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im Rücken genommen; Wittgenstein wußte sich !n die Wälder zurückziehen, wo die Schlacht endete. Okuueff behaup« tet, Wittgenstein Hab« das Gefährliche seiner Lage schon am iL. früh eingesehen, und deßhalb beschlossen, sich nach Gamselewo zurückzuziehen. Chambrai sagt, er habe ruhig in Gromewo gespeist, und, von St. Cyr getäuscht, die Verlassung von Polotzk erwartet, Selbstgeständnisse der Feld» Herrn, unbeschönigte, treue, könnten allein viele Dunkel» heiten der Kriegsgeschichte aufklären. Wohl Manches lich» tet die Zeit; Vieles indeß bleibt verhüllt, und dem Spiele der Weinungen preisgegeben. St. Cyr, dem unser Verfas» ser volle Gerechtigkeit widerfahren läßt, hatte sich bei Po» lotzk den Marschallstab erkämpft. Er hatte durch Behaup» tung dieses höchst wichtigen Punktes Napoleons Rücken gesichert. Je weiter indeß das französische Heer in Rußland eindrang, je unverhältnißmäßiger wurde aber auch die Ope» razionslinie zur Basis. Eine Vereinigung St. Cyrs mit Macdonald, eine Vorrückung nach Sebege, eine Zurück, drängung Wittgensteins gegen Petersburg, würden die Basis erweitert, die Verbindungen weit mehr gesichert haben. Wäre Wittgenstein wirklich nur «o,c>oo Mann stark gewesen, wie Okuneff angibt, so ließe sich nicht begreifen, warum St^-Cnr dem Siege keine weiteren Folgen gab, und sich mit Behauptung von Polotzk begnügte.—

Eine zweimonatliche Waffenruhe trat nunmehr in di-eser Gegend ein. St. Eyr beschäftigte sich mit der Befestigung von Polotzk. Wittgenstein, verschanzte sich hinter der Drissa, in Erwartung der von Petersburg kommenden Verstärkungen.— '<

An der untern Düna standen 2l,2oo Mann, unter Mac« donald, »6,c>o<> Russen gegenüber. Die Franzosen besetzten Iacobstadt, die Preußen Mi tau und Eck au. Macdonald machte Miene, auf d>is rechte Ufer der Düna zu gehen, und im Einklang mit Oudinot zu wirken. Er ließ jedoch die günstigen Augenblicke unbenutzt, und beschränkte seine Wirksamkeit auf das linke Ufer. Nach Okuneff hätte Macdonald den GL. Grävert bei Riga belassen. Östr. milit.ZcMch. i83l.NI. Q

mit seinen übrigen Truppen ober wenigstens bis Lutzln vorrücken sollen, von wo er Sebege, Opotska und Östron» bedrohte. Wittgenstein wäre dadurch gehindert worden, ge» gen Polotzk vorzurücken, und hätte sich vielleicht bemüßiget gesehen, bis Opotska zurückzugehen, und sich durch die Velikaia zu decken. Nichts hätte dann die Vereinigung der b-eiden französischen Marschälle gehindert, die nach Besetzung von Sebege ihren linken Flügel von Lutzin gegen Ostrow vorschicken konnten; was Wittgenstein sich bis da» hin zurückzuziehen genöthigt hätte. Wie dem auch fey, so viel ist gewiß, daß Macdonalds Korps wenig leistete, und daß sein Zusammenwirken mit Oudinot möglich und noth» wendig gewesen wäre.

Der äußerste linke Flügel der Russen, unter Tormas» folv, ging um die zweite Hälfte des Juli aus der südlichen in die nördliche Operazio,i5sphäre über. Er zog in der Richtung gegen Vrzeic-Litewski und Kobrin, umzingelte die im letzteren Orte stehende sächsische Brigade, und zwang sie, nach neunstündigem Gefecht (am 26. Juli) die Waffen zu strecken. Regnier eilte zu ihrer Unterstützung von Chomsk herbei, erfuhr jedoch, in Antopol angelangt, daß es zu spät sey. Er vereinigte sich am 2o. Juli mit Schwarzenberg zu Slonim. Tormassow war bis Prujany vorgerückt, zog sich jedoch bei Annäherung der Östreicher nach Gorodeczno zurück, wo er eine in der Fronte kaum angreifbare Stellung, hinter Morästen nahm. Schwarzenberg verstärkte Regnier, und befahl ihm, den linken Flügel der Russen anzugreifen. Es kam am 1«. August zur Schlacht von Podubnie. Tormassow zog in der Nacht von iL. auf den »3. sich wieder hinter die Moräste des Pripet zurück. — Okuneff lobt die Idee der Umgehung, die er für eine Nachahmung jener Friedrichs bei Kollin hält, tadelt jedoch das zu Langsame, zu Unentschiedene der Ausführung, was allein einen großen entscheidenden Erfolg verhindert habe. Der Herr Oberst Okuneff scheint vergessen zu haben, daß die Östreicher bei Kollin, als der König ihre rechte Flanke umgehen wollte, von den Höhe»

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Fortsetzung des Ehrcnsp«gels der f. k. öftreich

») S,as Elisab«MherlDanische StiftungskreUl haben

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^)erg v. Bu?>hgbPyO'd^M,<>ntb«<ri,fort, August, Oberst in der Armee.

In die zweite Klasse:

Nuiz de Rojas. Joseph Ehev.. GM.
Harnach, Max Ritter v., Oberst.

Die dritte Klasse haben erhalten:
Dörre, Andreas, - -»^ — >

Willmans Edler v. Wildenkron, f pensiomrt«

Johann, l Oberste.

Berg er, Karl Friedrich, )

Lasz, Anton, Oberst u. Trabanten-Leibgarde»Kapitän

lieutenant. Kutzer, Wilhelm, pensionirter Oberst.

2) Zu k. k. Kämmerern wurden ernannt:

Lozanszky, Adalbert Graf, Rittm. v. Erzh. Ferdinand

Hus. R. Schmidburg, Georg Freiherr, Rittm. v. Kinsky Drag. R.

3) Das Diplom als korrespondirendes Mitglied der na» erforschenden Gesellschaft zu Görlitz, und die Allerhöchste Bewilligung dasselbe annehme» zu dürfen, hat

erhalten: Wiesenfeld, Karl, Ul. ». 6. Iägerbat. 4) A delse r h e dun g e'i,:''

») in 0 en östreichischen Ritterstand.

^eiml, Wolfgang v.. GM.

d) in den ungrischen Adelstand:

Leiningen-Westerburg, August Graf. GM., hat das

Inhigenat erhalten. Seitz, Joseph, pensionirter Maj. Katon »< Martin, Hptm. v. Estechazy I. R. .,,... ^.

«) i n den östreichischen Adelstand:

Tazza, Joseph, GM. u. Festungskommandant zu Ragusa,

Filaretti, Augustin. Maj. des Mari>,e I. Bat., erhielt die Bestätigung des Adels.

Gucller, Ignaz, Platz-Maj. zu Ofen.

Vath, Wilhelm. Rittm. in Pension.

Schaupel, Johann. Hptm. v. Nassau I. R.

Thour, Hermann, Hptm. v. Vianchi I. R.

Dradeck, Wenzel, Kapl. v. Ofner Garnison«-ArtillerieDistrikt.

Vojer v. P»renzo. Anton, Qbl. v. Feuerwerkskorps.

5) Ostreichische Orden hat erhalten:

Tomassich, Franz Baron, FML. Civil« u. Militär-Gouverneur v. Dalmazien, den Orden der eisernen Krone erster Klasse,

6) Fremde Orden, und die Allerhöchste Bewilligung dieselben tragen zu dürfen, erhielten:

Thurn und Taxis. Wilhelm Fürst, Maj. v. Palombini I. 3t.< das Kommandeur-Kreuz des groß, herzoglich badensche» Zähringer Löwen-Ordens in Brillanten.

Scholl, Franz, GM. u. Fortisikazions-DistciktZ-Direktor im Venezianischen, — dermal in Mailand. — das Kommandeurkreuz des königlich sächsischen Militär St. Heinrichs-Ördens, und des königlich baicrischen Civil-Verdienst-Ordens.

Mengen, Karl Baron, FML., den päpstlichen ChristusOrden.

Liechtenstein, itarl Fürst, Nittm. des Hus. R. Liech. tenstein den päpstlichen Christus-Orden.

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