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Geschichte des Feldzugs 1786 der k. k.Hauptarmee gegen die Türken.

, Zweiter Abschnitt.

Verstärkungen werden ins Vanat geschickt. — Vermehrung der feindlichen Besatzung in Belgrad. — Unterhandlungen wegen des Kopfabschneidens der Türken und wegen der Parlementäre. — Kranken« und effektiver Stand der Haupt» arme« mit Ende Mai. — Unthätigkeit der Hauptarmee im Juni. — Vorfälle gegenüber von Belgrad; — deßgleichen zwischen türkischen Tschaiken und einer dießseitigen Vatte» rie; — deßgleichen beim Veschanier Damme. — Auffiel» lung in den Verschanzungen von Semlln, — Schiffbrücke übet die Theiß bei Tittel. — Krankenstand mit Ende Juni., Vermehrung der Hauptarmee aus dem Innern der Monarchie. ^- Michalowichisches Freikorps. — Krankenstand mit Ende Juli und persönliche Vorsorge des Kaisers für diesen Gegenstand. -^ Feindliche Armee; Nachrichten über die» selbe.— Verstärkungendes siebenbürgischen Korps von dem Korps im Nanat. — Ersatz an dieses von der Hauptarmee.

— Muthmaßlicher Kriegsschauplatz. — Das Armeekorps im Vanat. — Angriff der Türken auf Alt.Orsowa. — Rückzug des Gen. Papila von Schuppauet. — Vorrückung des Gen. Wartensleben. Besetzung des Laßmale. — Thei» lung der Hauptarmee, — Aufstellung des Armeekorps in Syr» mien. — Abmarsch der Hauptarmee in« Vanat am »«. August. — Marsch bis 17. August. — Nachrichten von der Veteranischen Hohle. — Marsch vom 17. bis 2a. August.

— Nachrichten vom Wartenslebenfchen Korps. — Marsch der Hauptarmee von Weißkirchen bis nach Prebul. — Angriff der Türken am «Z.August und an den folgenden Tagen auf dem liaßmare. — Wartenslebens Rückzug nach Fenisch. — H«l° denmuth des Hauptmanns Menrad Geppert. — Marsch der Hauptarmee nach!! Karansebes. — Vereinigung mit dem Wartenslebenschen Korps bei Slatina. — Nachrichten von der Donau. — Übergabe der veteranischen Höhle an die Türken. — Ereignisse zwischen dem 4. und 20 September.

— Rückzug nach Karansebes. Nachtmaisch. Bei demselben entstandene Unordnung.—Ankunft in Karansebes. — Marsch nach Lugos. — Nachrichten aus der Ebene des Vanats.

— Vorkehrungen zu einer allenfallsigen Schlacht bei der Hauptarmee. — Rückzug der Türken nach Mehadia. — Theilung der Hauptarme«. — Gen. Wartensleben besetzt die Stellung von Karansebes. — Die Gen. Vrechainville uud Lilien werden verstärkt. — Marsch der Hauptarme« von Lugos nach Pancsova. — Vorfall bei Thomassovocz.

— Die Türken räumen das Vanat. — Nochmalige Thei» lung der Hauptarmee. — Eintreffen der Hauptarmee im Lager bei Semlin. — Ereignissein Syrmien vom 1«. August bis zur Rückkunft der Hauptarmee. — Die Türken verlieren sich aus Belgrad.— Die Hauptarmee bezieht die Winterquartiere. — Der Damm von Veschania wird zer« stört. — Ausfall der Türken auf den Damm. — Neför» derungen in der Armee. — Abreise des Kaisers nach Wien. Gen. d. Kav. Graf Kinsky übernimmt das Kommando der

Armee. — Schluß.

H)as Ende des ersten Abschnittes der gegenwärtigen Geschichte hat uns gezeigt/ daß die angetragene Unternehmung auf Belgrad, die, den getroffenen Veranstal» Hingen gemäß, zu den günstigsten Erwartungen berech» tigte, durch speziellen Befehl des Kaisers, aus hohern jetzt zur Zeit noch nicht bekannten Rücksichten, für diesen Zeitpunkt aufgehoben, und später für diesen Feldzug, durch eingetretene Umstände, die wir im Laufe des gegenwärtigen Abschnittes kennen lernen werden, ganz aufgehoben wurde.

Statt dessen fand Seine Majestät der Kaiser für nöthig, demBanate Verstärkungen von der Hauptarmee zuzusenden; um vielleicht von dort aus die Offensive gegen einen oder den andern Punkt in Serbien zu tragen. Das Armeekorps des FMLts. Grafen Wartensleben erhielt daher noch 6 Bataillons und 12 Eskadrons aus Syrmien. Die Infanterie ward aus dem Lager von Semlin, die Kavallerie aus jenem von Banovcze genommen. Um die Lücke dieser Bataillons in der Linie des Semline'r Lagers auszufüllen, wurden L andere Bataillons von dem Corps de Reserve nach Semlin gezogen. Zum BeHufe des Marsches dieser Truppen wurde bei Szurduk eine Schiffbrücke über die Donau geschlagen. Am i. Juni passirten beide Truppengattungen diesen Strom; die Infanterie traf am 7. Juni bei Weißkirchen / die Kavallerie in großer« Märschen am H. bei Ujpalanka ein.

Im Laufe des Monats Mai hatte sich die Besatzung der Festung Belgrad bedeutend vermehrt; zwischen den 1. und 12. Mai waren zwei bis dreitausend Mann dort eingezogen; gegen Ende des Monats aber trafen nach und nach truppweise bei 6ooo Mann daselbst ein, von denen ein Drittheil aus Spahis bestand; auch mehrere hundert Wagen und viele Kameele, be> laden mit allerlei Vorrathen. Die Truppen zogen theils in die Stadt; theils lagerten sie auf der Esplanade zwischen der Festung und der Stadt, theils an den Vorstädten gegen den Vratscher Berg und die Straße nach Schabacz.

Während der Dauer des Monats hatte die Besatzung von Belgrad einige kleine Ausfälle auf die Vorposten unternommen, die vor der Palisadirung des Beschaniaer Dammes längs dem Ufer der Save aufgestellt waren, auch diese oft durch Tschaiken angegriffen, die von den Batterien der Festung oder den bei den Kaffeehäusern aufgeführten Kanonen unterstützt wurden; wo» durch zwar der Damm wenig Schaden litt, jedoch immer einige Mannschaft von beiden Seiten zu Grunde ging. Die Türken halten auch in diesem Feldzuge die barbarische Gewohnheit des Kopfabschneidens nicht ve» gessen.Parlementäre nahmen sie nicht an, sondern feuer» ten auf sie. Um wo möglich in diesen beiden Gegenständen eine Änderung zu Wege zubringen, benützte der das Lager von Semlin lommandirende FZM. Baron Gemmingen den Umstand, daß zwei Knechte des Gouverneurs von Belgrad mit mehreren Maulthieren durch eine Abtheilung des serbischen Freikorps gefangen wurden, um dem Bassa, bei Gelegenheit der Zurücksendung der beiden Gefangenen, Vorstellungen über obige zwei Punkte zu machen, auch ihm die Auswechslung der Gefangenen anzutragen. Auf den Ersten antwortete Abdy Bassa, „daß die eingewurzelte Gewohnheit des Kopfabschneidens vielleicht dadurch sich verlieren werde, daß jetzt für einen lebenden Gefangenen mehr gezahlt werde, als für einen Kopf. Was die Parlementärs anginge, so sollten diese sich nur immer einer weißen Fahne bedienen, um sicher zu seyn, daß sie ungescheut sich nähern dürften. Was aber die Auswechselung der Gefangenen angehe, so könne erst nach Rückkunft der Antwort von Konstantinopel eine genügende Auskunft gegeben werden."

Dem menschenfreundlichen Monarchen, der so sehr um die Erhaltung des Soldaten besorgt war, mußte »i schwer fallen zu erfahren, daß die in diesen Gegen

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