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cart aber zog mit 4 Infanterie-Regimentern und einem Theil der leichten Reiterei durch die Provinz Groningen auf Embden, um die Mündungen, der Emms, welche damals der englischen Armee für ihre nächste Kommunikazion mit England sehr wichtig wurden, zu besetzen, — so wie den Paß zwischen Dollert und dem großen Bourtanger Moor durch Aufstellung von Truppen in den dort von den Holländern angelegten Forts zu decken.

Auch die hannoverischen Truppen hatten seit ein paar Tagen angefangen, sich abtheilungsweise nach dem Münsterlande zurückzuziehen. Am 29. standen inZütphen nur noch zwei schwache Bataillons. — Das hessische Korps allein hielt noch immer seine alten Stellungen; aber am 2U. empfing auch GL. Dallwigk den Befehl zum Rückmarsch« für den folgenden Morgen. Alles war hierzu bereits angeordnet, als noch am Abend des 26. Jänners plötzlich ein Gegenbefehl in Diepenheim eintraf, der sämmtlichen Truppen des Heeres auftrug, dort wo die Ordre sie fand, stehen zu blieben.

Der FZM. Baron Alvintzy war am 27. Jänner, um vier Uhr Morgens, nach Sanct Heerenberg zurückgekommen, und hatte dem Grafen Clerfayt noch am nämlichen Vormittage gemeldet, daß der Gen. d. Kav. Graf Wallmoden entschlossen sey, am 27., 28. und 2g. Jänner die Vssel zu verlassen. Eben an diesem Tage änderte sich aber auch das Wetter, und es begann zu regnen. Daher machte Alvintzy noch einen Versuch, den Grafen Wallmoden vom Rückzug abzuhalten. Seine Depesche enthielt die dringende Vorstellung, daß bei dem eingetretenen, und längere Dauer versprechenden Regenwetter die Posten an der Vssel noch ferner gehalten, und die schon abgezogenen englischen Truppen wieder vorgerufen werden mochten. DerFZM. Alvintzy war entschlossen/ wenn seine Bitte keine» Er» folg hätte, am 2Z. der Rückzug der englischen kom» binircen Armee ausgeführt und dadurch seine rechte Flanke entblößt seyn würde, am Nachmittage des 3c>. auch den Haupttheil der kaiserlichen Truppen, und am 3,. die Vorposten, von der Vssel zurückzuziehen. Er wollte den größten Theil des Korps auf dem rechten Ufer der Lippe aufstellen, den rechten Flügel gegen Münster, den linken zwischen Wesel und Emmerich ausdehnen. -— Damals waren die kaiserlichen Proviantmagazine von Zülphen ganz, jene von Doesburg großienrheils, nach Dorsten und Wesel gerettet. Die Magazine in Zwoll und Hatten» wurden den Engländern gegen Rück» ersatz überlassen, der Rest zum Theil an die Meistbietenden verkauft.

Es war am 26. Jänner auch ein Kurier mit einem Schreiben vom FZM. Graf Clerfayt in Wallmodcns Hauptquartier zu Lochen, eingetroffen. Dieser kai« serliche Feldcherr erkannte alle jene Nachiheile, welche den kaiserlichen Stellungen am Rheine drohten, wenn die Issel von der alliiiten Macht verlassen würde, unft wenn die Engländer in ihrem Rückzuge immer forcfüb« ren. Er stellte dem Grafen Wallmoden vor, daß zur Deckung Deutschlands, und zur ferneren Behauptung des Rheines, es unumgänglich nöihig sey, die Vssel noch ferner zu halten. Auch trug er darauf an, daß kaiserliche Truppen, im Verein mit den Alliirte« unter Graf Wallmodens Befehlen, die wichtigsten Punkte an diesem Flusse besetzen sollten. Es war dieses den schon früher geäußerten Wünschen des Grafen entsprechend, und man tonnte daher allerding« einer angemessenen Ausführung dieses Vorschlages entgegensehen. Wirklich, obwohl der Mangel an Lebensmitteln einer weiteren Behauptung der Vssel schon früher für unübersteiglich gehaltene Hindernisse in den Weg gelegt, auch die Engländer an diesem Tage die meisten Ortschaften der denselben angewiesenen Vsselstrecke bereits verlassen hatten, erließ doch Graf Wallmoden, nach Empfang jener Depeschen des FZM. Graf Clerfayt und Baron Alvintzy, sogleich solche Anordnungen, welche dazu dienen tonnten, den neuen Plan auszuführen, und den Fluß wieder zu besetzen. aber Gen. d. Kav. Graf Wallmoden in seinem Schreiben von einer Ubernehmung des Kordons durch FZM. Clerfayt spricht, als ob nämlich die Vssel von kaiserlichen Truppen allein besetzt werde« wollte. In diesem Sinne sind auch die folgen» den, sämmtlich vom 28. Jänner tatirten Schreiben entworfen. Dem FZM. Graf Clerfayt antwortete Wallmoden mit der Versicherung, «daß er eben so gerne an der Vssel stehen bleiben möchte, als Clerfayt dieses wünsche. Aber der Mangel an Lebensmitteln, und die böse revoluzionäre Stimmung der Einwohner, welche sich selbst in den von den Alliirten besetzten Orten kühn ausspreche, machten dieses fast unmöglich. Doch lasse er Deventer besetzen, und wolle suchen, den Marsch aufzuhalten, bis die Ostreicher auf dem Kordon ankommen könnten; wenn nämlich nicht GL. Harcourt schon vielleicht Zwoll und Campen verlassen habe." (Der wirklich geschehene Abzug konnte damals dem Oberfeldherrn noch nicht bekannt seyn.) — In einem Schreiben an Gen. Graf Spork äußerte Graf Wallmoden, „daß die englichen Generale auf dem Rückzug hinter die Emms beständen, und weiter rückwärts liegende, ruhige Erholungsquartiere forderten. Er könne auf keinen Kordon, in keiner Defensionslinie, welche seine Truppen von diesen Ouartieren entfernt hielte, mehr auf diese rechnen. Um einige Tage zu gewinnen, lasse er Deventer durch 2 von Zütphen dahin geschickte hannoverische Bataillons und 2 Eskadrons besetzen, und «wart« dagegen, daß 1 kaiserliches Bataillon in Zütphen ankomme. Da er zwischen der M«l und Emms nicht auf drei Tage Brot habe, so müßten den am ersteren Flusse zurückbleibenden Truppen Mehl und Ha

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Der Gen. d. Kav. Graf Wallmoden, von der Wichtigkeit der Behauptung der Vssel durchdrungen, und freudig die Mittel ergreifend, die Clerfayt zuvorkommend darbot, um einen Theil von Holland, und Norddeutschland noch ferner zu decken, schickte noch am nämlichen Tage (den 28. Jänner) seinen Adjutanten, den Hauptmann Tobings, an FZM. Baron Alvintzy mit einem Schreiben, in welchem der Graf sagte: „er lasse so eben Deoenter besetzen. Es seyen aber eiligste Verabredungen erforderlich, wenn FZM. Graf Clerfayt den Kordon übernehmen wol^ le (?), und die schon früher theilweise v«rlassene Stellung an der Vssel wieder besetzt werden solle und könne?" — Diese Verabredungen sollten nun vom Hauptmann Tobings getroffen werden. Hier muß noch vor Allem darauf aufmerksam gemacht werden, daß Graf Clerfayt kaiserliche Truppen angetragen hatte, um in Verein mit den Truppen der englischen kombinirten Armee die Vssel zu besetzen, daß

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ber aus den kaiserlichen Magazinen vorschußweise gereicht werden. Sobald er Bericht erhalte, daß aufsei» nem rechten Flügel die Stellung von Campen behaup» tet werden könne, wolle er noch mehrere Bataillons Ntich Deventer schicken, und Zütphen ganz den Kaiserlichen überlassen. Da aber Alles auf die Subsistenz ankomme.; da er überzeugt sey, an der Vssel nicht auf vier Tage Brot verschaffen zu können, und diese Noth auch rückwärts, bis an und, weit über die Em,ms, herrsche, so scheine ihm der Plan, auf längere Zeit die Vssel zu halten, keineswegs ausführbar." — End« lich schrieb Graf Wallmoden am nämlichen Abend (des 28.) um halb neun Uhr noch einmal, an den Gen. Spork.: „er habe so eben erfahren, daß Harcourt C a m p e n und Z w 0 l l verlassen, und aus gänzlichen» Mangel an Subsistenz hinter die Emms gezogen.sey. Er wende Alles an, um zur Wiederbesetzung des Kor« dons an der Vssel mitzuwirken. Außer den diesen Abend nach Deventer marschirten 2 Bataillons und 2 Eska« drons, <asse er in der Nacht auch noch 2 Bataillons, 2 Estadrons nach Campen marschiren., Die, l.k. Truppen sollen schnell bis Deventer rücken, und wenn es noch möglich wäre, Campen und Zwoll zu besetzen, eiligst dahin ziehen. Zur Unterstützung des Kordons sollten dann jene von ihm an die Ifsel geschickten 4 Bataillons und 4 Eskadrons verwendet, und zwei englische Brigaden zwischen dem Dollert und dem Bour» langer Moor aufgestellt weiden, um die Straßen nach Ost-Frießland und Emden zu decken. Die Grafschaft Bentheim werde stark besetzt bleiben, und die dortige Vorpostenkette sich von Ottmarsum bis Oldensaa l ausdehnen." —

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