uhr Vormittags von Gen. Davide»ich aus Doesburg erstatteten Berichte zufolge,, GL. Harcourt am 28. mit dem englischen Hauptquartier bereits nachBentheim gegangen sey, GL. Aber« cromby nur einen Tag langer stehen bleibe, um seine Kranken zurückzuschaffen, und daß der letztere Gene» rat, aus Mangel an Fuhrwerk, nicht nur die Feldrequisiten, sondern selbst den Mundvorrath vertilge." — »Den ganzen Kordon mit Truppen des k. k. Auriliarkorps zu besetzen, hielt Alvintzy schon darum nicht für thunlich, well dann die Linie überall geschwächt, und der größten Gefahr ausgesetzt seyn würbe. — Nach des Hauptmanns Tobings eigener Aussage zählten die von Graf Wallmoden zur Unterstützung des Kordons angetragenen 4 hannoverischen Bataillons jedes nur einhundert Feuergewehre." —

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Am 3o. Jänner blieben also sämmtliche alliirte Truppen stehen. Zütphen war nun ganz von kaiser» lichen Truppen unter Gen. Graf Sport besetzt, und 2 dort gestandene Hefsische Grenadier-Bataillons wurden nach Deventer zum Gen. Wurmb geschickt, welcher am vorhergehenden Tage noch, auf Wallmodens Befehl, in diese Stadt eingerückt war. Ein Schreiben Clerfayts yom 3o. Jänner, um eilf Uhr Nachts erlassen, enthielt die Antwort auf Alvintzys Anfrage vom 29. wegen Besetzung der ganzen Vssel. Clerfayt hielt die Behauptung dieses Flusses für so höchst wichtig, „daß er denselben besetzt gehalten wünschte, selbst in dem Falle, wenn die Engländer bereits an die Emms abgerückt wären." Clerfayt entwarf in den Hauptzügen die Art, wie der Fluß zu besetzen sey, wenn er den Östreichern ganz allein überlassen würde, — äußerte jedoch die Hoffnung, ,,daß Wallmoden wenig

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