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Fall zum Theil durch einige kaiserliche Truppen besetzt werden." —

Aus dreien Schreiben des Gen. d. Kav. Graf Wallmoden, vom 24. Jänner aus Deventer datirt, geht hervor, daß die Lage der englischen tombi» nirten Armee es diesem Oberfeldherrn unmöglich mach» te, die dringenden Vorstellungen der kaiserlichen Generale zu berücksichtigen. In dem ersten, an den FZM. Graf Clerfayt gerichteten. Schreiben wurden dessen Vorstellungen vom 22. Jänner beantwortet. Der Ober» feldherr äußerte „seine Verwunderung, daß Graf Clerfayt noch eine lange Verteidigung der Mel fordere, nachdem er dem Feldzeugmeister doch die Schwäche und Zerrüttung seiner Infanterie so nachdrücklich und dringend vorgestellt habe. Unmöglich könne er die Strecke von Zwoll bis Doesburg decken, wenn er nicht einmal den vierten Theil der hierzu nöthigen Mittel habe." — „Wenn die Armee hätte gerettet werden können oder sollen, so müßte, da der Feind Alles von oben herun» terbringt, der FZM. Alvintzy im Stande seyn, seinen rechten Flügel immer zu verstärken, und hierdurch die linke Flanke der englischen kombinirten Armee in soweit zu sichern, daß Wallmoden noch nach Münster zukommen vermöge. Könne er dieses nicht, so wisse «r keine Verbindung zu bestimmen, — eben so wenig, wohin er gedrängt werden könnte. Denn in ein Gefecht mit dem Feinde, während des Rückmarsches in kantonirenden Kolonnen, könne er sich nicht verwickeln, wenn er sich selbst überlassen bliebe." — Das zweite Schreiben war an den FZM. Baron Alvintzy gerichtet, und enthielt gleichfalls eine Antwort auf dessen Protestazion. Der GrafWallmoden wiederholte, „daß ihm alle Mit

tel zu einer wahren Vertheidigung fehlen, und daß er nur auf eine Veränderung der Witterung rechne, welche ihn in derselben unterstützen würde. Auch in das Münsterische könne er sich nur dann ziehen, wenn seine linke Flanke gedeckt würde. Im widrigen Falle dürfte «r zu einem so schnellen Rückzug gezwungen werden, daß er gar den Punkt nicht zu bestimmen wisse, wo er anhalten würde. Denn dann müßte er nur suchen, von seiner Armee so viel als möglich zu retten." — In dem dritten, ebenfalls an FZM. Baron Alvintzy gerichteten. Schreiben sagt der Oberfeldherr: „Er sey aus unausweichlichen Gründen zum Rückzug entschloß sen; um den Truppen einige Ruhe zu verschaffen, wenn nicht die ganze Armee geopfert werden solle. Dieser Schritt werde durch die Schwache der Truppen, den harten Dienst und das schreckliche Wetter herbeigeführt. Ihm bleibe keine Wahl, als etwas Ruhe, oder ganz!liche Vernichtung. — Am 27. wolle er mit dem Rückzug den Anfang machen, und die entlegensten Truppen zurückschicken. Am 28. und 2g. würden die Ufer der Vssel noch besetzt bleiben, und- in der Nacht vom 2g. auf den 3». verlassen werden. Die englische Armee würde im Osnabrückischen kantoniren, sich bis an die Emms ausdehnen, und mit ihren Vorposten die Grafschaft Bentheim okkupiren. Wenn Alvintzy dießseits (am rechten Ufer) der Lippe stehen bleibe, wolle sich Graf Wallmoden mit den deutschen Truppen zwischen Münster, Coesfeld und Dülmen aufstellen, und nur etwas Ar> lillerie und schwere Kavallerie in die Gegend von Münster schicken. — Um die Linie der Vssel zu behaupten, hätte er wenigstens noch 10,000 Mann Infanterie mehr haben müssen." —

Alj FZM. Alvintzy am 25. Jänner die Erlasse des Gen. d. Kao. Graf Wallmoden empfangen hatte, antwortete er noch am nämlichen Tage durch ein Schreiben, welches hier im Auszuge folgt. „Die linke Flanke der englischen kombinirten Armee werde bei dem Marsche in das Münsterische ganz sicher gedeckt seyn, da der rechte Flügel des k. k. Auriliarkorps zwischen Emmerich und Doesburg 18 Bataillons und 2oEskadrons zähle. — Doesburg würde nur dann von den Ostreichern geräumt werden, wenn eine feindliche Übermacht den Gen. Graf Epork dazu zwänge, — oder wenn die Hannoveraner die Issel verließen. — Clerfayt und Alvintzy wünschen und hoffen die Erhaltung der Vssel. Sie haben außer dem großen allgemeinen, noch ein besonderes Interesse daran, weil ihre Vorräthe in Doesburg lägen. — FZM. Clerfayt verstärke auch noch so eben den linken Flügel des Auriliarkorps mit einigen Bataillons." — Zu gleicher Zeit meldeie Alvintzy dem FZM. Graf Clerfayt, „daß er noch am nämlichen Tage (den 25.) zu Wallmoden nach Lochen» abgehen wolle, um wegen der Ausdehnung der kaiserlichen Quartiere, bis einschlüssig Münster, mit ihm zu sprechen." Diese Ausdehnung hielt Alvintzy für nöthig, „um dort ein? hinreichend starke Truppe unterzubringen, und die Hannoveraner in ihren Quartieren kräftig unterstützen zu können." — Am 26. antwortete dann auch Clerfayt auf Wallmodens Schreiben, und begann „mit der Aufzählung alles dessen, was er und Alvintzy zur Vertheidigung der Vssel gethan hatten." Er führt an, daß er schon früher von der Rheinarmee habe 4 Bataillons nachrücken lassen, und jetzt noch 3 Bataillons auf Alvintzys linken Flügel schicken wolle, damft das

ganze Auriliarlorps rechts rücken tiinne. Er sey bereit, in die Besetzung Zütphens durch ein Paar kaiserliche Bataillons und eine Kavallerie-Abtheilung zu willigen. Nur solle die englische kombinine Armee noch langer die Vssel vertheidigen, bis es aufthaue. Die linke Flanke dieser Armee würde FZM. Alvintzy ganz gewiß sichern." —

Der Gen. d. Kav. Graf Wallmoden verlegte am 25. Jänner sein Hauptquartier von Deventer nach Locher«/ um dem kaiserlichen Auriliarkorps näher zu seyn. Der bisher in diesem Orte bequartierte GL. Dal» wigk kam nach Diepenheim. — Nachmittags begab sich FZM. Alvintzy nach Lochen,, und traf mit Wallmoden die Übereinkunft, daß die Kaiserlichen die Stadt Münster besetzen konnten, und eine Scheidungslinie zwischen denselben und den Hannoveranern bestimmt wurde. Wirtlich bezeichnete Gen. d. Kav. Graf Wall» moden durch einen Befehl vom 26. Jänner die Gren» zen der von der englischen kombininen Armee einzunehmenden Kantonirungen. Nach Münster und den Sta» zionen zwischen dieser Stadt und der Weser sollten 2 kaiserliche Bataillons und 2 Eskadrons zu stehen kom« men. Der FZM. Baron Alvintzy beorderte sogleich ein Bataillon Dalcon nach jener Stadt, welches in derselben am 27. Jänner eintraf. —

Das alliirte Heer halte die letzten Tage hindurch eine ungestörte Ruhe genossen, und von dem gegen« überstehenden Feinde wußte man wenig mehr, als daß sich dessen Vorhut in Harderwick am Südersee befinde. Aber der Mangel an Lebensmitteln wurde bei der englischen kombininen Armee mit jedem Tage empfindlicher, und der Abgang an Fourrage zwang die« selbe, am 28. Jänner den größten Theil ihre» schwelen Reiterei und des schweren Geschützes/ am 2g. Jan» ner die ganze Bagage, in die bereits bezeichneten künftigen Onaniere im Münsterlande abzuschicken. Ein Theil der englischen Artillerie und der Depots war schon früher, über Bentheim, hinter die Emms ins Osnabrückische zurückgesendet worden. Es wurde auch eine Disposizion herausgegeben, welche für die verschiedenen Kolonnen die Wege zum Rückmarsch bestimmte: für die linke über Zeihen und Bredevoort, — für die folgende über Ottenstein und Ahaus, — für die Hauptkolonne von Deventer über Oldensaal und Bentheim gegen Rheine, — für die rechte Kolonne, oder Abercrombys Korps, nach der Feste Coevorden, und wenn auch diese verlassen werden müßte, längs der Vechte hinauf an die Emms. —

Die Engl and er hatten schon am 27. einen Theil ihrer Truppen aus Deventer nach Goor, wo Gl?. Harcourt sein Quartier nahm, und in die benachbarten Orte zurückgeschickt. Am 26. wurden die englischen Vorpossen von Wilp, Latmeer und den übrigen jenseitigen Posten, über die Issel zurückgezogen; eine zweite Abtheilung der Englander marschirte vom Flusse ab, und vieles englische, so wie alles mitgenommene hollandische Geschütz wurde, aus Mangel an Bespannung, in die Vsselgeworfen. — Die Vorposten und Truppen der übrigen Armee hatten noch keinen Befehl zum Rückzuge erhalten. — Am 2g. verließen die Englander auch Deventer, und die übrigen Hauptposten, welche sie noch an der Vssel gehalten. GL. Abercromby bildete die Nachhut, von welcher Gen. For mit einer Abtheilung die Straße über Coevorden einschlug. Der Gen. Cath

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