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Bei dem Blockadekorps vor Maub«ug« war während dieser Zeit durchaus nichts anderes als gewöhn» .liche Relognoszirungen vorgefallen, doch ließ der GL. von Lecoq sein Detaschement am 3o. März eine andere Aufstellung, und zwar auf dem linken Ufer der Sambre von Solre für' Sambre über Ieumont, und den rechten Flügel bis Givry sich erstreckend, einnehmen, um sich insbesondere gegen alle nachtheilige Einwirkungen, die von Conds und Valenciennes aus auf seine Verbindung mit dem Hauptkorps geschehen konnten, sicher zu stellen. Es wurden auch noch einige Ba» taillons auf die Vorpostenkett« gegen diese Festungen und nach Ath entsendet, die früher durch das Rechtsziehen des Oberstlieutenants von Thümen geschwächt worden war. Der Abmarsch der Division des GL. von Borstell *) machte die neue Disposizion des Lecoqschen Korps

ren zu haben, daß junge Truppen bei der ersten Feuerprobe in der Regel brav sind, und mit der Gefahr noch unbekannt, oft kecker an den Feind gehen, als alte erprobte Truppen, daß man sich aber des Erfolgs versichern, sie in Massen beisammen halten, und möglichst vor dem panischen Schrecken bewahren muß. — Die Resultate des Gefechts von Courtray, eine Schlappe, die man uns füglich hätte ersparen können, schmerzten um so mehr die übrigen Linientruppen, als sie während diese« Feldzuges, wenn auch keine Großthaten »ollbracht, doch auf allen Punkten mit der gewohnten Ausdauer gefochten, und bewiesen hatten, daß sie durch die Schule eines Rennier gegangen waren. ») Ungern sahen die Truppen des dritten deutschen Armeekorps diese brave Division von sich scheiden. Sie hatten bei verschiedenen Gelegenheit«» in brüderlicher um so nothwendiger; sie brach in zwei Kolonnen am 2g. und 3o. März aus ihrer bisherigen Aufstellung bei Bavay auf, und marschirte über Pont sur Sambre und Avesne zum Korps des GL. von Bülow ab. Eben so verließ auch der Prinz Paul von Würiemberg das drille deutsche Armeekorps, und begab sich in das Haupt» quartier der hohen Alliirten. Das Kommando seiner Division übernahm der Oberst von Egloffstein. —

Nach den Ereignissen in den letzten Tagen des März, und besonders als eine Folge, der in dieser Zeit dem dritten deutschen Armeekorps zugewachsenen Verstärkungen, -5- als der russisch-deutschen Legion unter dem Gen. Graf Wallmoden, der Abiheilung des GM. von Gablenz, und der, aus 7 Bataillons, 2 Schwadronen und einer Zwolfpfünderbatterie bestehenden, zweiten Kolonne der sächsischen Ergänzungstruppen, — beschloß der Herzog am 2. April eine neue Eintheilung und Auf» stellung der Korps, damit sie, durch eineverhälinißmäßige Reserve gedeckt, in den Stand gesetzt würden, jeder ferner» Diversion aus der Kette der feindlichen Fe» ftungen Einhalt zu thun, und Westfiandern zu decken. Die Einlheilung war daher folgende: 1) Posten von T 0 urnay, unter dem GL. von Thielmann, 11 Bataillons, 5 Schwadronen, incluzive 2 Schwadronen preußischer Dragoner, >6 Feldgeschütze, nebst dem fliegen«

Gemeinschaft nebeneinander gefochten und geblutet. Der Chef dieser Division aber nahm die Beweise der höchsten Achtung mit sich, die er bei jeder Gelegenheit alle» seinen Umgebungen unwiderstehlich abgewann. Die Erfahrung hat es uns in dankbarer Anerkennung gelehrt, daß er mit Gefühl und achtem Seelenadil diese ausrichtigen Huldigungen zu würdigen verstand.— Üstr. »Mit. geits«. i83i. IU. . C

den Korps des Majors von Hellwig, das seine Bestim» mung nach Gent erhielt; die beiden hier selbst als Garnisongestandenen Landwehr-Bataillons ginge» daher: das Bataillon Gotha nach Brüssel, das Bataillon Weimar aber nach Mons/ und vereinigte sich dort mit seinem LinienBataillon. — 2) Postenvon M o n s, unter dem GL. von Lecoq: »5i Bataillons, 4 Schwadronen, 2 Pults Kosaten: Bychalow und Rebreef, 14 Feldgeschütze. 3) Reserve beiAth, unter dem GM. von Gablenz: 6Bataillons,/»Schwadronen, 14 Feldgeschütze. 4) Reserve bei Lessines, unter dem Gen. Graf Wallmoden mit der russisch-deutschen Legion, nachdem die zweite Brigade derselben vor Antwerpen durch schwebt sche Truppen abgelöst worden war: 7 Bataillons, tj Schwadronen, 24 Feldgeschütze, inclu«ive 2 reitende Batterien. 5) Garnison von Brüssel: 2 Landwehr-Bataillons der Anhalt-Thüringischen Division, — Gotha und Schwarzburg. — Dieser nun gegebene Plan der Aufstellung wurde am 3. April vollzogen. Zugleich entließ der Herzog den Oberstlieutenant von Thümen mit dem pommerschen Husaren-Regiment, der bisher Vorpostenbienste gegen Conde und Valenciennes geleistet hatte, und nun der Division des GL. von Borstell folgte.

An eben diesem Tage ging die Nachricht von der Einnahme von Paris im Hauptquartier ein, und schien der Lage aller Dinge bald die vortheilhafteste Wendung geben zu wollen. Zwar deuteten die Bewegungen des Gen. Maison auf Zusammenziehung großer Truppenmassen in der Gegend von Valenciennes; woraus man entweder seinen Abmarsch nach Paris, um den bedrängten Überresten der Armee seines Kaisers zu Hilf« zu eilen / oder ein Hervorbrechen auf unfern linken Flügel, vielleicht auch eine Unterbrechung unserer Verbindung mit dem Blücherschen Heere, schließe» konnte. Bis zum 6. April waren bei Valenciennes 7 bis Looo Mann feindlicher Truppen versammelt, und auch eine zahl« reiche Abtheilung zur Verstärkung der Garnison von Maubeuge abgegangen. Diese drohende Stellung des Gen. Maison, und das Versprechen des Kronprinzen von Schweden, das dritte deutsche Armeekorps in sei« nen bisherigen Posizionen abzulösen, veranlaßt«« den Herzog, mit allen seinen Truppen der feindliche» Haupt« mafse naher zu rücken. Erließ daher am6.April 1) un« ter Zurücklassung einer verhnltnißmäßigen Besatzung in Tournay, dosKorps des GL. von Thielmann eine Po« sizion bei Bury vor Conde nehmen; 2) die Abtheilung des GM. von Gablenz von Ath nach Neloeil vor« gehen, die russisch-deutsche Legion aber von Lessines nach Ath nachrücken, und 3) das Korps des GL. von Lecoq eine Aufstellung zwischen Mens und Mau« beuge nehmen; um entweder der Offensive des Gen. Maison zu begegnen, oder ihm in seinen Bewegungen gegen Paris zu folgen. Doch die in den Hauptquartieren der gegenseitigen Armeen eingehenden Nachrichten von der Entthronung Napoleons, und der Erklärung seine» Truppen gegen ihn, änderten schnell die Entschlüsse des Gen. Maison. Er verließ Valenciennes mit seinem gan« zen Korps, und marschirte nach Douay, wendete sich sodann aber nach Lille; da die unter den dasigen Bür< gern ausgebrochenen Unruhen ihm für die Behauptung dieser Festung Besorgnisse einflößten. Die Abtheilungen der Ge». von Thielmann und Lecoq kehrten auf diese Nachricht unverzüglich wieder in ihre vorherigen Aufstellungen bei Tournay und Mons zurück, die Reserven aber blieben bei Beloeil und Ath stehen.

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Durch die vom Pariser provisorische!! Gouvernement dem Gen. Maison zugekommenen Befehle, und durch die Aufforderungen des Herzogs, ließ sich Erster« am 9. April zu einer Konvenzion bewegen, nach welcher sogleich die Einstellung aller Feindseligkeiten von beiden Seiten festgesetzt wurde. Eben so knüpfte man späterhin Unterhandlungen zur Auswechselung der Gefangenen an. Am »2. April aber kam es zwischen dem Generalmajor und Chef des Generalstabes von Wol» zogen und dem französischen Brigade-General Maureillan, als den von beiden Seiten deshalb ernannten Kommissarien, zu Pont a Tressin zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes und Bestimmung der Demartazionslinie.

Das Streiftorps des Obersten vonGeismar war bisher noch in Roye gestanden, marschine aber am 2l>. März von da ab und über Monldidier und Cuvilly gegen Compiegne; dessen Besatzung rekognoszirt, und drei Tage hintereinander, den 29. und Zi.März, so wie den i. April, in Gemeinschaft mit den Detachements des preußischen Obersten von Sydow und Gen. von Kraft, jedoch ohneErfolg, angegriffen wurde; worauf sich das Streifkorps wieder bis Cuvilly zurückzog. Der Verlust desselben während dieser Tage belief sich auf 1 Offizier und 6 Mann an Verwundeten. Am 3. April ging es wieder vor, und zwar über Pont St. Marrence nach S« nlis; wo es am lv. als Beobachtung gegen die Oise aufgestellt wurde, nach Abschluß des Waffenstillstandes aber am 17. April bei St. O. uentin Kantonirungen bezog, aus denen gegen das Ende

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